Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

God Hates $Thing

Posted by Bastian • Thursday, July 29. 2010 • Category: Dirty Little Religion
Fred Phelps und seine Westboro Baptist Church sind ganz ausgesprochen schräge und verrückte Vögel, denn diese unabhängige Baptisten-Kirche gehört zu der Gruppe radikaler Christen die den Kontakt zur Welt völlig verloren haben. Wer daran zweifelt sollte sich nur mal anschauen unter welcher Domain man die Kirche im Internet findet: God Hates Fags. Aber keine Angst, die Anhänger der Kirche sind nicht nur homophob sondern auch Antisemiten und sind gegen den Katholizismus, gegen die amerikanische Flagge und, haltet euch fest, auch gegen Schweden und Irland (sagt zumindest die Wikipedia mit ein paar Belegen). Also der komplette Rundumschlag gegen alle die nicht schnell genug missioniert worden sind...

Letzte Woche fand in San Diego die Comic-Con, die weltgrößte Comicmesse, statt. Dazu trifft man vor Ort auch auf die üblichen, verkleideten Comic-Fans die in die Rolle ihrer Comic-Charaktere schlüpfen. Sehr schön anzusehen. Ebenfalls vor Ort: Ein paar einsame Anhänger der Westboro Baptist Church um gegen die, aus der Hölle geschickten, Comic-Fans zu protestieren. Aber die Comicer waren nicht nur in der Überzahl sondern auch um einiges kreativer was ihre Protestschilder angeht, mein Favorit: “All Glory To The Hypnotoad”. Das Video unten zeigt einen kurzen Bericht dazu. Und bei Comics Alliance findet man noch viel mehr Fotos.

DMCA-Befreiungen - Wo Licht ist...

Posted by Bastian • Wednesday, July 28. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Nachdem die von der EFF beantragten und auch Copyright Office bewilligten Befreiungen vom DMCA durchgekommen sind und entsprechend gefeiert wurden hat Techdirt gestern auf jene Anträge hingewiesen die abgelehnt wurden. Hier einige der abgelehnten Anträge:
Subscription based services that offer DRMprotected streaming video where the provider has only made available players for a limited number of platforms, effectively creating an access control that requires a specific operating system version and/or set of hardware to view purchased material; and Motion pictures protected by antiaccess measures, such that access to the motion picture content requires use of a certain platform.
Dieser Antrag bezieht sich sowohl auf DVDs die mit einem Ländercode versehen sind und deshalb in DVD-Playern nicht abspielbar sind als auch auf Streamingservices wie Netflix die bestimmte Plattformen wie Linux ausschliessen. Das Umgehen dieser Schutzmaßnahmen ist leider weiterhin illegal...
Lawfully purchased sound recordings, audiovisual works, and software programs distributed commercially in digital format by online music and media stores and protected by technological measures that depend on the continued availability of authenticating servers, when such authenticating servers cease functioning because the store fails or for other reasons; and Lawfully purchased sound recordings, audiovisual works, and software programs distributed commercially in digital format by online music and media stores and protected by technological measures that depend on the continued availability of authenticating servers, prior to the failure of the servers for technologists and researchers studying and documenting how the authenticating servers that effectuate the technological measures function.
Dies bezieht sich auf jene DRM-Maßnahmen die regelmässig zu Servern Kontakt herstellen müssen um weiterhin Zugriff auf Inhalte zu gewähren. Spieler werden das Problem vielleicht von den Ubisoft-DRM-Servern kennen. Wenn diese nicht erreichbar sind kann man auch nicht spielen. Was für kurze Zeiträume nur nervig ist wird dann zu einem Problem wenn Firmen auf einmal Pleite sind. Oder die Server abschalten weil die Wirtschaftlichkeit für sie nicht mehr gegeben ist.

Solche Fälle gab es bereits und es wäre begrüßenswert gewesen wenn das Umgehen von DRM für diesen Zweck legal wäre. Leider hat man sich dagegen entschieden. Die Begründung dafür ist, dass die Firmen die so Verfahren haben ihren ehemaligen Kunden angeboten haben das Geld zurückzuzahlen. Immerhin gelten aber die gleichen Rechte für alle:
Software and information recorded, produced, stored, manipulated or delivered by the software, that a forensic investigator seeks to copy, activate, or reverse engineer in order to obtain evidence in a court proceeding.
Auch Ermittler keine Sonderrechte beim Umgehen von DRM. Nach der Freude über die Ausnahmen der EFF zeigen diese Beispiele aber recht eindeutig wieso das System des DMCA völlig unpraktikabel und vor allem eins ist: Willkürlich. 

Tickets zum #om10 sind verfügbar

Posted by Bastian • Wednesday, July 28. 2010 • Category: Aktuell: , i left my home
Bevor ich es vergesse: Mittlerweile kann man die Tickets zur openmind #om10 bestellen. Bis zum 09.08. gibt es das Komplettpaket mit 2 Übernachtungen (Freitag & Samstag) in der Jugendherberge in Kassel sowie Vollverpflegung in der selbigen für 70 €. Danach werden die Tickets 85 € kosten. Wer keine Übernachtungsmöglichkeit braucht kann sich für 30 € ein Ticket ohne Übernachtungsmöglichkeit shoppen. Auch in dem ist die Vollverpflegung vor Ort enthalten.

Insgesamt gibt es maximal 120 Plätze, davon 90 mit Jugendherbergs-Übernachtung. Ein guter Teil der Tickets ist schon weg, wer also sicher gehen will noch einen Platz zu kriegen sollte sich vielleicht beeilen. Falls ihr selbst etwas präsentieren wollt: Bis zum 23. August habt ihr noch die Chance Beiträge einzureichen.

Wieso wir uns vor ACTA fürchten sollten

Posted by Bastian • Tuesday, July 27. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Mittlerweile gibt es auch die ersten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu ACTA. Axel Metzger ist Rechtswissenschaftler und Spezialist für Urheberrechte, freie Software und Open Access. In der aktuellen Ausgabe des Journal of Intellectual Property, Information Technology and E-Commerce Law hat er einen Aufsatz namens “A Primer on ACTA - What Europeans Should Fear about the Anti-Counterfeiting Trade Agreementveröffentlicht in dem er sich mit dem Vertragswerk beschäftigt. Das Paper ist auch als freier PDF-Download verfügbar.

Dabei geht Metzger auch auf die Hintergründe der Verhandlungen ein. Denn ACTA wird weder unter Federführung der Welthandelsorganisation (WTO) noch unter Aufsicht der World Intellectual Property Organization (WIPO) verhandelt sondern wird davon unabhängig von den Beteiligen verhandelt. Hauptverantwortlich sind dabei die USA und die EU. Also jene Länder in denen die Lobby der Rechte-Verwerter seit Jahren auf verstärkte Massnahmen zum Schutz von “geistigem Eigentum” pochen. Innerhalb der WTO und der WIPO liessen sich solche Maßnahmen nicht umsetzen. Weil neben NGOs dort auch Entwicklungsländer beteiligt waren.

Und Länder die selbst keine starke “Kreativ”-Wirtschaft haben, haben naturgemäß auch wenig Interesse an einer verstärkten Durchsetzung von Verwertungs- und Nutzungsrechten. Denn diesen Ländern geht es darum denn Anschluss an die sogenannte entwickelte Welt zu schaffen. Also den Zugang zu Wissen, Technologien etc. zu bekommen. Und da sind weitere Einschränkungen im Copyright sehr sehr kontraproduktiv.

Und das ist auch schon ein Problem an ACTA: Anstatt die Interessen die es weltweit zu dem Thema gibt zu berücksichtigen werden gerade jene Länder die Unterstützung bitter nötig hätten ausgeschlossen. Stattdessen einigen sich dort Industrienationen im großen Stil auf ein gemeinsames Vorgehen und erschweren es so später anderen Ländern ihre Interessen in Einzelverhandlungen durchzusetzen. Glückwunsch an die ACTA-Parteien zu so einem perfiden Vorgehen.

Dabei fusst ACTA auf dem TRIPS-Abkommen (Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights) was in den 90er Jahren verhandelt wurde und neben dem Urheberrecht ähnlich wie ACTA auch das Patentrecht behandelt. Dabei werden Kriterien festgelegt wie jene, dass das Urheberrecht auch mindestens noch 50 Jahre nach dem Tod des Künstlers weiter gültig zu sein hat. Das Ziel von ACTA ist es dabei auch nationale Rechte international zu vereinheitlichen.

Dabei sind es gar nicht die Three Strikes-Regeln die Metzger an ACTA besonders kritisiert, diese werden wohl nicht vorgeschrieben werden (aber auch nicht verboten). Vor allem ist es die Haftung von Personen die selbst nur Zwischenhändler sind und selbst keine Verstöße begehen, die von Metzger kritisiert werden und auch für uns Grund zur Sorge sein sollten.

Seien das ISPs die Privatpersonen das Internet stellen welche dann vielleicht gegen Urheberrechte verstoßen. Oder seien das Besitzer von Blogs, bei denen in den Kommentaren von Dritten Rechte verletzt werden. Nach ACTA sollen sowohl der ISP als auch der Blogbetreiber dafür mit haftbar gemacht werden. Ebenfalls sehr bedenklich: Die Einführung von ex parte-Maßnahmen welche auf eine Anhörung der betroffenen Personen verzichten. Und damit auch die Chance zur Verteidigung nehmen, beziehungsweise erst dann ermöglichen wenn Konsequenzen schon zum tragen kommen.

Insgesamt kritisiert Metzger die Bestrebungen Gesetze weiter zugunsten der Inhaber von Markenzeichen, Patenten und Urheberrechten zu verschieben während die Interessen von Entwicklungsländern, aber auch Nutzern, völlig außer acht gelassen werden. Es lohnt sich also weiter gegen ACTA vorzugehen und das Paper zu lesen. Nicht nur um unserer Rechte willen. Sondern auch um Entwicklungsländern nicht sämtliche Chancen auf Anschluss zu nehmen. 

Neue DMCA-Befreiungen stärken Fair Use

Posted by Bastian • Monday, July 26. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat heute bekannt gegeben, dass die von ihnen beantragten Befreiungen vom Digital Millennium Copyright Act (DMCA) vom Copyright Office angenommen wurden. Und das ist ein guter und wichtiger Schritt um die Auswirkungen des DMCA, der die Fair Use-Fälle beschneidet, etwas einzudämmen.

Der DMCA wurde 1998 vom Senat der USA verabschiedet und ermöglicht Copyright-Inhabern weitreichende Eingriffe in die Veröffentlichung und Verbreitung von Informationen. Bekanntes Beispiel dafür ist das Vorgehen von Scientology. Kritik gegenüber ihrer Firma begegnen sie gerne damit, dass sie sich auf den DMCA berufen. Um empfindlichen Strafen wegen Nichtbefolgung des DMCA zu entgehen werden entsprechende Inhalte von Hostern gelöscht. So hat Google bereits Scientology-kritische Seiten von ihrem Index genommen. Nachdem Scientology sich eben auf den DMCA berufen hat...

Und ein anderes, bekanntes Beispiel dafür ist Constantin Film. Die Firma die sich für “Den Untergang” verantwortlich zeigt und sämtliche Parodien von YouTube entfernen lies. Und das obwohl diese nach langläufiger Meinung unter Fair Use fallen. Darüber hinaus kriminalisiert der DMCA auch das Umgehen von Kopierschutzmaßnahmen wie Digital Rights Management, selbst wenn dabei kein Copyright verletzt wird.

Allerdings ist in den DMCA auch eine Möglichkeit eingebaut worden die Folgen des Gesetzes abzuschwächen. Alle 3 Jahre gibt es die Möglichkeit bestimmte Bereiche vom DMCA auszunehmen. Das ist keine dauerhafte Lösung, kann aber zumindest als temporärer Sieg angesehen werden. Hier die drei Ausnahmen die von der EFF beantragt und bewilligt wurden und damit zumindest für die nächsten 3 Jahre wieder Fair Use sind:
  • Das Jailbreaken von Telefonen ist nun erlaubt, ich zitiere mal aus der Begründung des Copyright Office: "When one jailbreaks a smartphone in order to make the operating system on that phone interoperable with an independently created application that has not been approved by the maker of the smartphone or the maker of its operating system, the modifications that are made purely for the purpose of such interoperability are fair uses." Es ist also erlaubt einen solchen Schutz zu umgehen wenn er dazu dient Software zu installieren die nicht vom Hersteller des Geräts zugelassen wurde.
  • Das Erstellen von Video-Remixes zu nicht-kommerziellen Zwecken: Damit hat Constantin Film nun eindeutig verloren. Es ist erlaubt Ausschnitte von DVDs zu rippen um sie selbst neu zu verarbeiten und nicht-kommerziell zu nutzen.
  • Das Unlocken von Telefonen um SIM-Karten anderer Betreiber nutzen zu können: Die Regel greift zwar nur für gebrauchte Telefone, aber auch das ist ein guter Anfang. Damit kann man SIM- & Netlocks nun legal umgehen. Das ermöglicht es solche Mobiltelefone in den Gebrauchthandel zu bringen und vor allem die Dinger nicht nutzlos wegwerfen zu müssen. Und natürlich gibt das auch dem Benutzer wieder mehr Rechte über sein Eigentum.
Meine Gratulation an die EFF zu diesen Erfolgen!

Links in altmodisch dank Mendeley

Posted by Bastian • Monday, July 26. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer
Ich schreibe ja gerade fleissig an meiner Bachelor-Arbeit. Nachdem das ganze Programmieren in Ruby, Perl und Python und das Verpacken in eine hübsche Rails-Applikation erledigt ist darf ich das Endprodukt nun in eine hübsche, kleine Veröffentlichung packen die zwischen 20 und 60 Seiten umfassen soll. Und anstatt das fies mit Word oder Pages zu fummeln schreibe ich in LyX was es erlaubt die Ausgabe des gesetzten Textes durch LaTeX zu schiessen.

Damit kann man dann nicht nur Tabellen und Grafiken sondern auch Formeln recht bequem setzen und am Ende PDFs erzeugen in denen man auch auf einzelne Absätze und Abschnitte verlinken kann und so in dem erzeugten PDF ein bisschen die Internet-Stimmung bekommt. Und was für wissenschaftliche Texte natürlich noch wichtiger ist: Man kann ordentliche Zitate, also offline-Links, setzen dank des BibTeX-Support.  

Und hier muss ich noch einmal Mendeley loben. Nicht nur weil es das Verwalten von Papern auf dem eigenen Rechner zur wahren Freude macht, man mit seinen Freunden Paper teilen und empfehlen kann und die eigene Bibliothek nun auch per iPhone-app zur Verfügung stellt. Sondern auch weil der BibTeX-Support so viel Zeit spart. Denn auf Wunsch wird die gesamte Mendeley-Bibliothek auch als BibTeX-Datei exportiert und automatisch auf dem neusten Stand gehalten. Und das erleichtert meinen Workflow ziemlich.

Anstatt den ganzen Krams per Hand zu pflegen habe ich nun einen Ordner der von Mendeley überwacht wird. In den werden Paper einfach abgelegt und Mendeley erkennt diese automatisch als Neu. So möglich werden sämtliche Meta-Daten aus dem PDF extrahiert und in die Bibliothek übernommen. Wenn das nicht klappt lassen sich die Daten einfach per Google Scholar suchen und automatisch eintragen. All diese Daten werden gleichzeitig aus Mendeley in das BibTeX-File exportiert und stehen so direkt für die Weiterverwendung in LaTeX bzw. in meinem Fall LyX zur Verfügung.

Da macht das pflegen der Literatur-Liste glatt Spaß und ist dazu noch effizient. Die Desktop-Anwendung von Mendeley ist übrigens für Windows, Mac OS X und Linux verfügbar. Aber genug Lobhudelei, ich muss weiter schreiben. 

Open Access: Eine Zeitreise

Posted by Bastian • Monday, July 26. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Laut Roland Reuß stagniert Open Access ja, weil diese fiese Kostenlos-Kultur sowieso böse ist und arme, wissenschaftliche Autoren um Lohn und Brot bringt. Ist natürlich Unsinn und mit den letzten Äußerungen des Herrn habe ich mich ja hier im Blog auch auseinandergesetzt. Aber gestern bei Twitter bin ich über ein nettes, historisches Projekt gestolpert: Die Open Access-Timeline.

Im Open Access Directory werden Meilensteine der Open Access-Bewegung gesammelt. Bis ins Jahr 1966 zurück finden sich dort zur Zeit Informationen zu Fortschritten zu Open Access. Dabei auch Daten wie der Start des ARPANETs was den Grundstein für die digitale Vernetzung legen sollte, der Start des USENETs. Wer also sehen möchte woher die Bewegung kommt und was schon erreicht wurde sollte einen Blick in die Timeline werfen.

Und das ganze ist ein Wiki: Wenn also noch Daten fehlen die eindeutig mit auf der Zeitachse auftauchen sollten tragt sie ein. 2009 ist noch recht leer und für 2010 gibt es noch gar keine Einträge.

Reaktionen auf die Amnesty-Kampagne

Posted by Bastian • Monday, July 26. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Über die Aktion von Amnesty International gegen Polizeigewalt hatte ich hier ja berichtet und meine Unterstützung ausgesprochen. Außerdem kam es in den Kommentaren zu einer netten Diskussion zu der Forderung nach Videoüberwachung auf Polizeistationen. Mittlerweile gibt es auch erste Reaktionen von anderen Leuten zu der Kampagne, darunter von den Grünen in Niedersachsen und vom Polizeipräsidenten Göttingens die unterschiedlicher nicht ausfallen könnten.

In einer Pressemitteilung fordert die Fraktion der Grünen des niedersächsischen Landtags, dass eine neutrale Beschwerdestelle außerhalb des normalen Polizeibetriebs installiert und mit eigenen Ermittlungskompetenzen ausgestattet werden soll. Es wird zwar anerkannt, dass die Polizei einen schwierigen Job macht und diesen auch in den meisten Fällen sehr gut erledigt. Allerdings sollen die Berichte über Polizeigewalt ernstgenommen werden und Maßnahmen dagegen getroffen werden. Mit der Pressemitteilung wird auch eine parlamentarische Initiative angekündigt die nach der Sommerpause zum Zuge kommen soll. Bleibt zu hoffen, dass die Grünen sich nach der Sommerpause auch noch an die Pressemitteilung erinnern.

Robert Kruse, Polizeipräsident Göttingens, sieht dagegen keinen Grund eine unabhängige Ermittlungsbehörde einzuführen. Immerhin seien die Staatsanwaltschaften unabhängig. Amnesty International hält dagegen: Die Staatsanwaltschaften benutzen für ihre Ermittlungen die Polizei. Lassen also Polizisten Zeugen vernehmen, Beweise sichern und „den Sachverhalt aufklären”. Und da beisst sich die Katze in den Schwanz: Denn in wie weit das stattfindet wenn Kollegen gegen Kollegen ermitteln sei mal dahingestellt. Aufgrund dieser Ergebnisse entscheidet dann auch die Staatsanwaltschaft ob eine Klage erhoben wird oder nicht.

Durch mangelnde Sorgfalt bei den Ermittlungen kommt es dann auch oft genug dazu, dass die Ermittlungsverfahren eingestellt werden. Und auch zur Klage kommt es nur selten. So sauber wie Kruse es darstellt ist es wohl nicht. Und die Kampagne von AI kann man weiterhin unterstützen.

Erpressung via Postkarte?

Posted by Bastian • Sunday, July 25. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Im englischen heisst es “to blackmail” wenn man jemanden erpresst. Dieser Begriff geht in das 18. Jahrhundert und auf ein Land namens Italien zurück und kommt von der Praxis einiger Organisationen ihre Erpresserbriefe mit einer schwarzen Hand zu signieren. Die Briefe die so versandt wurden hiessen darauf hin Blackmail und und die Versender bekamen den Begriff Blackhander. In wie weit das auch auf schlichte Postkarten anstatt auf Briefe zutrifft? Keine Ahnung. Aber ich hatte ja über den offenen Brief der Piratenpartei geschrieben der sowohl der EU-Kommission als auch der Bundesregierung zugegangen ist in dem ein paar Forderungen und auch Fragen gestellt wurden. Bis dato kam dazu seitens der Empfänger keine Reaktion. Es ist also an der Zeit sich Gedanken sich über weitere Schritte Gedanken zu machen.




Und Herr Urbach hat das bereits getan und sich für die klassische Methode der Erpressung entschieden. Da leider gerade kein Regierungs- oder Kommissionsmitglied entführt werden konnte wurde sich für eine andere Form der Erpressung entschieden. Um zu zeigen, dass nicht nur diese paar Tausend Spinner von der Piratenpartei und die paar Tausenden, genauso durchgeknallten, Wähler in Twitter ihren Unmut über ACTA äußern hat er sich diese kleine Postkarte ausgedacht mit der jeder von uns der Bundesregierung ein Angebot machen kann, dass er nicht ablehnen kann. Die Vorderseite ziert eines der ACTA-Pressefotos während auf der Rückseite klar gemacht wird was das eigene Anliegen ist.

Und für den Fall, dass die Regierung etwas schlampig mit ihrer Briefpost umgeht gibt es auch direkt noch den Link zu dem offenen Brief. Den kann das Sekretariat dann vielleicht mal abtippen und den Brief so noch mal ausdrucken. Hier der Link zur Druckvorlage die für Flyeralarm optimiert wurde.

Äußerer Kreisparteitag der Piraten in Münster

Posted by Bastian • Sunday, July 25. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Heute Nachmittag fand der Kreisparteitag der Piratenpartei in Münster im Südpark direkt neben dem dortigen Teich statt. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt und die mitgebrachten Pavillons mussten nicht aufgebaut werden. Neben dem politischen Teil sollte auch noch gemütlich gegrillt werden. Auf der Tagesordnung stand neben der Kommunalpolitik auch das weitere Verfahren bezüglich der bislang noch nicht gewährten Finanzmittel die seitens des Landesverbands nicht herausgegeben werden und die Wahl eines weiteren Beisitzers.

In der Kommunalpolitik gibt es aus meiner Sicht zwei ganz erfreuliche Dinge zu melden: Markus berichtete von den Fortschritten im interfraktionellen Arbeitskreis Friedenspolitik. Dieser hat zum einen das Ziel die über 100 verschiedenen Friedensgruppierungen in Münster zu vernetzen um eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Außerdem wurde der Antrag „Münster kauft fair” im Stadtrat angenommen. Das bedeutet, dass bei Ausschreibungen der Stadt nicht nur auf den Preis geachtet werden muss sondern genauso gut auch darauf, dass fair gehandelte Waren bevorzugt eingesetzt werden. Das ist noch nicht ideal, weil im Zweifel immer noch der Preis den Ausschlag gibt, aber ein erster Schritt um fairen und nachhaltigen Handel auf kommunaler Ebene zu stärken.

Für einen vakanten Posten als Beisitzer im Kreisverbandsvorstand kandidierte mit @Afelia nur eine Person. Wenig überraschend hat sie ohne Gegenstimme die Wahl gewinnen können. Auch zu den Finanzmitteln gab es Neuigkeiten. Laut dem Bundesvorstand stehen unterjährig gegründeten Verbänden unterhalb der Landesebene ab dem 01. des Folgemonat die in der Satzung geregelten Finanzmittel zu. Nach Beschluss des Parteitags hat der Vorstand des Kreisverbands Münster nun die Aufgabe den Landesverband zur Übergabe der Finanzmittel zu bewegen. Auf welchem Weg das auch immer geschehen möge.

Und zum Abschluss noch ein kurzes Video vom Hippie-Parteitag auf Decken mit feierlicher Entzündung des Grills.

Mal wieder ein Tapetenwechsel

Posted by Bastian • Saturday, July 24. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Für mich war es mal wieder Zeit am Design des Blogs hier rumzuspielen. Ich habe ja relativ kommentarlos von dem orangenen Design wieder zurück zum alten, schlichten Layout gewechselt. Allerdings war das für mich nur eine Notlösung mit der ich auch nicht so richtig zufrieden war.

Heute habe ich mal in den verschiedenen Themes, die es für Serendipity so gibt, gestöbert und bin bei diesem Magazin-ähnlichen Theme hängen geblieben. Was diese Art von Themes angeht ist es auch konkurrenzlos so weit ich das sehen konnte. Nach ein bisschen rumgespiele am Nachmittag und einigen positiven Reaktionen zum Layout habe ich mich entschieden auch vorerst dabei zu bleiben.

Der Vorteil von dem Aufbau ist, dass die Startseite nun etwas strukturierter ist. Oben in der Menü-Leiste findet ihr einige der Hauptkategorien des Blogs. Dann auf der Startseite in groß den aktuellsten Artikel. Darunter wird die Kategorie „I Love My Computer” (Technik aller Art, benannt nach dem Song von Bad Religion) mit den letzten 3 Posts gelistet.

Rechts daneben findet sich jeweils der letzte Artikel aus „The Pirate's Gospel” (Politik im weiteren Sinne, benannt nach dem Song von Alela Diane), „With A Wonder And A Wild Desire“ (Positive Änderungen aus meinem Leben und allgemein, benannt nach dem Song von Flogging Molly) und „Dirty Little Religion“ (Religionskritik, benannt nach dem Song von Warren Zevon).

Außerdem habe ich die horizontale Menüleiste (vorher links, nun rechts) verschlankt und etwas aufgehübscht. Einen Nachteil hat das neue Design allerdings: Es ist nicht mehr ganz so einfach die Kommentare & Co zu finden, aber das ist glaube ich verschmerzbar. Außerdem liegt so keine streng chronologische Reihung mehr vor. Wer sich das zurückwünscht dem kann Abhilfe geschafft werden: In der Kategorie „Aktuelles“ wird weiterhin einfach nach Erscheinungsdatum gelistet.

Und nun hoffentlich viel Spaß mit dem neuen Design.

Die erste Woche mit dem iPhone 4

Posted by Bastian • Thursday, July 22. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer

Morgen fliegt das iPhone 4 nun eine Woche bei mir rum. Deshalb mal ein paar, unvollständige Eindrücke dazu:


  • Geschwindigkeit: Gut 2 Jahre lang hat mich nun das iPhone 3G jeden Tag begleitet, mich mit Mails, Twitter, Musik, Straßenkarten, Bahnfahrplänen & Co versorgt. Und mit jeder Betriebssystemrevision wurde es langsamer und langsamer. Seit dem letzten Update eigentlich unbedienbar. Und auch vorher haben Dinge wie Copy & Paste aufgrund der Verzögerung keinen Spaß mehr gemacht. Das hat sich nun dramatisch geändert: Das Gerät ist so schnell wie das Alte nie war, der Wechsel zwischen Apps passiert in Nullzeit und das gesamte GUI ist flüssig. 

  • Display: Ich glaube mit der Ankündigung, dass man nicht mehr zurück will hatte Steve Jobs nicht unrecht. Ich kann meine TeX-Dokumente in kleiner Schriftart gesetzt auch noch lesen wenn ich die DIN A4-Seiten komplett rauszoome. Das gleiche bei eMails und Webseiten. Das alte Display sieht dagegen mies verwaschen aus.

  • Face-Time: Hab ich bislang genau einmal benutzt. Eigentlich nur um es zu testen. Habe mich dann aber doch fast eine Stunde lang festgequatscht. Ein nettes Gimmick, aber wohl nichts was ich benötige. Vor allem weil man dann beim Telefonieren nur noch schlecht andere Dinge tun kann und das Telefon die ganze Zeit festhalten muss. Vermutlich auch einer der Gründe wieso sich Videotelefonie allgemein nie durchgesetzt hat...

  • Kamera: Beeindruckend was die kleine Linse auf der Rückseite für Ergebnisse produziert. Das Bild oben wurde damit geknippst und mit der Applikation Camera+ zurechtgeschnitten, durch Filter gejagt und am Ende mit dem Rahmen versehen. Klar, mit der DSLR wäre die Qualität eine andere. Aber selbst ich trage die Spiegelreflexausrüstung nicht wirklich jeden Tag mit mir rum. Und selbst wenn hat man sie im Zweifel nicht schnell genug zur Hand. Von daher freue ich mich über die aufpolierte Kamera. Für den Pseudo-Blitz hatte ich bislang keinen Einsatzzweck und auch die Videofunktion habe ich noch nicht probiert.

  • Akku: Mit einer kompletten Ladung des 3G plus einer kompletten Ladung des Zusatz-Akkus kam ich bislang so gerade über den Tag, also von Morgens bis Abends, um dann auf jeden Fall wieder an die Steckdose zu müssen. Bislang hat der Akku des iPhone 4 es auch problemlos ohne Steckdose über die Nacht geschafft und auch so lange, dass ich am nächsten Morgen noch in Ruhe in die Uni kam um dann da zu laden. Gerade im Standby scheint das Ding viel weniger Strom zu verbrauchen.

  • Antennagate: Für mich bislang nicht nachvollziehbar. Der Empfang lässt sich manchmal, wenn der Mond richtig steht, um einen Balken abschwächen. Allerdings auch nur wenn ich das Gerät so feste in der Hand drücke, dass ich Angst um die Glasfront habe. Unterbrochene Verbindungen bislang: Null. Oh, und das obwohl ich Linkshänder bin.

digital bomb: Ich liebe es zu lernen

Posted by Bastian • Thursday, July 22. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Eine sehr schöne Dokumentationsreihe zum Internet, aufgeteilt in The Social Galaxy, The Commercial Galaxy und The Media Galaxy die man noch bei arte schauen kann, unten auch embedded, oder als anonymen Torrent hier findet.



Open Access beschneidet die Rechte der Urheber?

Posted by Bastian • Wednesday, July 21. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Mittlerweile hat selbst die CDU/CSU eingesehen, dass es auf dem Sektor der wissenschaftlichen Veröffentlichungen Probleme gibt. Klar, keine Pflicht zu Open Access wird von dort gefordert, immerhin sollen die armen Verlage ja nicht pleite gehen. Aber in einer Pressemitteilung vom 13.07. wird vorgeschlagen ein verbindliches Recht zur Zweitverwertung für Autoren einzuführen. Nach einer bestimmten Frist sollen Autoren dann das Recht haben ihre Werke auf jeden Fall selbst weiter zu verwerten. Wohlgemerkt: Das Recht, nicht die Pflicht.

Vermutlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ein guter Anfang um die Position der Autoren und auch die Verbreitung von Open Access zu stärken. In einem, heute bei FAZ.net erschienenen, Artikel beschwert sich Roland Reuß, Initiator des Heidelberger Appells gegen freies Wissen, lautstark über diesen Vorstoß. Da ist von „Verstaatlichungsphantasien” geredet mit denen man den Verlagen schaden will. Nach Reuß' Ansicht schwächt dies die Position der Autoren da sie den Verlagen keine exklusiven Verwertungsrechte mehr andrehen können, womit der Autor seine Vertragsfreiheit verlieren soll. Als Konsequenz würden die Verlage die Veröffentlichungen nicht mehr annehmen. So weit seine Verschwörungstheorie.

Und da merkt man ganz eindeutig, dass der gute Herr von dem Betrieb in den Naturwissenschaften keine Ahnung hat, auch wenn er das Thema kurz anspricht. Denn es ist nicht so, dass Autoren gerne und freiwillig ihre sämtlichen Verwendungsrechte von ihren Ergebnissen an Verlage abtreten. Im Gegenteil. Leider zwingt der tägliche Wissenschaftsbetrieb einen zu genau solchen Verträgen. Denn das Motto ist und bleibt „publish or perish”: Veröffentliche oder geh unter. Forschungsmittel bekommt nur wer Reputation hat und Reputation bekommt man nur darüber, dass man in erstklassigen Journals veröffentlicht. Und genau die Journals und Verlage sind es die sich die Exklusivrechte sichern.

Wer also seiner eigenen Karriere nicht schaden will, der hat keine andere Option als in den sauren Apfel zu beissen und die Rechte an Verlage abzutreten. Damit ist die Vertragsfreiheit in den Naturwissenschaft schon durch die Eigenheit des Systems auf ein Minimum beschränkt. Mit einer diesbezüglichen Änderung würde man zumindest sicherstellen können, dass jeder Autor diese Option erhält, von einem „drängen wider Willen” kann gar nicht die Rede sein. Stattdessen bekommen die Autoren einen Teil ihrer Rechte die von Verlagen genommen wurden wieder zurück.

Und ich kann es nur wiederholen: In den USA ist es so, dass jeder der durch die NIH Fördermittel bekommt nicht das Recht sondern die Pflicht hat seine Veröffentlichungen binnen 12 Monaten online frei verfügbar zu machen. Auch wenn Reuß das nicht wahrhaben will.

Genauso wirr, wie dieser vorgegaukelte Zwang, ist das Argument, dass dem Autor nur der Weg der Selbst-Online-Veröffentlichung bleiben würde. Mit dem Nachteil, dass es nicht mehr lektoriert wird. Nun, vielleicht sollte Reuß mal schauen wie weit bei Verlagen überhaupt noch ein Lektorat stattfindet (Antwort: Quasi gar nicht) bevor er sich auf das schmale Brettchen stellt. Online gehen alle Publikationen unter und alle sind verdammt unbeworben nicht mehr gelesen zu werden? Studien belegen, dass Veröffentlichungen die frei verfügbar sind nicht nur mehr gelesen werden sondern auch in anderer Fachliteratur mehr zitiert werden.

Reuß macht in dem FAZ-Artikel vor allem eins: Panik. Und das wegen Dinge die er offensichtlich nicht ausreichend kennt um sie zu bewerten. Oder er kann sie bewerten und es ist ihm nur recht, dass Wissen anstatt für die Allgemeinheit verfügbar zu sein hinter Paywalls verschimmelt auf die niemand Zugriff hat. Und ich bin mir nicht sicher was ich schlimmer finden sollte...

ACTA - (k)ein Vertrauensbeweis

Posted by Bastian • Wednesday, July 21. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Politikverdrossenheit, die sich unter anderem auch in der sinkenden Wahlbeteiligung ausdrückt, entsteht auch dadurch, dass Menschen kein Vertrauen mehr in Politik, beziehungsweise ihre Politiker, haben. Wie sagte es eine junge Frau während ich Unterschriften für die Landtagswahl sammelte: „Die lügen sowieso alle und machen doch was sie wollen. Die sollte man alle in einen Sack stecken und draufhauen, es trifft immer den Richtigen.”

Und das ändern sich auch kein bisschen durch Politiker die predigen, dass die Bevölkerung doch mehr Vertrauen in die Politik haben muss. Vor allem dann nicht, wenn die Politik selbst der Bevölkerung überhaupt kein Vertrauen schenkt. Kameraüberwachung, Vorratsdatenspeicherung & Co sind nur ein paar der Misstrauensbeweise an die Bevölkerung. Und auch die geheimen Verhandlungen an ACTA schlagen weiter in die Kerbe. Wenn es dieses Vertrauen geben würde müsste man nicht hinter verschlossenen Türen tagen.

Dank Stephan Urbach geht heute ein offener Brief, seitens der Piratenpartei Deutschland, an die Bundesregierung und die EU-Kommission der sich mit diesem Vertrauensverhältnis beschäftigt. Hier im Volltext:
Offener Brief an die EU-Kommission und an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit mehr als zwei Jahren verhandeln Staaten und Staatenbünde unter Ausschluss der Öffentlichkeit über das Handelsabkommen ACTA, das Anti-Counterfeiting Trade Agreement. Nur gelegentlich sickern inoffiziell Zwischenergebnisse oder vermeintliche Zwischenergebnisse durch. Erst jüngst hat das Europäische Parlament diese Vorgehensweise kritisiert und gefordert, die Parlamente über den jeweiligen Verhandlungsstand zu informieren. Zu den ACTA-Verhandlungen stellen wir Ihnen im folgenden einige Fragen und bitten Sie um Antworten.

Was sind die Gründe für die Geheimhaltung der ACTA-Verhandlungen? Geheimhaltung ist dann sinnvoll, wenn man eine Strategie plant und seine Gegner darüber im Unklaren lassen will. Die Geheimverhandlungen sind also Ausdruck eines grundsätzlichen Misstrauens gegenüber der Öffentlichkeit, in deren Interesse Sie handeln sollen.

Gleichzeitig begegnen Sie jeglicher Kritik seitens der Bürgerbewegungen mit Unverständnis. Sie zeigen sich verwundert über die Bedenken, die durch die intransparente Verhandlungsführung und das Durchsickern ungesicherter Informationen erst geschürt werden.

Warum fordern Sie mehr Vertrauen in den guten Willen der Verhandlungsdelegationen, wenn Sie selbst nicht bereit sind, den Bürgern ebenfalls Vertrauen entgegenzubringen und den Verhandlungsstand offenzulegen?

Warum weigern Sie sich, den aktuellen Verhandlungsentwurf zu veröffentlichen? Damit könnten Sie doch leicht unsere Befürchtungen entkräften, ACTA verletze Bürgerrechte.

Wir fordern:
  • Der aktuelle Verhandlungsstand muss veröffentlicht werden.
  • Alle betroffenen Gruppen – Politik, Zivilgesellschaft und Industrie – müssen in die Verhandlungen einbezogen werden.
  • Es muss einen Dialog zwischen den ACTA-Delegationen und der europäischen Öffentlichkeit geben. Dieser Dialog muss offen, ehrlich und verständlich sein.
Wir appellieren an Sie: Nehmen Sie die Verantwortung wahr, die Sie gegenüber den Bürgern Deutschlands und Europas haben!

Wir hoffen auf baldige Antwort und verbleiben
mit freundlichen Grüßen

Piratenpartei Deutschland