Das Urheberrecht und die Piraten
Posted by Bastian • Tuesday, June 9. 2009 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Unsere lieben Qualitäts-Massenmedien behaupten ja derzeit gerne dass die Piratenpartei das Gleiche wie The Pirate Bay ist und dass die Piraten dafür eintreten kurzerhand das Urheberrecht abzuschaffen. Beides ist Unsinn, aber gerade über eine Reform des Urheberrechtes möchte ich hier noch ein bisschen niederschreiben.
Den Piraten geht es nicht um die absolute Abschaffung des Urheberrechts, im Gegenteil, und auch Künstler sollen weiterhin mit ihrem Werk Geld verdienen soll. Was jedoch gleichzeitig auch bestehen bleiben soll ist das Recht auf die Privatkopie, welche eine gewisse Tradition geniesst. Genauso wie die Angst der Künstler zu verarmen.
Als das Radio kam hatten Künstler damals Angst davor nicht mehr Live auftreten zu können wenn ihre Musik im Radio gespielt wird. Dem Fernsehen wurde prophezeit die Kinos zu zerstören, genauso wie die VHS und DVD. Und auch nach Jahren von LP, Compact Cassette und CD können Künstler weiterhin auftreten und Geld mit ihren Produkten machen. Und die Privatkopie war immer ein Bestandteil dieser Kultur. Da werden CDs für die Freunde kopiert, da wurde aus dem Radio auf Kassette mitgeschnitten.
Und auch diese Veränderungen von Medien und Geschäftsmodellen ist Bestandteil unserer Kultur. Man stelle sich vor die Mönche hätten den Raubdrucker Gutenberg in Grund und Boden geklagt und hätten sich ein DRM-Äquivalent ausgedacht. Doch so funktioniert der technische Fortschritt nicht. Wenn der Geist einmal aus der Flasche ist hat er die Eigenschaft da nur ganz ungern wieder rein zu gehen. Und so wird auch heute die Privatkopie genutzt und die Verwerter-Industrie sieht ihre Felle davonschwimmen und versucht jeden Nutzer zu kriminalisieren.
Doch der Musiker selbst hat davon nichts. Denn ganz ehrlich: Die wenigsten Musiker leben von den Verkäufen ihrer Musik in CD-Form. Denn dank der Musikindustrie dahinter kommt kaum etwas von dem Verkaufspreis auch beim Künstler selbst an. Geld gemacht wird, wie vor über 100 Jahren schon, mit dem Live spielen. Denn das ist ein Erlebnis was sich so schnell durch keine digitale Erfindung ersetzen lässt.
Was sich jedoch ändern muss und ändern wird ist der Verkauf von Musik aus der Büchse. Für gute Musik sind Menschen immer noch bereit Geld auszugeben, auch in digitaler Form. iTunes und Amazon machen es vor. Und auch jede Menge Musiker die erkannt haben dass der Umweg über die Musikindustrie gar nicht mehr nötig ist. Menschen wie David Rovics, die ihre Musik sowohl kostenlos bei Diensten wie Soundclick zum Download anbieten aber auch über iTunes zum kaufen und zusätzlich einfach einen “Spenden”-Knopf auf ihrer Webseite anbringen.
Dadurch hat er nicht nur den Vorteil das seine Musik viel mehr potentielle Hörer (auf völlig legalem Wege) erreicht und damit seine Bekanntheit (und damit auch die Möglichkeiten Live zu spielen) steigert sondern auch direkt an die potentiellen Käufer seiner Musik herantreten kann und so den Verdienst aus den Verkäufen steigern kann.
Lizenzen wie die Creative Commons machen es vor: Erlauben sie die fast uneingeschränkte private Nutzung, verbieten aber explizit die kommerzielle Nutzung. Unter genau dieser Lizenz stehen aus all diesen hier genannten Gründen auch meine Texte und Fotos hier.
Wer von hier Fotos oder Texte wirklich benutzen will für sich der wird das sowieso tun. Ob das nun erlaubt ist oder nicht. Also wieso sollte ich das nicht gleich erlauben und so dafür sorgen das potentiell mehr Leute die Fotos sehen. Und dank der Backlinks hilft es ganz nebenbei auch noch ein bisschen mit dem Google-Ranking. Darüber hinaus hilft auch dabei das mehr Leute sie sehen die sie vielleicht kommerziell verwenden wollen. Worüber sich dann immer noch entscheiden lässt außerhalb der Creative Commons. Aus dem Grund gibt es hier auch nirgendwo diese hässlichen Wasserzeichen mit denen so viele Fotographen ihre Bilder verschandeln.
Und das funktioniert nicht nur mit Musik oder Fotografie. Auch jeder Webdesigner kann davon profitieren wenn Hans Müller für seine Webseite sein Design kostenlos verwendet und so Werbung für ihn treibt kommt steigt die Chance das Menschen mit kommerziellem Bedarf auf ihn aufmerksam werden. Und so lassen sich die Beispiele für noch jede Menge andere Bereiche der kreativen Tätigkeit finden.
So bleibt: Auch wenn die Musikindustrie es nicht wahrhaben will: Sie ist überholt. Der Bedarf an Zwischenhändlern zwischen Musikern oder allgemein Künstlern sinkt, auch dank des Internets. Und mit immer strengeren Gesetzen die selbst Privatkopien schon einschränken wird sich das nicht ändern lassen. Für jeden Kreativen aber entstehen hier Chancen und neue Vertriebsmodelle die es zu nutzen gilt.
Und dafür, und natürlich noch viele andere Dinge, stehen die Piraten. Und nicht für die Abschaffung der Kreativität mangels finanzieller Gegenleistungen.
Den Piraten geht es nicht um die absolute Abschaffung des Urheberrechts, im Gegenteil, und auch Künstler sollen weiterhin mit ihrem Werk Geld verdienen soll. Was jedoch gleichzeitig auch bestehen bleiben soll ist das Recht auf die Privatkopie, welche eine gewisse Tradition geniesst. Genauso wie die Angst der Künstler zu verarmen.
Als das Radio kam hatten Künstler damals Angst davor nicht mehr Live auftreten zu können wenn ihre Musik im Radio gespielt wird. Dem Fernsehen wurde prophezeit die Kinos zu zerstören, genauso wie die VHS und DVD. Und auch nach Jahren von LP, Compact Cassette und CD können Künstler weiterhin auftreten und Geld mit ihren Produkten machen. Und die Privatkopie war immer ein Bestandteil dieser Kultur. Da werden CDs für die Freunde kopiert, da wurde aus dem Radio auf Kassette mitgeschnitten.
Und auch diese Veränderungen von Medien und Geschäftsmodellen ist Bestandteil unserer Kultur. Man stelle sich vor die Mönche hätten den Raubdrucker Gutenberg in Grund und Boden geklagt und hätten sich ein DRM-Äquivalent ausgedacht. Doch so funktioniert der technische Fortschritt nicht. Wenn der Geist einmal aus der Flasche ist hat er die Eigenschaft da nur ganz ungern wieder rein zu gehen. Und so wird auch heute die Privatkopie genutzt und die Verwerter-Industrie sieht ihre Felle davonschwimmen und versucht jeden Nutzer zu kriminalisieren.
Doch der Musiker selbst hat davon nichts. Denn ganz ehrlich: Die wenigsten Musiker leben von den Verkäufen ihrer Musik in CD-Form. Denn dank der Musikindustrie dahinter kommt kaum etwas von dem Verkaufspreis auch beim Künstler selbst an. Geld gemacht wird, wie vor über 100 Jahren schon, mit dem Live spielen. Denn das ist ein Erlebnis was sich so schnell durch keine digitale Erfindung ersetzen lässt.
Was sich jedoch ändern muss und ändern wird ist der Verkauf von Musik aus der Büchse. Für gute Musik sind Menschen immer noch bereit Geld auszugeben, auch in digitaler Form. iTunes und Amazon machen es vor. Und auch jede Menge Musiker die erkannt haben dass der Umweg über die Musikindustrie gar nicht mehr nötig ist. Menschen wie David Rovics, die ihre Musik sowohl kostenlos bei Diensten wie Soundclick zum Download anbieten aber auch über iTunes zum kaufen und zusätzlich einfach einen “Spenden”-Knopf auf ihrer Webseite anbringen.
Dadurch hat er nicht nur den Vorteil das seine Musik viel mehr potentielle Hörer (auf völlig legalem Wege) erreicht und damit seine Bekanntheit (und damit auch die Möglichkeiten Live zu spielen) steigert sondern auch direkt an die potentiellen Käufer seiner Musik herantreten kann und so den Verdienst aus den Verkäufen steigern kann.
Lizenzen wie die Creative Commons machen es vor: Erlauben sie die fast uneingeschränkte private Nutzung, verbieten aber explizit die kommerzielle Nutzung. Unter genau dieser Lizenz stehen aus all diesen hier genannten Gründen auch meine Texte und Fotos hier.
Wer von hier Fotos oder Texte wirklich benutzen will für sich der wird das sowieso tun. Ob das nun erlaubt ist oder nicht. Also wieso sollte ich das nicht gleich erlauben und so dafür sorgen das potentiell mehr Leute die Fotos sehen. Und dank der Backlinks hilft es ganz nebenbei auch noch ein bisschen mit dem Google-Ranking. Darüber hinaus hilft auch dabei das mehr Leute sie sehen die sie vielleicht kommerziell verwenden wollen. Worüber sich dann immer noch entscheiden lässt außerhalb der Creative Commons. Aus dem Grund gibt es hier auch nirgendwo diese hässlichen Wasserzeichen mit denen so viele Fotographen ihre Bilder verschandeln.
Und das funktioniert nicht nur mit Musik oder Fotografie. Auch jeder Webdesigner kann davon profitieren wenn Hans Müller für seine Webseite sein Design kostenlos verwendet und so Werbung für ihn treibt kommt steigt die Chance das Menschen mit kommerziellem Bedarf auf ihn aufmerksam werden. Und so lassen sich die Beispiele für noch jede Menge andere Bereiche der kreativen Tätigkeit finden.
So bleibt: Auch wenn die Musikindustrie es nicht wahrhaben will: Sie ist überholt. Der Bedarf an Zwischenhändlern zwischen Musikern oder allgemein Künstlern sinkt, auch dank des Internets. Und mit immer strengeren Gesetzen die selbst Privatkopien schon einschränken wird sich das nicht ändern lassen. Für jeden Kreativen aber entstehen hier Chancen und neue Vertriebsmodelle die es zu nutzen gilt.
Und dafür, und natürlich noch viele andere Dinge, stehen die Piraten. Und nicht für die Abschaffung der Kreativität mangels finanzieller Gegenleistungen.


3 Comments
Man muss das einfach nur mal ganz pragmatisch auseinandernehmen und die ideologischen roten Tücher wie Verlage und Plattenfirmen aus der Rechnung rausnehmen.
Das Urheberrecht muss neu gedacht werden, keine Frage. Aber die Rechte können dem Schaffer eines Werkes nicht genommen, noch darf es beschnitten werden. Vom Staat auch noch. Mit welchem moralischen Recht denn?
Denn wenn man sich es mal in Ruhe überlegt ist das so ziemlich der Zustand den wir für sämtliche Kultur hatten bevor die Medien-Lobbies sich für die unsinnige Verschärfung des Urheberrechts eingesetzt haben. Im Prinzip stellt CC ja nichts anderes wieder her als das Prinzip der legalen Privatkopie, nur angepasst auf die digitalen Möglichkeiten.
Ne aber jetzt mal im ernst. Ich halte das eben beschriebene Model schon echt für sinnvoll, im prinzip arbeitet jeder, also zumindest ich, nach diesem Muster. Es gibt immer arme Schweine die gepackt werden aber wenn man mal ehrlich ist, verhält man sich nicht anders als vor ein paar Jahren bevor das Urheberrecht so stark verschärft hat. Gut man läd seine Sachen nicht mehr unbedingt via Emule etc runter aber man findet doch ziemlich schnell besseren Ersatz. Die Frage ist also was hat das ganze überhaupt gebracht, für den Ottonormaluser hat sich nichts geändert, wieso also nicht zu alt bewerten zurück. Ich kaufe trotzdem CD's DVD's und gehe ins Kino, die sollen sich einfach nicht so anstellen
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