Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Plädoyers offline zu sein?

Posted by Bastian • Saturday, September 4. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Ich hab gestern 2 Blogbeiträge gelesen die sich etwas kritischer mit diesem Internet beschäftigen als es mein letzter Eintrag getan hat. Zum einen wäre da der Text Tageshochsatz von Felix Moniac der bei Spreeblick erschienen ist.

«Mir kommt es heute immer häufiger so vor als liefe unsere Kultur darauf hinaus, dass wir uns unseres eigenen Daseins entledigen wollten. Warten wir nur auf den Tag, dass Roboter für uns aufstehen und unser Leben für uns leben? Das, was hier aussieht, wie die Plattitüde eines Feinds des Fortschritts, ist gar nicht so weit hergeholt. Man ersetze nur den Gang zur Bibliothek mit Google Books, den Einkauf mit dem Internet-Bestellservice, das Erinnern an alte Bauernregeln mit der Weather-App, die Kochüberlegung mit der vorschlagsgenerierenden Site — die Roboter sind schon überall!»
Felix Moniac

Der Text von Felix will ein Plädoyer sein. Für das Abschalten, das Erleben, das Spontane. Und wirkt dabei oft so, als ginge dies nur ohne die Roboter die sich überall in unser Leben einmischen und uns aus der echten™ Welt in digitale Welten zerren wollen. Doch gibt es diese strikte Trennung? Offline gleich gut, online gleich böse? Das ist die alte Schreckensvision: Menschen die vereinsamt vor ihren Rechnern sitzen und im Internet surfen. Und, obwohl es solche Fälle gibt, ist es nicht zur Regel geworden. So wie dem Internet kann man dies aber auch anderen Dingen vorwerfen: Büchern, Politik, Fernsehen, Musikinstrumenten, Freunden/Freundinnen und was euch noch so einfällt. Alles kann dazu führen, dass man die Schönheit™ von anderen Dingen nicht mehr wahrnimmt und verpasst.

Genauso kann man auch bemängeln, dass Menschen nicht mehr ohne Navigationsgerät fahren und sich deshalb vielleicht nicht mehr daran erfreuen, dass sie auf der Fahrt etwas von der Welt sehen können. Man kann aber auch sehen, dass es tausende von Menschen gibt die sich nicht nur trotz sondern auch wegen modernen Medien in der Natur umher bewegen. Die Wanderkarte und Straßenkreide ersetzt durch einen mobilen Zugang zum Internet und ein GPS-Gerät wird von vielen Menschen Geocaching betrieben. Und die Webseite mit Rezepten und Kochtipps ermöglicht es auch jenen Leuten zumindest einen Einstieg zu finden, die sonst nur dank Convenience Food überleben konnten. Werden wir also alle vor Langeweile sterben wegen des Internets? Ich denke nicht.

«Noch zielen "Aktivisten" der Digitale Armee Fraktion angeblich nur auf verpixelte Häuserfassaden von Google-Streetview-Gegnern. Aber wer garantiert denn dauerhaft, dass nicht die Namen und Gesichter der Hausbesitzer in einer weiteren Eskalationsstufe in eine Online-Prangerdatei gestellt werden? Oder jeder, der keine Lust hat auf die schöne, neue Onlinewelt? Nach dem Motto: Und willst Du nicht mein Facebook-Freund sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein. Die Erfahrung der jüngeren Geschichte lehrt jedenfalls, dass sich die Aktivisten, die wenig später die RAF gründeten, nicht lange damit zufrieden gaben, Kaufhäuser abzufackeln.»
mark793

Der zweite Text über den ich gestolpert bin ist Unfreiwillige vor! von mark793, erschienen bei der dunklen Seite. Mark stört sich auch an der These, dass man eigentlich heute schon online sein müsse und sieht dies als Bedrohung. Der Rückzug ins Analoge als Lösung? Vermutlich nicht. Nicht nur, weil man dann die gesamte Kontrolle verliert. Sondern auch weil dies auf Dauer nicht mehr machbar sein wird. Bereits heute ist es eigentlich nicht mehr wirklich eine Option analog zu bleiben und dieser Druck wird in Zukunft steigen.

Wir benötigen keinen Rückzug ins Analoge, wir benötigen soziale Normen und Lösungsansätze mit den Möglichkeiten umzugehen. Technik ist per se wertfrei. Die Erfindung des Schwarzpulver wurde für bunte Feuerwerkskörper genauso genutzt wie als Treibladung für Schusswaffen. Auf Schienennetzen bewegt sich der Personen- und Güterverkehr, in der Vergangenheit wurde es zur Deportation benutzt. Endgültig verdammt haben wir deshalb keine dieser Techniken und haben Möglichkeiten gefunden damit umzugehen. Den ersten Führerschein gab es auch nicht vor der Erfindung des Automobils.

Anstatt Rückzüge zu feiern sollte wir lieber gemeinschaftlich schauen wie wir neue Techniken sinnvoll nutzen können.

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17 Comments

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  1. "Anstatt Rückzüge zu feiern sollte wir lieber gemeinschaftlich schauen wie wir neue Techniken sinnvoll nutzen können."

    Let's start. This is big piece of work. Only together, as a society, we gonna find cultural and social answers for the humans in the information age. We should stay passionate and aware of all senses we have. Also increasing the empathy is very important as this is a very human element which cannot be re-made by the web. The digital layer of reality is created by us. We decide how we gonna use this layers a a newly added sense to our individual and common body.

    To think about the chances of the web, we need to think first about what we mean when we say "human society".

    ---this comment was written by the blog-answer-robot of Jens Best, who is right now enjoying some beautiful landscape outside. The answer reflects the thinking and recent public announcements of Jens Best---
  2. Bastian,

    das ist doch auch das Thema von Schirrmachers Payback Buch! Wenn man das mal unter dem Aspekt liest, und berücksichtigt, daß Schirrmacher als Kind noch ganz ohne Internet und Computer aufgewachsen ist (so wie ich z.B.), und das pauschale Schirrmacher-Bashing läßt, so ist es auf jeden Fall ein Buch, daß deutlich zum Nachdenken über das permanente "Online-sein" anregt. Wenn man dann noch an Joseph Weizenbaum denkt, dann gewinnen solche Überlegungen wieder einen großen Sinn!
  3. Es geht imho um drei Ebenen:

    Die "media literacy" - Übersetzt: Wie gut ist man im praktischen Einsetzen von Online-Tools, die den digitalen Input/Output steuern und bezogen auf die beabsichtigte Lebensweise für den einzelnen User den Alltag hilft zu regeln?

    Das Versagen des eigenen Willens: Was will man eigentlich mit welchen Elementen, die im Web angeboten werden machen? Slow Media ist da ein Stichwort aus dem Bereich derjenigen, die nicht abwehrend rumschreien, sondern durch Sinnfragen versuchen zu selektieren. Das Web in all seiner "Wucht" ist also eine Herausforderung an die Bestimmtheit des Einzelnen. Der ein oder andere sollte also vielleicht erstmal mehr über sich nachdenken, als sich irgendwie am Web abzuarbeiten.

    Die Ebene der gestalterischen Macht des Gemeinkörpers Internet hinsichtlich der Lebensrealität des Einzelnen wie auch der Gesellschaft. Schirrmacher ist da nur eine (in Teilen interessante) Stimme, die auf die 2010-Frage von edge.org antwortet.
    HOW IS THE INTERNET CHANGING THE WAY YOU THINK? http://edge.org/q2010/q10_index.html
  4. @Matthias: Menschen haben Ängste, oft unbegründet. Da kann man nicht mit dem Hammer gegen vorgehen, allerdings darf man diesen Ängsten auch nicht einfach nachgeben. "Wir" müssen aktiv dagegen angehen und klar machen, dass und warum diese Ängste unberechtigt sind.

    Technischer Wandel macht Leuten schon immer Angst und hat sich trotzdem nie aufhalten lassen. :-)
  5. @Bastian: Schirrmacher geht es NICHT um die Ängste, auch Weizenbaum warnte, war aber selbst immer ein heftiger Nutzer der Technologien! Ja, Ängste müssen berücksichtigt werden, und, ja, wir können versuchen, diese Ängste zu entkräften, wir können und dürfen aber nicht fordern, daß alle permanent online sein sollen oder müssen! Die Entscheidung, on- oder offline zu sein, muß eine persönliche Freiheit bleiben dürfen, was auch bedeutet, daß die Teilnahme am gesellschaftlichen oder politischen Leben sowohl on- als auch offline funktionieren muß!

    Ich empfehle Dir mal einen dreiwöchigen Urlaub in der Mongolei in der Wüste Gobi mit Kamelen! Du wirst Dich selbst dabei ganz neu kennenlernen, und evtl. die on- und offline Diskussion entspannter sehen... :-)
  6. Muss das wirklich gegeben sein, also das man off- so wie online teilhaben kann am gesellschaftlichen/politischen Leben? Printmedien, TV etc. sieht man mittlerweile als Standard in der Gesellschaft an um sich aktiv selbst zu informieren um Teilhabe daran zu erlangen. Genauso wollen wir, dass möglichst jeder Mensch lesen kann um Teilhabe zu erlangen.

    Und da kommt der Begriff media literacy von Jens ins Spiel: Wieso sollten wir nicht dahin arbeiten, dass jeder auch die moderne Lesefähigkeit, den Umgang mit modernen Medien, erlangt? Wir fordern ja auch nicht, dass nur jene Leute lesen lernen die es unbedingt wollen sondern wollen, dass jeder diese Fähigkeit erlernt und arbeiten aktiv darauf hin, dass der Analphabetismus zurückgeht.

    Und bei dem 3-wöchigen Urlaub in der Mongolei verzichtet man auch auf ganz andere Dinge die sonst trotzdem normaler Bestandteil unserer Gesellschaft sind. ;-)
  7. Als Plädoyer fürs Auswandern nach Offleiningen in Analogistan wollte ich meinen Beitrag eigentlich nicht verstanden wissen. Wie ich Jens Best im weiteren Verlauf der Diskussion auf der dunklen Seite erklärte, finde ich es aber reichlich abwegig, Netz-Skeptikern und Googlephobikern ein positives Verständnis von digitaler Öffentlichkeit mit der Brechstange einhämmern zu wollen. Und wenn ein Michael Seeman sinngemäß verkündet, künftig werde man nicht mehr gefragt, ob und wie man ins Internet wolle, im Zweifelsfall würde man einfach so reingezerrt, dann fühle ich mich schon genötigt, eine Gegenposition zu dieser Zwangsbeglückung zu vertreten.

    Media Literacy, Schulen ans Netz, whatever, klar - natürlich unterschreibe auch ich das Ziel, die digitale Spaltung der Gesellschaft möglichst zu minimieren und die verbleibenden Verweigerer abzuholen - aber das wird mit Guerilla-Kommandos und Zwangsablichtungen von Hausfassaden (und weitergehendem Zwang) nicht funktionieren.
  8. Ach Mark,

    komm' doch langsam mal runter. "Brechstangen", "Zwangsablichtungen", "Zwangsbeglückung" - das sind öde Übertreibungen, die nichts zu der notwendigen Diskussion beitragen, ob es ein digitales Bild der öffentlichen Strasse geben darf oder nicht.

    Es ist mir herzlich egal, was die Leute hinter den Vorhängen denken, wenn ich auf einer öffentlichen Strasse fotografiere. Es muss mich auch nicht interessen, weil ich mich im öffentlichen Raum bewege.

    Wie du ja mittlerweile siehst, bin ich kein Fulltime-Guerilla, sondern mache mir eigentlich Gedanken wie man im Großen wie im Kleinen mit der sinnvollen Entwicklung des Informationszeitalters für die Menschen und mit den Menschen fortfahren kann.

    Um das nochmal deutlich zu sagen, wenn streetview gestartet wäre und ein paar Monate später hätte heise berichtet, dass 2798 Menschen bei Google ohne Großes Bohei zu machen ihre Häuser gepixelt hätten, dann wäre es wohl bei einem Seufzer meinerseits geblieben.
    ABER es handelt ich hier um eine Kampagne von internet-unerfahrenen Kreisen, die ein (mediales) Ausmaß angenommen hatte, das es zu einer klaren Grenzziehung seitens der Digital Aufgeklärten kommen musste. Nur mal zur Erinnerung - der Unsinn lief in den alten Medien, in 19heute und 20tagesschau, zur besten Sendezeit OHNE dass auch nur ein Wort über die Sinnhaftigkeit von Geo-Daten verloren wurde. Reine Angst-Propaganda. So nicht. Nicht mit mir.

    Zwischen der kritischen Vermittlung der Sinnhaftigkeit einer digitalen Ebene der Realität, die zu mehr und besserer Kollaboration und Partizipation führen kann und dem deutlichen Handeln, dem klaren Ziehen von Grenzen, wenn Analog-Vorgestrige die Nutzung der digitalen Räume und Funktionen bedrohen muss jeder Digital Aufgeklärte für sich selbst abwägen.

    Wir können uns gerne über utopische und realistische Menschenbilder unterhalten, aber wenn du weiter so unausgegorene Kraftworte verwendest, gehörst du für mich bald eher zu der Gruppe um diesen fixmbr-Berserker, der sich wohl aus selbst-therapeutischen Gründen an Menschen abarbeitet anstatt eine sachliche Ebene nach einem leidenschaftlichen Disput zu finden.
    Eins habe ich in den letzten Wochen verstärkt verstanden - Streitkultur ist etwas, das man nicht automatisch entwickelt, wenn man online ist. Ich bin über die asozialen Menschen, die wir mit dem niedlichen Begriff "Troll" meiner Meinung nach noch eher viel zu nett behandeln, zutiefst schockiert. Verantwortung und Leidenschaft im Wort zu führen ist für viele nicht einfach, aber was will man von diesen armen Geistern auch erwarten, wenn sie dauernd nur die AnneWills, Plasbergs und Christiansens vorgesetzt bekommen.... Es ist höchste Zeit für ein wenig mehr Stil in der Streitkultur, es ist 3nach9.
  9. Als Plädoyer fürs Auswandern? Vielleicht in der Tat etwas übertrieben. Aber der RAF-Vergleich in deinem Text ist ja, zugunsten der Argumentation, auch etwas weit hergeholt. ;-)

    Die Aktion von Jens empfinde ich weniger als “Zwangsablichtung” oder Guerilla-Kommando sondern als gelungene Aktion genau den Leuten, die z.T. auf die Propaganda gegen Streetview hereinfallen, klar zu zeigen wie abstrus diese Idee ist mit einem Widerspruch gegen Google hätte man irgendwie etwas zum positiven geändert - außer sich selbst in «trügerischer Sicherheit» zu wiegen.

    Hätten Jens und die anderen Leute die Aktion einfach im Stillen gemacht, auf Google Maps verlinkt und gut? Dann wäre das gleiche Eingetreten was Jens andersrum für die Widerspruchsregelung prophezeit hat: Es hätte niemanden interessiert. So hat man zumindest eine Diskussion in Gang gesetzt und das finde ich erstmal begrüßenswert.

    Auf welchem Niveau die Diskussion dann läuft? Da ist sicherlich Luft nach oben, wobei ich zumindest den Eindruck habe, dass es momentan besser wird.
  10. @Jens: Dass in der Streetview-Debatte viel Unkenntnis und Paranoia mit im Spiel gewesen ist, die zum Teil auch medial noch verstärkt wurde, stimmt schon. Aber getrollt und rumgehämt wurde ja nicht nur auf einer Seite. Bei Lobo und anderswo ist von Streetview-Enthusiasten übelst rumgeätzt worden über Internet-Nichtversteher und Blödmänner, die eigentlich privat bleiben wollen und dann mit diesem Anliegen, höhö, wie bescheuert kann man sein, ins Fernsehen gehen und dergleichen mehr. Ich will das jetzt auch gar nicht gegeneinander aufrechnen. Mir war es jedenfalls - und das ist eine der Kernaussagen meines Beitrags - zu holzschnittartig, diesen Konfikt auf analog vs. digital (also Vergangenheit vs. Zukunft) runterzubrechen, wie das viele der vermeintlichen Internet-Versteher gemacht haben. Denn soweit ich sehe, ist die Frage, wieviel digitale Öffentlichkeit wollen wir zu welchem Preis an Selbstentblößung und Privacy-Verlust denn haben, auch in internetaffinen Kreisen durchaus für Kontroversen gut.

    Ich habe leider auch kein Patentrezept, wie wir die Internet-Verweigerer oder -Skeptiker an Bord kriegen können. Aber "gehe selbst ins Internet, oder andere bringen Dich womöglich gegen Deinen Willen dahin" (das ist für mich die Quintessenz des Seemann-Beitrags in der "Zeit") ist mit Sicherheit kein gutes Argument. Und die Knips-Aktion verpixelter Häuser geht nach meinem persönlichen Empfinden nun mal genau in diese Richtung, und deswegen habe ich auch kein allzu tolles Gefühl dabei.

    Aber Terror ist natürlich eine andere Kategorie, um das nochmal ganz klar zu sagen.
  11. @Bastian: Kann man so sehen. Als Happening oder Aktion im künstlerischen Sinn fände ich das Knips-Projekt sogar noch am ehesten zu rechtfertigen, nach dem Motto, eine absurde Aktion, die auf den z.T. absurden Ängsten von Mitbürgern aufsetzt. Aber den medienpädagogischen Mehrwert - sprich, dass es bei allzuvielen, die ihr Haus verpixeln lassen, dann plötzlich "Klick" macht, sehe ich irgendwie nicht.

    Und wenn wir schon dabei sind, über Diskurs(un)kultur zu sprechen: Dass sich jeder im Netz auch minderqualifiziert oder unsachlich zu Sachverhalten äußern kann, ist halt auch integraler Bestandteil der digitalen Öffentlichkeit. Das muss man nicht toll finden, aber allzu große Empfindlichkeiten sind bei Netz-Aktivisten (auch solche in Teilzeit) m.E. fehl am Platz. ;-)
  12. Bastian,

    versteh mich nicht falsch, ich will kein Plädoyer für's offline sein halten.

    Was ich meine, ist, daß es einem jedem Menschen FREIGESTELLT sein MUSS, ob er on- oder offline sein WILL. Und daß wir deshalb für ZWEI Dinge Sorge tragen müssen:

    1.) Die Ausbildung, damit jeder selbst entscheiden kann, was er will (wurde früher mal Medienkompetenz genannt).
    2.) Darauf zu achten, daß eine Teilnahme am Leben auch noch stattfinden kann, wenn man offline sein will. Es darf nicht sein, daß WICHTIGE Dinge des Lebens oder der Politik nur noch ausschliesslich online funktionieren!

    Matthias
  13. @mark793: In wie weit die Aktion einen Mehrwert (abseits der Kartografierung) bietet wird sich wohl erst zeigen müssen. Ich will das noch nicht abschliessend beurteilen. Das ähnliche, weniger aggressiv vermarktete, Projekt von fritten (http://fritten.cc/das-digitale-dorf/) scheint ja positiv aufgenommen zu werden.

    Und ja, auch der unqualifizierte Diskurs gehört mit zur Netzkultur. Aber den findet man offline genauso. ;-)

    @Matthias Ich hab dich verstanden. Aber ich frage trotzdem: Bist du der Meinung, dass es jedem freigestellt sein muss ob er lesen und schreiben lernt oder nicht? Oder ist das so ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft, dass wir deshalb dafür sind, dass jeder diese Fähigkeiten zentral benötigt? ;-)

    Ich bin für Medienkompetenz und informationelle Selbstbestimmung. Und trotz der Kutscher unter uns haben wir auf sie in so weit keine Rücksicht auf sie genommen, dass unser Straßennetz für Autos optimiert wurde.
  14. Bastian,

    Deine Frage, ob es jedem freigestellt sein sollte, lesen oder schreiben zu lernen, zeigt, daß Du mich eben doch noch nicht verstanden hast...

    NEIN, das DARF nicht freigestellt sein. Genauso (oder: deswegen) ist es eine PFLICHT der Gesellschaft, dafür Sorge zu tragen, daß ALLE wissen, wie man mit den Medien, egal welcher Form, umgehen kann. Denn erst dann kann man selbst entscheiden, weil man mündig ist.

    Und auch Dein Beispiel mit dem Kutscher taugt nicht für Deine Argumentation, sondern eher für meine... :-) Denn: Kutschen dürfen auch heute immer noch auf Straßen fahren! Zwar nicht auf allen, das ist richtig, aber: Jeder kann, wenn er will oder wollte, mit einer Kutsche von A nach B kommen...

    Matthias
  15. @Matthias

    Okay, dann habe ich dich in der Tat falsch verstanden. Das Kutscher-Beispiel greift aber in so weit, dass der Alltag eben nicht auf die Kutsche optimiert ist genauso wie es dahin kommen wird, dass der Alltag mit Behörden etc. auf online anstelle von offline optimiert wird.
  16. Bastian,

    ja, da stimme ich Dir zu! Und es spricht ja auch überhaupt nichts dagegen, Dinge für neueTechnologien zu optimieren! Das tun wir doch alle tagtäglich, davon leben inzwischen Großteile der Bevölkerungen der Industrienationen... Es soll ja auch nicht darum gehen, den Fortschritt zu verdammen, daher ja mein Hinweis auf Joseph Weizenbaum, der kritisch dazu Stellung bezog, es aber dennoch aktiv unterstützte! Sondern, wichtig ist es mir, eben auch die anderen Seiten zu hören, und zu berücksichtigen!

    Prima, daß wir uns hier dann nun doch verständigt haben...

    Liebe Grüße,

    Matthias
  17. Ja, das freut mich auch. Immerhin ein Beispiel, dass die Diskussion online auch vernünftig geführt werden kann. :-)

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