Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Eine kurze Leseliste

Posted by Bastian • Tuesday, June 7. 2011 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Ein kurzer Einwurf über 3 Bücher die ich vor kurzem gelesen habe:
  • An Optimist's Tour of the Future von Mark Stevenson schaut sich an mit was für Veränderungen wir in den nächsten Jahren rechnen können. Während der gemeine Techno-Pessimist davon ausgeht, dass wir alle wegen einer amoklaufenden Künstlichen Intelligenz, wegen grauen Nano-Schleims der die Welt fressen will, oder auch wegen des Klimawandels draufgehen werden, hat sich Mark Stevenson dem Thema aus einer erfreulicheren Perspektive genähert. Werden wir dank moderner Biotechnologie ewig leben, Blinde wieder (oder auch erstmalig) sehend machen und mit passenden Prothesen verlorene Gliedmassen verbessert wieder anbauen können? Werden wir Künstliche Intelligenzen erschaffen, die für uns Wissenschaft betreiben, Hypothesen aufstellen, testen und verbessern können? Und werden wir das Uncanny Valley hinter uns lassen, um endlich mehr Roboter im Alltag einzusetzen? Und was für Methoden werden wir einsetzen können, um den Klimawandel aufzuhalten, rückgängig zu machen und wie wird das unseren Alltag verändern? Wer auf solche Fragen spannende und kreative Antworten hören möchte, der wird bei Stevenson fündig. Wer noch auf die Singularität kann das Buch beruhigt lesen.
  • The Greatest Show on Earth von Richard Dawkins, fand ich hingegen einen echten Reinfall. Nicht unbedingt, weil das Buch schlecht ist, aber Dawkins nimmt sich das Thema «Wieso Evolution wahr ist» vor, weil er das, zumindest seiner Meinung nach, in all seinen anderen Büchern bislang vernachlässigt hätte. Ob dem so ist, darüber kann man streiten, aber vor allem präsentiert Dawkins hier einfach die gesamten Fakten mit vielen Beispielen. Die man nur dummerweise schon alle kennt, wenn man nur ein paar seiner anderen Bücher gelesen hat. Jene Leute können also beruhigt auf die Lektüre verzichten. Falls man das noch nicht getan hat, und einen entspannt lesbaren Einstieg in das Thema sucht, dann macht man damit nichts verkehrt. 
  • The Poisoner's Handbook von Deborah Blum ist, entgegen des Titels, keine direkte Anleitung dazu, wie man seine Frau um die Ecke bringt, um an ihre Lebensversicherung zu kommen. Stattdessen beschäftigt sich Blum mit dem New York der 1920-1930er Jahre. Eine Zeit die nicht nur als Hochzeit von Jazz und Prohibition in die Geschichte eingegangen ist, sondern auch ein Paradies für Giftmörder war. Und auch deshalb die Geburt der medizinischen Forensik begründet hat. Dank Blum kann man die Geschichte von Alexander Gettler und Charles Norris, den beiden Köpfen hinter der Forensik, verfolgen. Dazu gibt es einen Haufen Kriminalfälle, an denen die beiden gearbeitet haben, genauso wie einen Überblick darüber, welche Gifte damals populär waren, wie sie wirken und wie man sie entdecken kann. Ein schönes Stück Wissenschaftshistorie, und man muss weder Mediziner noch Chemiker sein, um Blums Buch folgen zu können.
Die Links sind wieder Amazon-Partner-Links. Ihr bezahlt nicht mehr, wenn ihr darüber bestellt. @Senficon und ich bekommen aber wieder 1-2 Bälle fürs Bällchenbad bezahlt.

Die nächsten Lesetipps

Posted by Bastian • Sunday, May 8. 2011 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Neben der Uni, dem Umzug, dem rum programmieren und der Analyse meiner Genotypisierung bin ich auch wieder ein bisschen zum lesen gekommen. Hier die Bücher die seit dem letzten Blogpost durch meine Hände gegangen sind:


  • Auf den Tipp von Philipp hin: Blood Meridian
    von Cormac McCarthy, von dem ich bislang nur The Road gelesen hatte. Ein extrem düsterer Western, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn ich mit McCarthys Stil, die Anführungszeichen konsequent nicht einzusetzen manchmal Probleme hab.

  • Weiter ging es mit dem wohl umfangreichsten Werk von Richard Dawkins: The Ancestor's Tale
    . Ganz in Art der Canterbury Tales von Chaucer wird in dem Buch eine Pilgerreise begangen. Allerdings halt nicht nach Canterbury, sondern zurück in der Zeit. Bis an den Ursprung des Lebens. Ausgehend von Homo Sapiens klettert man den Tree of Life zurück um an jeder Gabelung von diesem Ast aus neue Pilgergruppen zu treffen: Von den anderen Menschenaffen über Nagetiere, alle anderen Säuger und Fische bis zu den einzelligen Eukaryoten und zum Last Universal Common Ancestor. Dabei lernt man nicht nur, ganz nebenbei, die Anordnung der verschiedenen Gruppen im Tree of Life sondern auch viele spannende Details zu einzelnen Tiergruppen und über Evolutionsbiologie allgemein.

  • Mit der Evolutionsbiologie geht es auch weiter. Evolution von Douglas Futuyma ist eines der Lehrbücher, was man häufig empfohlen bekommt. Ich hab es nur überflogen, da mir das meiste aus meinen Vorlesungen & Co schon bekannt war, aber es ist nett und verständlich geschrieben, und wenn man gerade mit der Thematik anfängt sicher auch zu empfehlen. Ich hatte mir nur etwas mehr zu den mathematischen Modellen, die man zur Beschreibung nutzen kann gewünscht.Aber dafür gibt es ja auch andere Bücher: 

  • Ich hab es mit R.A. Fishers Genetic Theory of Natural Selection versucht. Da sind viele der grundlegenden Modelle drin, allerdings merkt man dem Buch sein Alter mittlerweile auch an. In den 1930ern, also noch einige Zeit vor der Entdeckung der DNA-Struktur, geschrieben, ist es zwar eine gute Grundlage, aber vielleicht nicht das beste Buch, um in die Thematik einzusteigen. Außerdem sind die elektronischen Versionen, die man davon bekommen kann extrem schlecht zu lesen. In den ePubs hat die Text-Erkennung beim Scannen der Formeln total versagt. Und auch der normale PDF-Scan ist nicht so der Hit. 

  • Besser ist da schon Evolutionary Genetics von John Maynard Smith. Ich bin noch nicht ganz durch, aber so weit ich das sehen kann deckt Smith die Themen von Fischer ebenfalls mit ab und hat nicht nur den Vorteil, dass das Buch um einiges aktueller ist, sondern es ist auch didaktisch aufbereitet und macht es einem einfacher, den Modellen und Formeln zu folgen. Wer sich für das Thema Evolutions & Populationsgenetik interessiert sollte vielleicht mit dem Buch einsteigen.

  • Zum Abschluss noch ein Buch, dass nicht aus der Evolutionsbiologie kommt (also nicht direkt): Reality Is Broken: Why Games Make Us Better and How They Can Change the World von Jane McGonigal. Jeder kennt das Klischee: Gamer sind vereinsamte, meist etwas dickliche Nerds, die alleine im Keller sitzen und Pixel abschiessen. Und im schlimmsten Fall danach noch Amok laufen. Der Blick von McGonigal ist ein anderer: Gamer sind hocheffiziente, kreative Problemlöser die sich extrem motiviert und freiwillig daran machen sich selbst gesteckte, unnütze Hindernisse zu überwinden. In ihrem Buch erklärt sie, wieso sie zu ihrer Einschätzung kommt und wie man diese Fähigkeiten nutzen kann, nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern auch um die Welt ein Stück besser zu machen.

Falls sich wer zum nachlesen entscheiden sollte: Viel Spaß damit. Noch ein Hinweis: Die Amazon-Links sind Amazon-Partner-Programm-Links. Wenn ihr darüber etwas bestellt, dann kostet es euch nicht mehr. Aber ihr finanziert @Senficon und mir damit 1-2 Bälle für unser Bällebad. Trotzdem habe ich, so es legale & frei verfügbare Angebote gab, auf die kostenlosen Bücher gelinkt. 

Portale fürs Wohnzimmer

Posted by Bastian • Thursday, April 21. 2011 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Fast passend zum Launch von Portal 2 haben wir es nun geschafft unsere Spiegel im Wohnzimmer aufzuhängen. Aber nicht nur irgendwelche Spiegel, sondern welche, die bei passenden Lichtverhältnissen Portale simulieren. Wie man auf dem Foto glaube ich ganz schön erkennen kann. Die Grund-Idee dafür haben wir allerdings auch nur geklaut. Die Umsetzung haben wir aber ein bisschen angepasst. Wer selbst basteln will findet hier eine kurze Anleitung.

Portal

Was ihr benötigt:
  • 2 ovale Spiegel, z.B. die Kolja-Variante von IKEA, kosten nur 15,99 € das Stück 
  • LED-Lichtschläuche, 4-5 Meter länge sind mehr als ausreichend. Gibt’s bei Amazon oder Pollin. Kostenpunkt pro Schlauch zwischen 10-20 € 
  • Ein paar Dübel, Schrauben, Nägel und Abstandshalter. Dürften maximal 10 € im Baumarkt kosten
Im Endeffekt kommt man dann auf gute 80 € an Materialkosten. Die IKEA-Spiegel haben den Vorteil, dass die Wandbefestigung bereits im Lieferumfang enthalten ist, das erleichtert das Anbringen der Spiegel doch ganz gut. Damit man jetzt aber noch die Lichtschläuche hinter den Spiegel bekommt, muss man den gesamten Spiegel ein paar Zentimeter von der Wand abheben lassen. Genau dafür kann man im Baumarkt die passenden Abstandshalter erwerben.


Abstandshalter

Die gibt es unterschiedlichen Stärken, so dass man sich die passende Breite einfach auf eine Schraube zusammenstecken kann. Den so entstanden Abstand sollte man bei der Wahl der Schraubenlänge dann mit einfliessen lassen, sonst klappt die Konstruktion natürlich nicht.

Wir haben uns für 6 cm Abstand von der Wand entschieden (das reicht bei unseren Lichtschläuchen für 2-3 Windungen hinter dem Spiegel) und 10 cm lange Schrauben verwendet. Also passende Löcher in die Wand gebohrt, den Dübel ins Bohrloch gesteckt und dann einen lustigen Spieß auf die Schraube ziehen. Zu erst kommt die Spiegelbefestigung aus dem IKEA-Lieferumfang, dann die entsprechende Anzahl an Abstandshalter für den gewünschten Abstand. Und dann ab in die Wand damit.


Anbringung Lichtschlauch

Wenn die 4 Halterungen pro Spiegel in der Wand sind, dann schnappt man sich seinen Hammer und prügelt Nägel in die Wand, auf denen man nachher den Lichtschlauch anbringen kann. Idealerweise sollten die Nägel so angebracht sein, dass sie den Lichtschlauch nah am Spiegelrand herlaufen lassen, aber nicht so weit draußen, dass man den Schlauch direkt sehen kann. Da könnt ihr am besten selbst mal experimentieren, was für euch die besten Ergebnisse liefert.

Danach kann man dann den Lichtschlauch über die Nägel vorbei führen. Achtet darauf, dass ihr das ganze Straff zieht, damit es fest hängt und hinterher nicht doch hinter dem Spiegel hervorlugt. Und wenn ihr dann so weit seid, dann ab an die Wand mit dem Spiegel. Und fertig. Falls ihr noch Fragen dazu habt: Her damit. Und in der nächsten Heimwerker-Episode kann ich euch dann hoffentlich erklären, wie man ein Bällebad ins Wohnzimmer baut.


Portal orange


Die nächste Leseliste

Posted by Bastian • Friday, February 18. 2011 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire

Seit der letzten Leseliste hab ich mich wieder durch ein paar Bücher durchgewühlt. Was seitdem durch den eBook-Reader des Vertrauens gegangen ist: 



  • Biosensors gibt es als kostenloses PDF und ist eine ganz spannende Sammlung von Essays über, nunja, halt Biosensoren. Denn es ist gar nicht so einfach chemische Komponenten nachzuweisen (Chemiker mögen mich da korrigieren, aber so weit ich an meine Chemie-Praktika zurückdenken kann ist es nicht wirklich trivial und eine Heidenarbeit in Stoffgemischen einzelne Komponenten nachzuweisen). Daher versucht man bei Biosensoren einfach von der Natur hergestellte Detektoren zu verwenden. Viele Stoffe werden von unserem Körper ja bereits durch Proteine sehr gut erkannt und verwendet. Wenn man die Proteine auf Materialen in Nano-Größe immobilisiert, dann kann man daraus ganz tolle Sensoren bauen. Ist ganz spannend zu lesen, setzt aber vermutlich ein Grundwissen in Chemie & Biologie vorraus. 

  • The Expression of the Emotions in Man and Animals von Charles Darwin, denn der Mann hat ja nicht nur entscheidend zur Entstehung der Evolutionstheorie beigetragen sondern war nebenbei auch an Botanik, Ökologie, Taubenzucht und eben auch Verhaltensbiologie interessiert. In dem Buch beschäftigt er sich mit Gesten und Mimik in Mensch und Tier und offenbart dabei nicht nur, dass er ein hervorragender Beobachter war, sondern auch wie Gesten & Mimik ebenfalls evolutionäre Wurzeln haben. Disclaimer: Man merkt dem Buch den Entstehungszeitpunkt an, man sollte also im Kontext lesen können.

  • Dann kamen auch wieder 2 Bücher von Cory Doctorow dran: For The Win ist wieder ein Roman über Jugendliche, so wie Little Brother zuvor. Diesmal geht es aber nicht um den Überwachungsstaat sondern über Ökonomie. Dabei kann der Leser nicht nur viel über die Grundlagen der Wirtschaftstheorie (und so spannende Dinge wie das Coarse-Theorem) erfahren sondern auch darüber wie das Internet die Wirtschaft verändert. Und weil es ein Roman ist wird das ganze nicht langweilig trocken präsentiert sondern es geht um jugendliche Gold-Farmer die in MMORPGs ihr Geld verdienen, ausgebeutet werden und eine globale Gewerkschaft gründen. Gibt es auch wieder kostenlos als eBook.

  • Das zweite Werk von Doctorow war die Kurzgeschichtensammlung With a Little Help. Dabei geht es unter anderem um Netzwerke die sich wie Ameisenkolonien verhalten (man Vergleiche es mit dem B.A.T.M.A.N.-Protokoll der Freifunker), die Enstehung der ersten echten künstlichen Intelligenz oder auch darum wie Google böse wird. Ebenfalls umsonst als eBook erhältlich. Aber Cory freut sich über Spenden für das Buch.

  • Access to Knowledge in the Age of Intellectual Property ist ein extrem umfangreiches Werk welches Essays zum Komplex Copyrigh, Freier Zugang zu Wissen & Co enthält. Dabei geht es nicht nur um die offensichtlichen Vorzüge und die Revolution im Bereich freies Wissen durch das Internet. Sondern auch um Probleme: In wie weit können wir überhaupt von wirklich offenem Zugang reden, wenn ein Großteil der Weltbevölkerung nach wie vor einfach gar keinen Zugang hat. Und auch die Problematik im Bereich Pharmapatente (Man denke an HIV, Malaria etc.) werden beleuchtet.

  • Gene und Stammbäume ist dann wieder mal ein biologisches Lehrbuch, von einem meiner ehemaligen Professoren mitgeschrieben und behandelt sehr eingängig das gesamte Thema der phylogenetischen Stammbaum-Rekonstruktion. Wer also Wissen möchte wie man aus Gen-Sequenzen die Abstammung der Arten (und noch einiges mehr) rekonstruieren kann, der kann hier nachlesen. In den ersten Kapiteln werden dabei auch die Grundlagen der notwendigen Biochemie recht allgemeinverständlich wiederholt. Im Mittelteil geht es dann viel um Algorithmen und Software-Tools die dafür existieren (mit guten Step-By-Step-Anleitungen, dürfte aber doch mehr was für Biologen sein). Und gegen Ende gibt es dann noch ein paar Beispiele über Wissen, was mit solchen Methoden generiert wurde. 

  • Und auf Hinweis von Philipp hin habe ich mir dann auch noch The Diary of a Resurrectionist durchgelesen. Dabei geht es darum wie die Anatomen im Grossbritannien des 19. Jahrhunderts an ihre Leichen für ihre Kurse gekommen sind. Denn mit dem steigenden Bedarf an ärztlicher Ausbildung stieg auch der Bedarf an anatomischer Ausbildung. Da es keine Gesetze zur Eröffnung von Anatomieschulen gab wurden reihenweise solcher Schulen eröffnet. Und damit stieg auch der Bedarf an Leichen für Lehrzwecke. Dummerweise gab es offiziell nur eine Quelle dafür: Die Leichen der zum Tode verurteilten. Und das waren bei weitem nicht genug um den Bedarf zu decken.

    "Glücklicherweise" war die Exhumierung von Verstorbenen zu dem Zeitpunkt aber kein Verbrechen (was mit Verschiffung in die Kolonien oder dem Tod hätte bestraft werden können) sondern nur ein Vergehen, sprich: Als Strafe gab es maximal ein Bußgeld oder einen Gastaufenthalt im Knast. Und diese Kombination führte dazu, dass alsbald sämtliche Schulen mit dem neugeschaffenen "Berufsstand" der Ressurectionists zusammengearbeitet haben. Die haben des Nachts Gräber geplündert und die Leichname an die Schulen verkauft.Das eigentliche Tagebuch macht nur den kleinsten Teil des Buchs aus, stattdessen gibt es aber eine sehr schöne Einordnung dazu wie es dazu gekommen ist, wie die Resurrectionists ihrem Job nachgegangen sind und wie man dieses Vorgehen schlussendlich abgestellt hat und wieso das Problem in anderen Ländern so nicht vorhanden war.

Und jetzt viel Spaß beim lesen. Denn wenn ich das richtig sehe, dann müsste es erfreulicherweise sämtliche hier genannten Titel kostenlos als eBook oder PDF geben.

Kurswechsel

Posted by Bastian • Wednesday, October 20. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Denkt euch hier das übliche „Es tut mir leid, dass ich so lange nicht gebloggt habe”-Zeug hin. Und nun zum spannenden Teil: Nachdem ich mich ja eigentlich für das Informatik-Studium an der TU Dortmund eingeschrieben hatte gab es kurzfristig ein Angebot, dass ich dann doch nicht ablehnen konnte. Das Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt hatte nämlich ein 3-monatiges Stipendium im Bereich Genomanalyse etc. zu vergeben. Und da ich letzte Woche für einen Journalismus-Workshop zum Thema „Synthetische Biologie” sowieso in Frankfurt war hab ich passend auch mal für das Stipendium vorgestellt. Und was soll ich sagen: Ich kann so schnell wie möglich anfangen.

Deshalb waren die letzten Tage (unter anderem) von der Wohnungssuche geprägt die ich dank Gheed nun auch erfolgreich abgeschlossen habe. Und so ziehe ich dann in der kommenden Woche erstmal um. Wobei umziehen nicht ganz richtig ist. Da das Zimmer möbliert ist muss nur wenig gepackt werden und dann geht es los: 3 Monate Frankfurt.

Mehr Meme

Posted by Bastian • Tuesday, October 12. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire

Es ist schon etwas her, aber ich will euch auch hier mal auf dem laufenden halten was meine Meme-Wissenschaften so treiben. Als ersten Schritt habe ich vor ein paar Tagen den Meme-Analyser mal aktualisiert und habe dabei von der einfachen Google Chart API auf die fortgeschrittene Google Visualisation API gewechselt. Dadurch kann (bzw. muss) man nun zwar nicht mehr selbst die Skala auf der Y-Achse wählen (was vergleichende Graphen etwas schwieriger macht).

Dafür hat man nun allerdings den Vorteil, dass man in der Javascript-Lösung das Mouse-Over als Feature zur Verfügung hat. Damit ist die X-Achse nun nicht nur grob mit Daten annotiert sondern für jeden Datenpunkt kann man selbst nachschauen an welchem Tag die Daten erzeugt wurden und wie viele Tweets in der Datenbasis vorhanden sind. Unten gibt es ein kleines Beispiel dazu eingebunden.

Die nächsten Schritte habe ich mir auch schon überlegt: Zum einen wäre es ideal wenn man mehr als ein Meme gleichzeitig im Graphen haben könnte. Dafür braucht es gar nicht so viele Änderungen an der Code-Basis und in den nächsten Tagen sollte das kommen. Zum anderen versuche ich mit der Hilfe von Marco der die Twitter-Trends sammelt eine eigene Datenbasis auf die Beine zu stellen die auch unterhalb der Tagesansicht noch aussagekräftig ist. Bis dahin aber schon mal viel Spass mit der aktuellen Version.

Von memetischen Fortpflanzungsstrategien

Posted by Bastian • Saturday, September 25. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Seit einigen Wochen sitze ich an einem Projekt was ich hier im Blog noch gar nicht weiter vorgestellt habe. Dabei wird es langsam Zeit: Unter dem Phylomemetic Tree (Vorsicht, da wird englisch geschrieben) versuche ich mich gerade daran ein bisschen zu schauen in wie weit die der Memetik zugrundeliegende Theorie haltbar ist. Die Theorie ist, dass sich Information, kulturelle Eigenheiten & Co ähnlich verhalten wie Gene und als letzte Schlussfolgerung genauso evolutionären Prozessen unterliegen.

Ich hab mir irgendwann überlegt ob Fortpflanzungsstrategien bei Memen genauso funktionieren wie sie das bei Organismen tun. Der Name „Strategie” ist dabei natürlich wieder extrem fehldeutbar. Denn er tut so als würden sich die Organismen ihre Fortpflanzungsmechanismen selbst auswählen. Dabei unterliegt auch dieser Mechanismus selbst wieder Selektion und wird so den Begebenheiten in der Umwelt angepasst. Auf jeden Fall unterscheidet man bei den Fortpflanzungsstrategien zwischen sich schnell vermehrenden r-Strategen und sich langsam ausbreitenden K-Strategen. Und ich wollte mal schauen ob Meme sich prinzipiell auch so verhalten. Das soll hier auch dazu reichen, wer mehr wissen will kann sich ja drüben den gesamten Post durchlesen.

Was ich aber rein methodisch gemacht habe, ist die Erzeugung von Graphen die Zeit gegen die Benutzung von Memen (in dem Fall von Hashtags auf Twitter) auftragen und so wiedergeben wie sich Meme in der Twitter-Population verhalten (Rein praktisch betrachtet genau das was Zeitweise mit seinem Twittersommer gemacht hat, nur mit einer zweiten Dimension). Jetzt der Tech-Talk: Dazu habe ich den Gesamt-Datenbestand der sich in einer MySQL-Datenbank befindet über ein paar simple Python-Skripte gejagt und anfangs einfach csvs exportiert die ich dann als Datengrundlage für die Graphenerzeugung per Hand benutzt habe. So weit so gut. Allerdings wäre es natürlich schöner wenn man sich das ganze Gefrickel per Hand sparen könnte und auch andere Leute Zugriff auf die Daten bekommen.

Deshalb hab ich mich in den letzten Tagen mal ein wenig mit dem wirklich einfachen Python-Web-Framework Bottle und den Google Chart Tools auseinandergesetzt und dabei eine kleine Applikation (~ 100 Zeilen Code) zusammengestrickt die genau das tut und sich mittlerweile online befindet. Relativ simpel hab ich meine bereits bestehenden Skripte dabei mit Bottle umschlossen und den Export umgestellt. Und die gesamte Graphenerzeugung wird von den Google Chart Tools erledigt die sich sehr bequem als Image-Tag einbauen lassen. Der einzige Flaschenhals ist die Abfrage der SQL-Datenbank. Leider lässt sich das nicht wirklich umgehen da ich nicht genug RAM auf meinem Server habe um die 1,2 GB Datenbank einfach in Python gespeichert zu halten. Und falls wer noch Bugs findet: Bitte melden. 

Verteidigt!

Posted by Bastian • Tuesday, August 24. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Heute war es dann so weit, ich hab die Verteidigung meiner Bachelorarbeit gehalten. Wer noch mal nachlesen möchte um was es bei der Arbeit ging wird bei der Bierologie fündig wo ich versucht habe es halbwegs Laien-verständlich zu erklären. In 20 Minuten heute habe ich dann noch mal den Leuten der Arbeitsgruppe erklärt was genau ich in den letzten Monaten so im Büro getrieben habe (also wenn ich nicht gerade Blogpostings geschrieben oder YouTube-Videos geschaut habe).

Hier gibt es nun für euch auch die Slides. Leider hat es beim Export von Keynote zu Slideshare nicht nur die Animationen der Folien zerschossen sondern auch ab und an die Phasen der Animation übereinander gedruckt. Trotzdem sollte klar werden, was der Inhalt ist. Falls es Bedarf an der Original-Keynote-Datei gibt meldet euch in den Kommentaren. Und nein, Ergebnisse gibt es noch keine.

Abgabe

Posted by Bastian • Tuesday, August 10. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
In den letzten Tagen war es hier so ruhig, weil der Kampf gegen die Bachelor-Arbeit in die letzte Runde ging. Nachdem mehr oder weniger in der letzten Sekunde doch noch die Ergebnisse von den Servern ausgespuckt wurden habe ich ein paar Nachtschichten eingelegt um das ganze noch irgendwie schnell in Textform und ein paar Abbildungen zu giessen. Aber was soll ich euch mit Details langweilen, das kommt lieber später nett erklärt in die Bierologie.

Ein paar Kennzahlen: 6000 Zeilen Ruby-Code geschrieben, 300 Zeilen Shell-Scripte geschrieben, 13 Gigabyte an Ergebnisdaten produziert, 6634 Wörter in der Abschlussarbeit geschrieben, ungezählte Liter Kaffee und Club-Mate verkonsumiert. Und dann heute morgen? Einfach abgegeben. Einen Tag vor der ultimativen Deadline. Gedruckt, gebunden, den obligatorischen «Ich habe nicht geklaut»-Disclaimer unterzeichnet, im Prüfungsamt in zweifacher Ausführung abgegeben.

In zwei Wochen ist dann die abschliessende Präsentation der Arbeit und dann war es das. Bis dahin schon mal der Dank an alle: An alle die korrekturgelesen haben. An alle die mich mit Tweets, Blogposts, Bildern und Videos bei Laune gehalten haben. An alle die fachliche Ratschläge gegeben haben. Und natürlich an diejenigen die mich trotz Schlafmangel irgendwie ertragen haben. Und an jene die ich hier vergessen habe aufzuzählen. Jetzt wird erst einmal Schlaf nachgeholt.

Mal wieder ein Tapetenwechsel

Posted by Bastian • Saturday, July 24. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Für mich war es mal wieder Zeit am Design des Blogs hier rumzuspielen. Ich habe ja relativ kommentarlos von dem orangenen Design wieder zurück zum alten, schlichten Layout gewechselt. Allerdings war das für mich nur eine Notlösung mit der ich auch nicht so richtig zufrieden war.

Heute habe ich mal in den verschiedenen Themes, die es für Serendipity so gibt, gestöbert und bin bei diesem Magazin-ähnlichen Theme hängen geblieben. Was diese Art von Themes angeht ist es auch konkurrenzlos so weit ich das sehen konnte. Nach ein bisschen rumgespiele am Nachmittag und einigen positiven Reaktionen zum Layout habe ich mich entschieden auch vorerst dabei zu bleiben.

Der Vorteil von dem Aufbau ist, dass die Startseite nun etwas strukturierter ist. Oben in der Menü-Leiste findet ihr einige der Hauptkategorien des Blogs. Dann auf der Startseite in groß den aktuellsten Artikel. Darunter wird die Kategorie „I Love My Computer” (Technik aller Art, benannt nach dem Song von Bad Religion) mit den letzten 3 Posts gelistet.

Rechts daneben findet sich jeweils der letzte Artikel aus „The Pirate's Gospel” (Politik im weiteren Sinne, benannt nach dem Song von Alela Diane), „With A Wonder And A Wild Desire“ (Positive Änderungen aus meinem Leben und allgemein, benannt nach dem Song von Flogging Molly) und „Dirty Little Religion“ (Religionskritik, benannt nach dem Song von Warren Zevon).

Außerdem habe ich die horizontale Menüleiste (vorher links, nun rechts) verschlankt und etwas aufgehübscht. Einen Nachteil hat das neue Design allerdings: Es ist nicht mehr ganz so einfach die Kommentare & Co zu finden, aber das ist glaube ich verschmerzbar. Außerdem liegt so keine streng chronologische Reihung mehr vor. Wer sich das zurückwünscht dem kann Abhilfe geschafft werden: In der Kategorie „Aktuelles“ wird weiterhin einfach nach Erscheinungsdatum gelistet.

Und nun hoffentlich viel Spaß mit dem neuen Design.

Aus der Uni: Ein Zwischenstand

Posted by Bastian • Wednesday, July 7. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Nachdem ich mich so langsam wieder in Münster akklimatisiert und sowohl von Lindau als auch vom Christopher Street Day in Köln erholt habe geht es nun weiter in die heisse Phase des Studiums. Denn so richtig viel Zeit bleibt nicht mehr. Am 11. August muss meine Thesis fertig und eingereicht sein und am 24. August geht es dann an die Verteidigung der Arbeit.

Momentan sieht es so aus als könnte ich den Zeitplan sogar einhalten. Die größte Programmierarbeit ist bereits erledigt und sämtliche Analysen können jetzt durchgeführt werden. Auf einen Testdatensatz der durch das ganze Gefrickel gejagt wird warte ich noch. Woran es bislang noch etwas hapert ist eine hübsche Ausgabe der Ergebnisse die von der Pipeline erzeugt werden, aber auch das dürfte kein größeres Problem darstellen. Zumindest hoffe ich das, denn man kennt das ja: Die Dinge die so simpel erscheinen dauern nachher am längsten.

Oh, und die ersten 10 Seiten Text für die Thesis sind auch schon in TeX-Form gebracht worden. Was noch kommt: Mehr Text und natürlich ein paar Abbildungen. Und nun geht es weiter ans schreiben.

Zurück in die Vergangenheit

Posted by Bastian • Saturday, June 26. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire


Gefunden auf der Webseite der Lokalzeitung: Das ist das Dorf (das sich Stadt nennen darf) in dem ich aufgewachsen bin. Zumindest sah es im Jahr 1981 dort so aus. Und da war es noch um einiges hübscher als heute. Was wohl daran liegt, dass man sämtliche alten Gebäude Mitte der 80er abgerissen hat um sie mit 0815-Bauwerken zu ersetzen. Es gibt noch vier weitere Teile.

Eine Parabel

Posted by Bastian • Monday, June 14. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire


Das WNYC-Radiolab ist ein ganz großartiger Podcast den ich euch nur empfehlen kann. Ich glaube es war Andre der mir vor schon recht langer Zeit empfohlen hatte dort mal reinzuhören. Hab ich gemacht und ich war begeistert. Und das Video zeigt auch einen schönen Grund dafür: Kein anderer Podcast schafft es immer wieder so eindrucksvoll mir die ganze Schönheit von Wissenschaft vor Augen zu führen. Und das mit so viel Liebe zum Detail produzierten Sendungen.

Kaum ein anderer Podcast erzählt in seiner Stunde Laufzeit auf so eingängliche Art und Weise Geschichten. Und kein anderer Podcast schafft es solch eindringliche Emotionen über Klang zu vermitteln, mich auf Zugfahren laut lachen zu lassen. Oder mich auch in Tränen ausbrechen zu lassen. Danke dafür.

2009

Posted by Bastian • Monday, December 21. 2009 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Ein bisschen weiterstudiert und ganze 2 Module bestanden. 10 Kilo zugenommen. Zum ersten mal in einer Partei engagiert. Viel zu wenig gebloggt. Viel zu viel getwittert. Viel zu wenig musiziert. Jede Menge spannende Dinge gelesen. Jede Menge unnütze Dinge gelesen. Jede Menge spannende Dinge gelernt: Drei Wahlkämpfe mitgemacht. Ein bisschen gelernt wie Politik funktioniert. Ein bisschen gelernt wie Parteiarbeit funktioniert. Ein bisschen Pressearbeit gelernt. Gelernt soziale Kompetenz vorzutäuschen.

Ein bisschen durch die Republik gereist. Jede Menge durch Nordrhein-Westfalen gereist. Die verrücktesten Bahnhöfe gesehen und sich daran gewöhnt aus einem Rucksack zu leben.

Gut 1 Gigabyte an eMails gelesen. Ungezählte Zeilen an Text verfasst - und dann nie veröffentlicht. Zu wenig gefeiert. Fast nie betrunken. Zu viel geraucht. Gemerkt das mein Körper Kaffee nicht mehr in angemessenen Mengen verarbeiten will. Tee schätzen gelernt. Zu wenig geschlafen. 10 Kilo abgenommen.

Viel zu wenig Zeit für meine Freunde gehabt. Gefühlte Tausende von wundervollen Menschen neu kennen und schätzen gelernt. Viel gelacht, viel diskutiert, viel gestritten, manchmal tierisch aufgeregt, manchmal geweint.

Immer noch nicht gelernt was wichtig ist.

Ich weiss, eigentlich ist es noch zu früh für einen Jahresrückblick. Aber ich hab gerade Ferien und das Piratenwiki streikt immer noch weitgehend.

Ein Geburtstagskind

Posted by Bastian • Saturday, July 18. 2009 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Charly

Heute feiert Charly seinen ersten Geburtstag. Gute 10 Monate von seinem jungen Leben haben wir zusammen verbracht. Und es gab so viel zu entdecken für ihn: Den ersten Herbst mit diesen lustigen bunten Blättern im Wind - Die sich prima jagen lassen. Den ersten Winter mit dem ersten Schnee - Der sich prima jagen lässt. Den ersten Frühling mit den spannenden Pusteblumen die einem seltsame Sachen in die Nase pusten wenn man sie anschnaubt - Und auch die lassen sich toll jagen.

Dazu all diese interessanten Tiere die man so kennenlernt: Vögel, Rehe, Dromedare, Frösche, Katzen und ihre Krallen, Igel, Mäuse und Co.


Charly

Alles Gute zum Geburtstag Charly!