Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Gastbeitrag: Mein Schatz...äh... Mein iPad

Posted by Bastian • Monday, November 29. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer, We Don't Need No Education
Ich gebe zu: Ich gebe es nur sehr selten (und ungern;-) in fremde Hände. Da bin ich eigen.

Ein paar Schüler und Kollegen durften natürlich schon einmal damit "spielen", sei es zum Ansehen einiger Unterlagen, z.B. Mindmaps (Schüler) oder anderer Apps (Lehrer) oder in der Langeweile einer Konferenz (die Variante Konferenz, die sich jedes Jahr wiederholt und wenig Neues bietet).

Ich gehe auch nur noch selten ohne iPad aus dem Haus. Es ist so praktisch., zwischendurch arbeiten, surfen, kommunizieren, spielen zu können. Leider hat dies in Schule noch nicht Einzug gehalten. Im Gegenteil führen wir immer noch die Diskussionen, dass Handys im Unterricht ausgeschaltet sein müssen (was ich in Grundzügen nachvollziehen kann, die Möglichkeiten eines anderen Unterrichts werden damit aber zunächst nicht einmal angedacht).

Die Schüler waren also zu Beginn des Schuljahres erst einmal sehr interessiert bis hin zu irritiert, was ich mit dem neuen Spielzeug so tue. Mittlerweile hat es sich aber zu einem normalen Bestandteil des Unterrichts entwickelt.

Was im Einzelnen habe ich also derzeit auf dem iPad und wofür nutze ich es:

  • Teachertool ist für mich mittlerweile unentbehrlich geworden und ersetzt meinen Lehrerkalender vollständig. Sämtliche Notenverwaltung befindet sich dort (verschlüsselt und mit Passwort versehen), das Kursbuch, die Bemerkungen (zu Schülern, zum Kurs etc.), die Aufgaben, die Fehlstunden sowie Checklisten (z.B: Wer muss noch für die Klassenfahrt bezahlen?). Mittlerweile habe ich einige Kollegen angesteckt, die diese App verwenden (meist auf dem iPhone). Die App ist jeden Cent wert, der Service sehr gut, auf Nachfragen per Mail bekommt man schnell und kompetent Hilfe.

  • Kalender (Memo an mich: Ich sollte mich an die Geburtstage meiner Schüler erinnern lassen. In der Hektik des Alltags geht da leider zu viel unter.)

  • Keynote Das gängige Präsentationsprogramm wird von mir eingesetzt, um Präsentationen über den Beamer zeigen zu können, z.B. im Unterricht, bei Elternabenden, Fortbildungen, Infoabenden etc.

  • Pages nutze ich nur relativ selten, weil ich längere Texte doch lieber auf einem normalen Rechner mit normaler Tastatur schreibe.

  • Touch Calculator, ein gratis Taschenrechner.

  • Presenter: Damit soll man pdfs und Webseiten etc. am Beamer zeigen können. Ich muss hier gestehen, dass ich noch nicht zum Testen gekommen bin. Die Kritik scheint zu sein, dass das Programm oft abstürzt. 

  • Articles, die Wikipedia (Großartig, wenn man mal eben im Unterricht etwas nachschlagen kann, auch immer anschaulich bebildert)

  • Gesetze für den BWL- Unterricht

  • SketchBook, zum Malen: Die App sieht sehr angenehm aus und bietet viele Möglichkeiten für verschiedene Einstellungen. Leider hatte ich noch keine Zeit, mich dort hineinzudenken (und so toll malen kann ich auch nicht). 

  • iThoughts: einfaches, intuitives Mindmapdesign; mit 5,99 € nicht ganz preiswert, das Geld ist die App aber nach meiner Auffassung wert. Mein bevorzugtes Tool für Brainstorming zu Unterrichtseinheiten, Themen, Aspekten. Export per Mail, so dass ich meinen Schülern meine Mindmaps zur Verfügung stellen kann. Besonders mein LK fragt explizit nach diesen Mindmaps. Ich würde mir eine Möglichkeit wünschen, die Mindmaps auch direkt am Beamer zeigen zu können. Weiß da jemand etwas?

  • iBooks Bücher: Kostenfreier Reader für Bücher und pdfs (aktuell habe ich da für die Schule für die nach den Weihnachtsferien kommende Reihe im LK Deutsch über Medien die neueste Studie (JIM-Studie, und für die Reihe zu Drogen/Drogenpolitik in der Handelsschulklasse die aktuellste EU- Studie)

  • Echofon Twittern gehört mittlerweile zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich bin nicht sicher, ob es schon unter "Sucht" fällt;-) Gerne mittlerweile auch bei Veranstaltungen nicht nur im politischen Umfeld, sondern auch bei Schulveranstaltungen (z.B. dem Besuch des Namensgebers der Schule: Richard von Weizsäcker oder die Teilnahme unserer Schüler an der Veranstaltung „Faszination Netzwelten“ des Arbeitskreises für Prävention in Coesfeld). Übrigens: Die Pressemitteilung hierzu, die auf der Homepage zu finden ist, entstand nachmittags mit Schülerinnen und Schülern des LKs interaktiv in einem Etherpad.) Dass es Twitter gibt, ist mittlerweile auch meiner Schulleitung bekannt (wobei ich davon ausgehe, dass der Großteil des Kollegiums Twitter nicht kennt und/oder nicht versteht). Anekdote am Rande: Im letzten Schuljahr hatte ich wutschnaubend (und mit einem hämisch lachenden Kollegen neben mir) aus dem Lehrerzimmer getwittert, dass ich das "heilige" Prüfungsheft mit allen Noten versehentlich mit einem ausgelaufenen Tipp-Ex-Stift versaut hatte. Am Vormittag danach kam ein Schüler und wollte nun auch endlich dieses Heft sehen (es war das Heft seiner Klasse). Ich bin dem Wunsch lachend nachgekommen (hatte aber bereits den schlimmsten Schaden beseitigt). Der Schulleiter hat mich auch -wie wir sehen- am Leben gelassen;-) Aus dem Unterricht heraus twittere ich natürlich nicht (wobei es gelegentlich in den Fingern juckt;-) (aber manchmal dann aus der Pause heraus oder in einer Freistunde). 

Schnick-Schnack


  • BeejiveIM zum chatten

  • Nightstand zum wecken 

  • Wallpapers, Schicke Hintergrundbilder

  • Plus einige Apps für Zeitungen, die ich nur sehr unregelmäßig nutze (fr, itaz, News Pro, FT Mobile Edition, Finanzen.Net, Prinz Magazin) und das WDR Radio.

Spiele:
Mein bisher größter Kritikpunkt bei der Nutzung des iPads:

Sehr schade finde ich, dass das IPad derzeit keine Bearbeitung von Etherpads erlaubt. Das ist angesichts der sonst wundervollen Möglichkeiten für mich eine große Einschränkung. Auch mit Schülern, Kollegen und in der Politik benutze ich diese sehr häufig und kann sie aber leider nur am Rechner bearbeiten. Ich hoffe darauf, dass dies ein findiger Tüftler bald auch für das IPad ermöglichen kann.

Tauglichkeitstest bei Sehbehinderung steht noch aus:

Ich habe eine in Schüben auftretende Erkrankung der Netzhaut, die gerne im Winter (also meist im Januar) bei Kälte auftritt. In den akuten Phasen ist meine Sehstärke deutlich eingeschränkt. Ich bin gespannt, wie ich dann mit dem iPad zurechtkomme.

Diese Erkrankung ist auch der Grund, warum ich mich gegen ein iPhone und für ein iPad entschieden habe. Ich erhoffe mir, dass ich auch in diesen Phasen gut damit weiterarbeiten kann.

Birgit Rydlewski, 40 Jahre alt, Lehrerin für Wirtschaftswissenschaften und Deutsch am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, Lüdinghausen/Dülmen; derzeit 1. Vorsitzende des LV NRW der Piratenpartei Deutschland

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