Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Zurück aus Berlin

Posted by Bastian • Sunday, September 24. 2006 • Category: Aktuell: , i left my home
Allen Befürchtungen zum Trotz haben alle teilnehmenden Blogger die Reise nach Berlin und im Shuffle-Shuttle, zumindest bis zur Abfahrt, unbeschadet überstanden.

Und zumindest meine Organe befinden sich noch an Ort und Stelle, wenn auch die Leber ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurde, ob wir deshalb nun wohl Klagen können, oder zumindest Abmahnen?

Vorsicht, der Text ist viel zu lang geworden, daher hier mal ein mehr

Für mich ging die Reise Samstag morgen schon um halb 10 in Münster los. Nein, nicht am FMO sondern am Münsteraner Hauptbahnhof als einer der wenigen mit dem Zug Reisenden.

Überraschenderweise hat die Reise mit der Bahn auch erstaunlich gut geklappt, da hab ich mit dem Verein schon wirklich schlimmere Erfahrungen gemacht, wie auch auf dem Rückweg...

Planmässig lief der Zug gegen 13:15 Uhr in Berlin ein und das „offizielle“ Programm sollte erst um 15:00 Uhr anfangen. Also genug Zeit um die Stadt per pedes auf eigene Faust zu erkunden. Kurz mit einem Stadtplan eine grobe Orientierung geschafft und dann auf meinen persönlichen „Random Walk“.

Was auf dem Stadtplan noch nach einer relativ kurzen Strecke vom HBF bis zum Hotel wirkte stellte sich spätestens bei der Wanderung über die Straße des 17. Juni als falsch heraus.

Genau da wurde ich dann auch mit dem Berlin Marathon, der ebenfalls dieses Wochenende stattfand, konfrontiert. Wunderte ich mich im Zug noch über die beiden Kerle neben mir in ihren „New York Marathon 2003 Finisher“-Shirts, so erschlugen einen in Berlin direkt die Plakate (und vor allem die Polizeisperren), die deutlich auf das Grossereignis hinwiesen.

Der vermeintlich kurze Fussweg zum Hotel wurde dann auch in knapp unter 2 Stunden bewältigt und kam mir verdammt Marathon-Verdächtig vor.

Doch relativ außer Puste lief dann um kurz vor 3 in der Hotellobby ein, wo ein Großteil von uns Schlüsselkindern schon wartete. Für mich blieb nur noch Zeit fix einzuchecken, meinen Rucksack auf dem Zimmer zu deponieren, die Minibar zu plündern und auf dem Tisch eine Tupper-Konkurrenz-Dose zu finden.

Ein nettes Gimmick zur Begrüßung. Darin fanden sich ein, sichtlich in Eile handschriftlich verfasster Brief von Erik, ein Stadtplan von Berlin, 2 Tickets für Pearl Jam die öffentlichen Verkehrsmittel, eine Kette - um sein Dog-Tag auch um den Hals tragen zu können - und ein Dartpfeil, gedacht für den Random-Walk.

Nachdem ich die Dose ausgeräumt und deren Inhalt in den zahllosen Taschen meiner Kleidung irgendwo verstaut hatte ging es dann wieder runter in die Lobby um sich erstmal mit den anderen Schlüsselkindern bekannt zu machen, erschlagen von der Anzahl der Namen blieb selbstverständlich keiner Hängen, außer natürlich jener von unserem allseits bekannten und beliebten Alpha-Blogger.

Erik tauchte dann nach kurzer Wartezeit mit Marie im Shuffle-Shuttle (ganz Web 2.0 mit „BETA“-Schildchen) auf, also wieder eine kurze Vorstellungsrunde: „Aloha he, ich bin der Bastian, 21 Jahre alt und meine Hobbies sind schwimmen, (Wendy) lesen und reiten.“ Na gut, das ist natürlich wild gelogen, vielmehr: „Der Bastian, von gedankenstuecke.de“

Überhaupt anfangs eines der großen Probleme, den Namen Blogs und andersrum zuzuordnen. Namensschilder wären an der Stelle toll gewesen, denn mein spontan gebasteltes und hinter das Hutband geklemmte brachte mich nicht wirklich weiter in Sachen Namen lernen.

So ein uralter Benz ist nicht wirklich groß, und 15 Leute darin unterzubringen ist da doch schon ein Ding der Unmöglichkeit, vor allem wenn es sich bei den Mitfahrern um Blogger mit schwerer (Kamera)-Ausrüstung handelt.

Drum wurden wir einfach mal flux per Los (ja, ganz random-shuffle-zufallsmässig) in 6 Gruppen eingeteilt die nacheinander ihren „Mystery-Ride antreten sollten. Mein Los zeigte dabei die 4, genauso wie das von Don und Gernot.

Die Zeit bis zu dem Ride stand allen zur freien Verfügung, allerdings sollten die Gruppen 3-6 ihre Fahrt ab dem Oststrand antreten.

Zwecks Nahrungsaufnahme wurde beschlossen doch schonmal per U-Bahn zum Oststrand zu fahren. Dank unseres kollektiven Gehirns fanden wir sogar ganz ohne Umwege die U-Bahnstation inklusive passender U-Bahn.

Das mit der passenden Bar müssten wir allerdings nochmal üben, oder der Treffpunkt sollte vielleicht etwas genauer beschrieben werden, immerhin ist der Oststrand voll mit Bars und Cafes, da hilft die Beschreibung „Bar Cafe Oststrand“ nicht unbedingt die Richtige zu nehmen, was allerdings auch nicht weiter schlimm war. (Eigentlich Schwafel ich hier auch nur so viel weil die Zugfahrt Berlin -> Münster gute 4 Stunden dauert die man ja auch rumbekommen möchte).

Wir machten es uns im „Speicher“ gemütlich auf deren Terrasse um den dortigen Kellner vollends in den Wahnsinn zu treiben. Was eventuell auch ganz gut so war, immerhin könnte er nun vielleicht zu der Einsicht kommen, dass er einfach den Beruf verfehlt hat. Gut, er war erst seit 3 Tagen da angestellt, da kann ich dafür noch Verständnis haben wenn man nicht zu allen Sachen auf der Karte detaillierte Informationen geben kann.
Aber: Wenn man seine Kollegen fragen muss ob man eine Rechnung getrennt bezahlen kann und um 3 Posten einer Rechnung zusammen zurechnen den Taschenrechner seines Mobiltelefon bemühen muss dann zweifle ich doch etwas an der Berufswahl.

Ganz leicht haben wir es ihm ja auch nicht gemacht um wenigstens ein bisschen fair zu bleiben, ich glaube 8 Leute auf einem Haufen die alle ihre Kamera zücken während man eine Rechnung zusammenrechne (bzw. es versuche) sind nicht gerade das Mittel der Wahl um zu beruhigen.

Perfekter Zeitvertreib überhaupt: Fotos schiessen, wieviel tausende Fotos insgesamt wohl geschossen wurden wird ja die Flickr-Group zeigen die sich nach und nach mit Fotos füllen sollte.

Nachdem Erik uns dann den Weg zum richtigen Strand telefonisch durchgegeben hatte starteten von da die nächsten Fahrten.
Unsere Gruppe startete erst um 19:00 als es schon anfing wirklich dunkel zu werden. Nachdem jeder Winkel des Wagens begutachtet wurde rief Marie auf dem Bord-Telefon an um uns unsere Aufgabe zu stellen: Fotografiert mindestens 5 trashig-aussehende Passanten.

Bei Eriks Fahrstil (Ja, da darf sogar ich meckern. Und ja mir ist bewusst was das heisst!) gar nicht so einfach, vor allem nicht bei den stetig schlechter werdenden Lichtverhältnissen, an Freaks mangelt es Berlin ja ganz sicher nicht. Und aus einem Fahrenden Auto Fussgänger totzublitzen ist eine Sache.

Eine andere ist es an einer roten Ampel den netten Herrn spanischer Herkunft wegzublitzen der versucht sich den einen oder anderen Euro dazuzuverdienen indem er Autoscheiben putzt.

Erfahrungswerte zeigen: Manchmal mögen die das gar nicht so gerne und werden dann leicht agressiv.
Aber auch Berliner Ampeln werden ja irgendwann grün.

Nachdem wir unsere Aufgabe, mehr schlecht als recht erfüllt hatten ging es dann zu unserem Zielpunkt, dem „White Trash“.
Aber hey, ungestylt kann man da ja nicht auflaufen, angeblich, aber dafür gab es ja wieder eine Plastik-Dose. Inhalt: Selbstklebende Schnurrbärte, Lederhals- & Armbänder und Haargel.

Live-Musik war angekündigt und sollte später auch wirklich spielen, allerdings nicht mehr für uns, als wir gingen fing die erste Band gerade erst an. In der Zwischenzeit wurden Cocktails geschlürft und nach und nach trafen auch frühere Gruppen bei uns ein, natürlich auch ganz zufällig-shuffelig.

Einige Cocktails später, als gerade die Band anfing, die mir persönlich schon zu alternativ war, oder war es nur der Soundcheck, man wusste es nicht so genau ging es dann weiter, ein kleiner Stadtrundgang, zu den Hackeschen Höfen, bei denen sich die Blogger, angeblich ja so schwer zu beeindrucken durch Technik, schon von interaktiven Schaufenstern total begeistert gaben.

An dem Dom vorbei ging es bis zur Humboldt-Universität, von da aus mit dem Taxi weiter, zum „Lass uns Freunde bleiben“ wo dann schlussendlich wieder alle Gruppen trafen um da den Abend ausklingen zu lassen. Bei so einem oder anderen Cocktail (vielleicht auch dem ein oder anderem zu viel).

Und was kann man bei dem Namen „Lass uns Freunde bleiben“ besseres machen, als sich sofort im Rudel unbeliebt zu machen. So schlimm viel fotografiert haben wir doch auch nicht, und die paar Autofokus-Stroboskop-Blitze waren ja auch nicht so schlimm...
Trotzdem soll es da ja Leute geben die sich über sowas aufregen und dann gleich wieder aggressiv werden, immer diese Berliner...

Später haben wir es dann sogar doch noch geschafft zum Hotel zu finden, in gemütlicher Kleingruppe. Irgendwie, mit irgendeiner S-Bahn, deren Fahrt der gute Henning zum ausgiebigen knipsen von Fotos nutzte, bis meine CF-Karte voll war.

Im „Lass uns Freunde bleiben“ (welcher Idiot hat sich eigentlich diesen viel zu langen und nicht lustigen Namen ausgedacht?) gab es vorher für jeden noch einen Google-Maps-Ausdruck mit dem Treffpunkt für den nächsten Tag. Ab 11 in der „kleinen Orangerie“ sollte gebruncht werden.

Die Wecker die ich mir gestellt hatte waren natürlich absolut überflüssig da ich es gestern Abend nicht mehr geschafft hatte die Vorhänge zuzuziehen wurde ich von der Sonne um 8 in der früh „wachgeküsst“. Auf meinen Kater und meine Müdigkeit hörend drehte ich mich zwar einfach um um weiterzuschlafen.
Was eigentlich auch geklappt hätte, wäre da nicht der Aufzug gewesen, der jedes Mal wenn ein angeforderter Aufzug ankam das mit einem wunderschönen Glockengeläut quittierte. Die Sau!
Und irgendwie scheinen auf meiner Etage verdammt viele Leute zum Frühstück gegangen zu sein...

Nachdem ich mich irgendwie im Bad wieder so weit frisch gemacht hatte, dass ich mich im Spiegel wenigstens ansatzweise wiedererkennen konnte direkt der nächste Schock: Keine Kippen mehr!
Runter in die Lobby zum Zigarettenautomaten und erstmal wenigstens den Nikotin-Pegel wieder auf Normalmaß heben.
Apropos Rauchen: Bloggertreffen führen im Zweifelsfall zu einem erhöhten Konsum von Tabakwaren.

Überraschend fand ich es dann doch wirklich, dass einige sich trotz der langen Nacht noch zum Frühstücksbuffet im Hotel geschleppt haben.
Und nein, nicht nur für Kaffee, sondern für Rührei mit Speck und für Würstchen.

Irgendwann hatten es doch auch alle geschafft sich aus den Betten zu schleppen und dann ging es weiter, per S-Bahn und Bus zum brunchen mit den Leuten von T-Mobile und vm-people zum heiteren Gequatsche an großer Tafel.

Danach gings wieder weiter, für mich zum Hauptbahnhof den nächsten Zug nehmen, für jene die Fliegen konnten noch auf Sightseeing-Tour.

Und jetzt?

Sitz ich hier im Zug, einem total überfüllten IC der direkt bis nach Münster fährt bei dem alle Plätze potentiell reserviert sind, die Displays zeigen nur an „ggf. reserviert“. Was natürlich sehr hilfreich ist wenn man einen freien Platz sucht und dazu führt, dass man nach jedem Zwischenstopp den Platz wechseln muss weil doch irgendwer „ggf.“ ist.

Das größte Übel: Es gibt keine richtigen Raucherabteile, was heißt 4 Stunden lang nicht rauchen, was meint ihr warum ich hier soviel Schreibe?

Ersatzbefriedigung.


Soooo, bis hierhin hat doch sowieso keiner mehr gelesen.
Aber trotzdem frag ich, wer hat denn nun wohl die Liste welche wir gestern Abend erstellt haben mit allen Blogs die dabei waren? So mal für eine komplette Liste. Das Fazit mit Kritik etc. in die Tasten zu hauen fehlt mir grad einfach ein bisschen die Lust, das kommt dann aber Morgen.

2 Trackbacks

  1. Vorne weg: Es war ein schönes Wochenende. Es war spannend, hat viel Spass gemacht und meine Bloggerkollegen waren durch die Reihe alle nett (ich hatte auch nichts anderes erwartet). Jedoch wurden unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt. hey ho, lets go S
  2. So wie ich das sehe, hat mich mein Desinteresse um das Shuffle-Shuttle meine Karriere als Alpha-Blogger gekostet, reisten doch Heerscharen von anderen gehustleten Bloggern nach Berlin um mit dem Shuffle-Shuttle ihren Mystery-Ride anzutreten. Den Ber

9 Comments

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  1. also ICH habs schon mal bis zum Ende gelesen ;-)

    Ihr legt ja ganz schön was vor mit Euren ausführlichen Berichten. Da steht man ja schon wieder unter Zugzwang. Aber der Ride 1 hat auch lustige Sachen erlebt, über die Flo, Oliver und ich (sicher) noch berichten werden ...
  2. Da bin ich ja mal gespannt, die anderen Rides sind ja auch sicherlich interessant zu lesen.

    Und ganz so lang wollt ich es eigentlich echt nich haben aber bei der vielen Zeit im Zug, was willse machen ;-)
  3. ich auch, ich auch, ich auch! :-)
  4. Sei mir nicht böse, wenn ich deinen Bericht erst morgen lese. Glaube, ich bin heute nicht mehr aufnahmefähig.
  5. Doch ich bin jetzt wirklich enttäuscht von dir, dass du erst Heute lesen willst ;-)
  6. Ich hab auch alle bisherigen Berichte bis zum Ende gelesen. Muss morgen auch nochmal nen Ergänzungseintrag schreiben. Hab da doch einiges vergessen.
  7. ... ich hab mir inzwischen auch schon die Finger wundgetippselt. Kommt aber alles erst heute Abend - mit Fotos.
  8. Beinahe schade das ich mich nicht aufraffen konnte mitzukommen nach Berlin. Klingt wie Pflichtprogramm. Vielleicht lässt sich ja mal abseits von ViralMarketing ein Bloggertreffen organisieren. Klein-Bloggersdorf-Treffen in München, z.B.
  9. Was ja unglaublich Zentral ist München ;-)

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