Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Weiter geht’s

Posted by Bastian • Monday, May 10. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Die Wahl ist um. In Nordrhein-Westfalen haben die Piraten 1,54 % der Stimmen holen können. In absoluten Zahlen sind das 119581 Zweitstimmen die wir für uns verbuchen können. Bei der Bundestagswahl waren das noch 158585 Stimmen und damit 1,7 % in NRW.

Das ist ganz sicher kein tolles Ergebnis, besonders wenn man sieht, dass gut 39000 Wähler abhanden gekommen sind und vor gut einer Woche noch die Parole «Jetzt ist alle Möglich» ausgegeben wurde und der eine oder andere wohl schon einen Piraten als Ministerpräsidenten gesehen hat. Aber ich denke alles in allem können wir irgendwie zufrieden sein. Ein Haufen Leute hat alles gegeben, sich den Arsch auf der Straße abgefroren, wie bescheuert Plakate aufgehängt und hat sich auf Podiumsdiskussionen mit Kaffee den Magen verdorben.

In meinem Wahlkreis gab es 999 Stimmen für mich als Direktkandidat (1,4 %) und 931 Stimmen für unsere Landesliste (1,3 %). Danke an jeden von euch, der mir seine Stimme gegeben hat. Und auch wenn es für das Direktmandat knapp nicht gereicht hat (Die CDU hat mit 49,6 % der Erststimmen knapp gewonnen) war es mir eine wahre Freude im Kreis unterwegs zu sein. Auf Podiumsdiskussionen und in Schuklassen zu sein, von euch da draußen so viele Eindrücke zu bekommen und so viel zu lernen. Danke dafür. Und ich hoffe ich mache etwas daraus.

Und jetzt ist auch genug geweint über das Ergebnis. Es gibt noch genug zu tun, auch ohne Mandat in einem Parlament kann man Politik beeinflussen. Packen wir es an.

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11 Comments

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  1. Immerhin in Deinem Wahlkreis mehr als REP, NPD und proNRW zusammen. Weitermachen.
  2. Auf dem platten Land wählen die Leute halt als extremistische Partei lieber die CDU ;-)
  3. Ihr könnt gar nicht zufrieden sein. Ihr habt jetzt mit der Bundestagswahl, der Europawahl, Hamburg, zweimal Hessen, NRW und Sachsen mindestens siebenmal in Folge seit 2008 den Einzug in Parlamente versemmelt. Da ihr ja die Vergleiche mit den Grünen liebt: Denen ist nach dem Scheitern 1980 bei der Bundestagswahl danach gleich der Einzug in vier Landesparlamente gelungen. Ihr solltet euch wirklich Gedanken machen, was da schiefläuft. Und ich bin mir sicher: Die Landtagswahlen 2011 sind eure allerletzte Chance. Versemmelt ihr die, seid ihr weg vom Fenster!
  4. Falsch Falsch Falsch!

    1. Piraten vergleichen sich nicht gerne mit den Grünen.
    2. Demografischer Wandel, Partei- und viel eher Politikverdrossenheit haben es neuen Parteien viel schwerer gemacht als noch zur Zeit der Grünen. Da hilft auch das Internet und noch so viel Werbung für die PP darin nichts.
    3. Die allerletzte Chance haben die Piraten erst dann, wenn zumindest ein Großteil der etablierten Parteien die Wichtigkeit der Themen der PP erkannt hat und mit dem nötigen Nachdruck umsetzt. Doch davon sind selbst die Grünen weiter entfernt als die PP vom Einzug in ein Landesparlament!

    und noch eine Anmerkung: Die Zeit läuft für uns und gegen die Etablierten. 7% bei 18-29 jährigen lassen hoffen.
  5. Etwas vergessen. Du hattest mit einem Recht.
    Zufrieden können die Piraten nicht sein.
  6. zu 1.: Warum kriege ich als Grüner diese Vergleiche dann immer zu hören, insbesondere wenn es darum geht, die dünne Programmatik oder die Mißerfolge der Piraten zu verteidigen. Regelmäßig heißt es dann, meist faktenwidrig: "Bei den Grünen war das doch anfangs auch so.", "Die waren doch auch eine Ein-Themen-Partei" (falsch!) oder seit gestern: "Die haben doch am Anfang auch nur Wahlen verloren" (falsch!).

    zu 2.: Ich würde mich nicht auf externe Ursachen für das bisherige Scheitern versteifen. Was es den Piraten vor allem schwer macht, sind schwerwiegende Fehler in der Kommunikation nach außen und eben programmatische Dünne.

    zu 3.: Das ist ein fataler Irrtum. Die etablierten Parteien besetzen das Thema Netzpolitik mehr und mehr. Daß die Grünen da meiner Ansicht nach die besseren Ansätze haben als die Piraten, erwähne ich nur am Rande, weil ich da wie du parteiisch bin. Gleichzeitig will die Mehrzahl der Wählerinnen und Wähler, auch die 18-29-Jährigen, Antworten auf andere dringliche Fragen, z. B. auf sozialpolitische oder arbeitsmarktpolitische, jüngere Menschen auch vor allem auf umweltpolitische. Da sehe ich bei euch zwar einzelne Ansätze, aber wenn ihr da nicht bald in die Puschen kommt und mehr bietet, werdet ihr die anderen Wählerschichten nie gewinnen, und letztlich geht euch dann auch die Wählergruppe flöten, in der ihr jetzt noch stark seid. Dieser Prozeß ist schon im Gange. Noch könnt ihr ihn aufhalten. Aber nach den Landtagswahlen 2011 dürfte es zu spät sein.
  7. 1. Warum dieser Vergleich immer kommt weiß ich auch nicht. Mich nervt er auch etwas. Aber warum denn dünne Programmatik? Es ist inzwischen doch schon etwas mehr geworden, wenn wir auch noch nicht zu allen Themen etwas haben. Ich denke aber wir sollten uns erst mal darauf konzentrieren unsere Kernthemen richtig auszuarbeiten um weg von einem ideologischen "Wir machen das jetzt so wie es im Programm steht" zu einem echten Diskurs und zu neuen Konzepten. Das nervt mich zum Beispiel an den Grünen manchmal...

    2. Piraten sitzen manchmal etwas sehr hoch auf dem Ross. Wir sollten jetzt mal durchatmen und dann das ganze kritisch bewerten.

    3. Ich mache Politik nicht um einen neuen Job zu bekommen sondern wegen der Themen. Wenn andere sie übernehmen: OK! Falls nicht mach ich es eben selbst. Und wenn du meinst das die Grünen das Feld Netzpolitik ja auch schon immer beackern: Wo wart ihr denn so die letzten 20 Jahre? In der Ära Schröder fehlte mir da doch einiges...
  8. Nur kurz zu 3: Es geht doch nicht um Jobs. Man gründet eine Partei, um selbst Themen durchzusetzen. Das kann man in der Regel nur, wenn man irgendwann in Parlamente einzieht. Das ist somit das originäre Ziel einer Partei. Wenn man dieses Ziel nicht hat, sollte man keine Partei gründen, sondern eine NGO.

    Auch dir würde ich empfehlen, dich intensiv mit der Geschichte der Grünen auseinanderzusetzen, wenn du sie beurteilen willst. Die Grünen waren die erste Partei, die sich mit dem Thema Computer und Gesellschaft auseinandergesetzt haben, und zwar nicht erst vor 20 Jahren, sondern schon vor über 25 Jahren. Erste Landesarbeitsgemeinschaften zu dem Thema gab es bei den Grünen bereits in den 80er Jahren. Ohne Frage sind in der Ära Schröder Fehler gemacht worden, aber die Partei hat sich in den letzten Jahren netzpolitisch stark weiterentwickelt und vieles schon lange vor der Gründung der Piraten im Programm gehabt, von dem die Piraten behaupten, sie hätten es als Erste formuliert. Wenn man diese Hintergründe kennt, wirken die Behauptungen mancher Piraten, sie müßten uns Grünen jetzt mal erklären, was Netzpolitik ist, überaus putzig.
  9. Weiter machen? Aber hoffentlich nicht wie bisher.
    Und doch ist "Alles möglich", kann sich keine Mehrheit bilden, was ist dann: Neuwahlen :-)
  10. Hallo

    Herzlichen Glückwunsch.

    Viele Grüße

    The Green Hobbit
    Ein Netzbegrüner
  11. Es gab mehr als einen Grund für diese kleine Stimmenzahl.

    Bei nicht mal 60% Wahlbeteiligung hat die PP erkennbar NICHT viele verdrossene Wähler für sich mobilisiert. Viele wurden sicher nicht erreicht, weil die einfach nichts mit dem Internet am Hut haben. Aber andere waren eben nicht von der PP überzeugt, geschweige denn begeistert.

    Wer meinte, bloss sagen zu müssen: "Hurra, wir sind jetzt auch in Eurer Gemeinde da, jetzt braucht Ihr uns nur noch zu wählen!" hat sich klar verkalkuliert. Aber so oder so ähnlich hat mancher Kommentarbeitrag zu PP-Pressemeldungen auf mich gewirkt. So einfach ist das alles eben nicht!

    Für die klein(er)en (LINKE, FDP, Grüne) und kleinsten Parteien (ödp, PP) scheint zu gelten: die Zahl der Wählerstimmen hat eine deutliche Proportionalität zur Zahl der Mitglieder der betreffenden Partei.

    Wenn Ihr Euch wundert, dass nun Wählerstimmen von der BTW 09 weggeblieben sind, so werte ich das z.T. auch als Vermessenheit der PP selbst: Ich konnte nirgendwo erkennen, dass jemand ernsthaft versucht hätte, Leuten nachzugehen, die die PP wieder verlassen hatten. Um sie ehrlich interessiert zu fragen, warum. Um zu schauen, ob sie mit ihren Gründen nicht vielleicht auch ein ganz kleines bisschen Recht haben könnten?
    Es war ein recht hohes Ross, auf dem manche schon zu sitzen glaubten. Aber eben nur ein Trugschluss.

    Distanz zu sich selbst ... wäre angebracht. Ein unverstellter Blick von aussen. Kritische Selbstvbetrachtung. - Den gezeigten Einsatz, den zweifelt ja auch niemand an!
    Die Ideen (Transparenz etc.) sind richtig und wichtig, bleibt also dran! Aber legt zuvor mal eine konstruktive Denkpause ein!

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