Ein toller Arbeitgeber
Posted by Bastian • Wednesday, October 7. 2009 • Category: Aktuell: , Dirty Little Religion
Das ehemalige Nachrichtenmagazin SpOn hat wieder einen schönen Artikel über einen meiner Lieblingsgegner der Demokratie - Die Kirchen. Und zwar geht es um die Sonderrechte, die Kirchen in Bezug auf ihre Angestellten haben. Denn es ist heute immer noch so das die Religionsgemeinschaften besondere Features haben, nicht nur was das Eintreiben ihrer Mitgliederbeiträge - der Kirchensteuer - angeht sondern sie haben auch eine extreme Macht über ihre Mitarbeiter.
Während pädophile Pastoren höchstens wegversetzt werden kann der gemeine Angestellte in der Diözese schon dafür entlassen werden das er mit seinem Lebenspartner unter einem Dach wohnt. Zumindest wenn er das - schockierenderweise - ohne Trauschein macht, das kann ein mittelalterliches Weltbild schon ernsthaft erschüttern. Da hilft dann auch das Antidiskriminierungsgesetz nichts. Denn auch darüber stehen die Kirchen. Und das zum guten Teil auf Grund von Staatsverträgen wie dem Reichskonkordat - welches 1933 von der kath. Kirche mit den Nazis geschlossen wurde.
Doch auch ganz abseits von der zweifelhaften Geschichte dieser Verträge: Wie ernst ist es in Deutschland mit der Einhaltung von Rechten und Gesetzen? Offensichtlich nicht ganz so wenn die Kirchen ihre Finger da mit im Spiel haben. Da kann man feststellen: Wirklich weit sind wir hier in Deutschland mit der Trennung von Kirche & Staat nicht.
Während pädophile Pastoren höchstens wegversetzt werden kann der gemeine Angestellte in der Diözese schon dafür entlassen werden das er mit seinem Lebenspartner unter einem Dach wohnt. Zumindest wenn er das - schockierenderweise - ohne Trauschein macht, das kann ein mittelalterliches Weltbild schon ernsthaft erschüttern. Da hilft dann auch das Antidiskriminierungsgesetz nichts. Denn auch darüber stehen die Kirchen. Und das zum guten Teil auf Grund von Staatsverträgen wie dem Reichskonkordat - welches 1933 von der kath. Kirche mit den Nazis geschlossen wurde.
Doch auch ganz abseits von der zweifelhaften Geschichte dieser Verträge: Wie ernst ist es in Deutschland mit der Einhaltung von Rechten und Gesetzen? Offensichtlich nicht ganz so wenn die Kirchen ihre Finger da mit im Spiel haben. Da kann man feststellen: Wirklich weit sind wir hier in Deutschland mit der Trennung von Kirche & Staat nicht.

3 Comments
Es gibt einen Unterschied zwischen Religionen, religiösen Gemeinschaften und Kirchen
Zu deinem Post insgesamt: Ich denke du solltest von der kath. Kirche in D sprechen, ich glaube und wüsste nicht (lass mich aber eines Besseren belehren) dass es in der evangelischen Kirche genauso ist!
Johannes (evangelischer Pfarrerssohn, der teilweise schon viel zu tief in dem Thema verwurzelt ist)
Darüber hinaus hat die evangelische Kirche genauso Sonderrechte wie die katholische. Nur weil die Protestanten ihre Richtlinien nicht so eng ziehen wie die Katholiken heisst es nicht das es diese Sonderrechte nicht gibt.
Beispiel Kirchensteuer: Bis zu meinem Kirchenaustritt hat die evang. Kirche das genauso über den Staat laufen lassen wie die katholische das tut. In meinen Augen ist das nicht nur völlig bekloppt (man stelle sich mal vor eine Partei würde das Recht für sich fordern, zusammen mit Parteieintritt ab dem 0. Lebensjahr) sondern auch eine absolute Ungleichbehandlung von Religionsgemeinschaften.
Es stimmt wie du schreibst, das (lesbischwule) Lebenspartner bei bekanntwerden des Zusammenlebens oder auch einer Verpartnerung ("Homo-Ehe") direkt mit einer Kündigung seitens der katholischen Kirche zu rechnen haben, das es nicht mit deren Glaubens- und Lebensvorstellungen übereinstimmt. Schlimm hierbei ist jedoch, das die Kirche es sehr häufig nicht durch den Arbeitgeber sondern dem Verwaltungsorgan "Stadtverwaltung", also dem Standesamt im automatischem Meldeverfahren erfährt. Sollte die Gefahr bestehen, muss der Weitergabe der Daten unter Androhung einer Klage bei der Gemeinde widersprochen werden. Ein Zustand, der wegen der Gefährdung der Existenzgrundlage (Kündigung seitens Arbeitgebers) nicht gutzuheissen ist.
Klar festzuhalten ist in dem Zusammenhang sicherlich auch, das der angestellte Mitarbeiter sofern er schwul oder lesbisch ist (Bisexualität wird übrigens nie angesprochen seitens der Kirche in dem Zusammenhang) und im betreuendem Bereich tätig ist, z.B. Kindergarten oder Altersheim kein Risiko für andere Personen oder Kinder darstellt, da üblicherweise davon auszugehen ist, das ein "gesundes Sexualleben" in der Beziehung vorherrscht.
Im Zölibat lebende, katholische Pfarrer mag ich sicherlich nicht beschuldigen, doch unter sexualpsychologischen Gesichtspunkten ist ein Aussreisser, welcher dann natürlich umso gravierender ist, eher möglich.
Die evangelische Kirche hat kein Problem mit Lebenspartner. Egal ob in der weit verbreiteten Mann-Frau- Konstellation oder gleichgeschlechtlich. Ich persönlich kenne mehrere lesbische Pfarrerinnen und schwule Pfarrer, auch mit ihren Partnern in der ev. und ob man es glaubt oder nicht - auch der katholischen Kirche.
Da ich ebenfalls ein Pfarrerssohn bin, allerdings in der anglikanischen Kirche (britische Staatskirche) habe ich mich auch in dem Land weitestgehend befasst.
Letztendlich bleibt festzustellen, das es auch in der katholischen Kirche ignoriert (nicht akzeptiert oder toleriert) wird, sofern dieses nicht offiziell nach aussen getragen wird. Letzteres steht halt im krassen Widerspruch zur Glaubenslehre der katholischen Kirche.
... und auch in MS gibt es so etwas ...
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