Eine kurze Leseliste
Posted by Bastian • Tuesday, June 7. 2011 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Ein kurzer Einwurf über 3 Bücher die ich vor kurzem gelesen habe:
- An Optimist's Tour of the Future von Mark Stevenson schaut sich an mit was für Veränderungen wir in den nächsten Jahren rechnen können. Während der gemeine Techno-Pessimist davon ausgeht, dass wir alle wegen einer amoklaufenden Künstlichen Intelligenz, wegen grauen Nano-Schleims der die Welt fressen will, oder auch wegen des Klimawandels draufgehen werden, hat sich Mark Stevenson dem Thema aus einer erfreulicheren Perspektive genähert. Werden wir dank moderner Biotechnologie ewig leben, Blinde wieder (oder auch erstmalig) sehend machen und mit passenden Prothesen verlorene Gliedmassen verbessert wieder anbauen können? Werden wir Künstliche Intelligenzen erschaffen, die für uns Wissenschaft betreiben, Hypothesen aufstellen, testen und verbessern können? Und werden wir das Uncanny Valley hinter uns lassen, um endlich mehr Roboter im Alltag einzusetzen? Und was für Methoden werden wir einsetzen können, um den Klimawandel aufzuhalten, rückgängig zu machen und wie wird das unseren Alltag verändern? Wer auf solche Fragen spannende und kreative Antworten hören möchte, der wird bei Stevenson fündig. Wer noch auf die Singularität kann das Buch beruhigt lesen.
- The Greatest Show on Earth von Richard Dawkins, fand ich hingegen einen echten Reinfall. Nicht unbedingt, weil das Buch schlecht ist, aber Dawkins nimmt sich das Thema «Wieso Evolution wahr ist» vor, weil er das, zumindest seiner Meinung nach, in all seinen anderen Büchern bislang vernachlässigt hätte. Ob dem so ist, darüber kann man streiten, aber vor allem präsentiert Dawkins hier einfach die gesamten Fakten mit vielen Beispielen. Die man nur dummerweise schon alle kennt, wenn man nur ein paar seiner anderen Bücher gelesen hat. Jene Leute können also beruhigt auf die Lektüre verzichten. Falls man das noch nicht getan hat, und einen entspannt lesbaren Einstieg in das Thema sucht, dann macht man damit nichts verkehrt.
- The Poisoner's Handbook von Deborah Blum ist, entgegen des Titels, keine direkte Anleitung dazu, wie man seine Frau um die Ecke bringt, um an ihre Lebensversicherung zu kommen. Stattdessen beschäftigt sich Blum mit dem New York der 1920-1930er Jahre. Eine Zeit die nicht nur als Hochzeit von Jazz und Prohibition in die Geschichte eingegangen ist, sondern auch ein Paradies für Giftmörder war. Und auch deshalb die Geburt der medizinischen Forensik begründet hat. Dank Blum kann man die Geschichte von Alexander Gettler und Charles Norris, den beiden Köpfen hinter der Forensik, verfolgen. Dazu gibt es einen Haufen Kriminalfälle, an denen die beiden gearbeitet haben, genauso wie einen Überblick darüber, welche Gifte damals populär waren, wie sie wirken und wie man sie entdecken kann. Ein schönes Stück Wissenschaftshistorie, und man muss weder Mediziner noch Chemiker sein, um Blums Buch folgen zu können.







