Kuriositäten der Erde - Heute der giftigste Ort der Welt
Posted by Dominik • Sunday, August 10. 2008 • Category: Aktuell: , the sun never shinesDarf man etwas lästern? Na klar! Wo denkt man liegt der am meisten verseuchteste oder giftigste oder auch tödlichste Fleckchen Erdboden? Natürlich, in Russland. Genauer: in der Region Tscheljabinsk oder auch noch genauer der Karatschai-See. Die Geschichte des Sees ist eng mit der kommunistischen Vergangenheit und des unübersehbaren Ehrgeizes der damaligen Zeit verbunden.
Traurig aber wahr. Schon 1949 bis 1951 wurde der See als atomare Müllhalde der Atomanlage Majak benutzt. Erst als Krebsfälle, hohe Krankheitsanfälligkeiten und frühe Sterberaten unter der Bevölkerung auftrat (zu dumm über 100.000 Menschen tranken das hochverseuchte Abwasser) wurde der Müll nicht mehr einfach so in das Flusssystem der Tetscha eingeleitet. Nein! Da wurde er einfach in den Karatschai-See gekippt. Erst oder sollte man sagen schon 1953 fing man jedoch an den Müll in Tanks zu lagern und es wurde immer weniger Müll einfach so in den See eingeleitet. Leider versagte die Kühlung dieser Türme und auf Grund von Verkettungen dummer Zufälle explodierten die Tanks. Naja, kommt ja mal vor. Da man von anderen ziemlich gehänselt wird, wenn man international zugeben muss, mit Technik nicht umgehen zu können, tja da kehrt man die Wahrheit lieber heimlich unter den Teppich. Zu dumm, dass das kommunistische System zusammenfiel und damit die Aktenlage 37 Jahre später geöffnet wurde.
Beim gesamten Unglück mussten 10.000 Menschen umgesiedelt werden. Also wir reden jetzt nur von der Explosion. Das alleine hat schon 1000 Quadratkilometer verseucht. Ein Glück das Russland so dünn besiedelt ist und man schnell mal das Nordlicht als Entschuldigung heranzog, war ja auch hell so eine ungeplante Explosion. Ach ja, Tschernobil war noch nicht mal soo schlimm, im Vergleich. Die Geigerzähler der anderen Länder sind entweder nicht angeschlagen, weil sie schlichtweg noch nicht installiert waren, oder vielleicht waren auch die Bombentest der Amerikaner an so einem komischen Dauerknistern Schuld, so dass man das nicht mehr mitbekam.
Zurück zu unserem Unglücks-See. Dieser begann auszutrocknen, vielleicht weil der Müll noch so warm war? Egal, das Problem was sich ergab: Stäube mit Strontium und Uran und Cäsium usw. You name it, sich aufgewirbelt auf dem Weg machten die Gegend zu erkunden. Da fand man aber schnell eine super Lösung. Kippe den See mit Beton zu und Ruhe ist. Komisch Beton scheint immer die Lösung zu sein, wenn man etwas versenken möchte.
Naja das ganz in der Nähe liegende Kernkraftwerk Süd-Ural hat man dann doch lieber nie benutzt. Aber dabei wäre es doch so einfach gewesen aus dem Schlamm vor der Tür Brennstäbe zu formen. Egal, der Beton hat es unmöglich gemacht. Jetzt hat man aber ein weiteres Problem. Das Grundwasser schert sich einen Dreck um Beton und transportiert, anzunehmender Weise, radioaktive Partikel in Flüsse der Umgebung, die wiederum in das Arktische Meer fließen. Mehr braucht man dazu wohl nicht sagen.
Oh, doch! Sollte ein Reisebüro euch doch mal wider besseren Wissens ein Sonderangebot in der Datscha um die Ecke machen, bleibt nicht länger als 30 Minuten. Da eine Stunde den sicheren Tod an diesem See bringt. Es entspricht so ungefähr 6 Gray.
Oh letztes Jahr ist in der tollen Anlage von Majak noch so ein kleiner Unfall passiert. Nichts Schlimmes, hat man ja auch nichts von gehört in der Presse. Da ist nur etwas aus einem Tank 1,5 Kilometer die Straße heruntergelaufen. Aber das wurde sofort wieder aufgewischt und der Boden wurde auch schon weggebracht, wohin frage ich mich, nach Sibirien zum Schämen?
Ich weiss dieser Artikel strotzt nur so vor Sarkasmus. Aber kann man anders, wenn man solche Dinge liest? Da hilft Kopfschütteln auch nicht und ach wie gut dass hier das nicht passiert... Wer Atomkraftwerke und Atommüll produziert der sollte wissen, wie er damit umzugehen hat. Und fühlt ihr euch alle sicher? Denkt doch mal an Asse...




