Beim Fußballspiel verlasse ich doch auch nicht vor Ende das Feld, oder?
Posted by Bastian • Saturday, January 29. 2011 • Category: Aktuell: , don't crash the ambulance, We Don't Need No Education
In dieser Woche war ich am Mittwoch wegen einer Fortbildung abwesend. Da meine Klasse die Unterrichtsreihe zum "Kaufvertrag und den Leistungsstörungen" selbstständig mittels "Lernen durch Lehren" erarbeitet, war dies eine gute Gelegenheit für den Test, wie gut denn die selbstständige Arbeit klappt, wenn ich nicht zur Aufsicht vor Ort bin.
Die Gruppen sollten daher in der 6. und 7. Stunde nach Sport einen freien Raum aufsuchen und dort ihre Arbeit fortführen. Klar. Zu der Zeit, nach Sport, das ist schon erhöhter Schwierigkeitsgrad;-)Ich hatte ausdrücklich dabei gesagt, dass ich keinen anderen Lehrer zur Aufsicht vorbeischicken werde, sondern darauf vertraue, dass die Gruppen alles selber regeln.
Freitag haben wir dann besprochen, wie gut (oder eben nicht) das funktioniert hat.
Mir auferlegte Bedingungen für die Reflexion: Es wird nichts bewertet davon. Nichts wird gegen die Gruppe/Schüler verwendet. Ich notiere keine Fehlstunden. Aber dafür möchte ich Aufrichtigkeit und ehrliche Äußerungen.Die Gruppen haben kurz Zeit, sich intern zu besprechen. Was hat gut geklappt? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Wer hat aus der Gruppe gefehlt? Warum? Dann haben wir die Ergebnisse der Reflexion im Plenum besprochen.
Kurzfassung (aus meiner Vorstandstätigkeit als "running gag" bekannt: Ich habe mich geärgert.)
Der für die Klasse gebuchte und von mir vorgesehene Raum war abgeschlossen. (Lehrerzimmer und Sekretariat zu der Zeit nicht mehr besetzt.) So ein Orgaproblem ist ärgerlich, allerdings gab es durchaus Alternativen, an die aber kaum jemand gedacht hat: Einfach einen anderen Raum im Gebäude nehmen, einen Lehrer aus einem Raum fragen, in dem noch Unterricht ist, in einer Kneipe weiterarbeiten usw. Hier fehlt noch Problemlösekompetenz (vielleicht auch Phantasie).
Fazit: Nur ein kleiner Teil der Schüler ist wirklich zum Arbeiten geblieben. Die Absprache in den Gruppen hat leider nach meinem Empfinden auch nicht sehr gut geklappt.
Einige Schüler sind gegangen, ohne dies mit der Gruppe abgesprochen zu haben.An der Stelle fehlt mir bei einigen Schülern noch das Gefühl von Verantwortung für eine Gruppe und das Ergebnis.
Ich denke auch, dass in den Gruppen noch nicht genug kommuniziert wird (auch Kritik wird untereinander nach meinem Empfinden zu wenig geäußert). Die Themen/Inhalte werden zudem noch nicht ausreichend als Gruppe diskutiert. Oft teilen Gruppen lieber Inhalte auf, was leicht dazu führen kann, dass das große Ganze aus den Augen verloren wird und unter Umständen auch nicht jeder wirklich über das gesamte Thema Bescheid weiß.
Ich will aber nicht nur meckern. Es gab auch Gruppen (oder Teile von Gruppen), die bei der Reflexion den Eindruck machten, dass sie gut organisiert sind und auch sehr sinnvoll weitergearbeitet haben.
Letzendlich wird sich das Ergebnis sowieso erst am Ende zeigen, nämlich dann, wenn die Unterrichtsstunden gehalten werden und wenn sich in den beiden Klausuren zeigt, wie gut die Schüler sich zusammen/gegenseitig darauf vorbereitet haben.
Birgit Rydlewski, 41 Jahre alt [alles gute zum Geburtstag auch hier im Kleingedruckten noch mal] , Lehrerin für Wirtschaftswissenschaften und Deutsch am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, Lüdinghausen/Dülmen; derzeit 1. Vorsitzende des LV NRW der Piratenpartei Deutschland
Die Gruppen sollten daher in der 6. und 7. Stunde nach Sport einen freien Raum aufsuchen und dort ihre Arbeit fortführen. Klar. Zu der Zeit, nach Sport, das ist schon erhöhter Schwierigkeitsgrad;-)Ich hatte ausdrücklich dabei gesagt, dass ich keinen anderen Lehrer zur Aufsicht vorbeischicken werde, sondern darauf vertraue, dass die Gruppen alles selber regeln.
Freitag haben wir dann besprochen, wie gut (oder eben nicht) das funktioniert hat.
Mir auferlegte Bedingungen für die Reflexion: Es wird nichts bewertet davon. Nichts wird gegen die Gruppe/Schüler verwendet. Ich notiere keine Fehlstunden. Aber dafür möchte ich Aufrichtigkeit und ehrliche Äußerungen.Die Gruppen haben kurz Zeit, sich intern zu besprechen. Was hat gut geklappt? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Wer hat aus der Gruppe gefehlt? Warum? Dann haben wir die Ergebnisse der Reflexion im Plenum besprochen.
Kurzfassung (aus meiner Vorstandstätigkeit als "running gag" bekannt: Ich habe mich geärgert.)
Der für die Klasse gebuchte und von mir vorgesehene Raum war abgeschlossen. (Lehrerzimmer und Sekretariat zu der Zeit nicht mehr besetzt.) So ein Orgaproblem ist ärgerlich, allerdings gab es durchaus Alternativen, an die aber kaum jemand gedacht hat: Einfach einen anderen Raum im Gebäude nehmen, einen Lehrer aus einem Raum fragen, in dem noch Unterricht ist, in einer Kneipe weiterarbeiten usw. Hier fehlt noch Problemlösekompetenz (vielleicht auch Phantasie).
Fazit: Nur ein kleiner Teil der Schüler ist wirklich zum Arbeiten geblieben. Die Absprache in den Gruppen hat leider nach meinem Empfinden auch nicht sehr gut geklappt.
Einige Schüler sind gegangen, ohne dies mit der Gruppe abgesprochen zu haben.An der Stelle fehlt mir bei einigen Schülern noch das Gefühl von Verantwortung für eine Gruppe und das Ergebnis.
Ich denke auch, dass in den Gruppen noch nicht genug kommuniziert wird (auch Kritik wird untereinander nach meinem Empfinden zu wenig geäußert). Die Themen/Inhalte werden zudem noch nicht ausreichend als Gruppe diskutiert. Oft teilen Gruppen lieber Inhalte auf, was leicht dazu führen kann, dass das große Ganze aus den Augen verloren wird und unter Umständen auch nicht jeder wirklich über das gesamte Thema Bescheid weiß.
Ich will aber nicht nur meckern. Es gab auch Gruppen (oder Teile von Gruppen), die bei der Reflexion den Eindruck machten, dass sie gut organisiert sind und auch sehr sinnvoll weitergearbeitet haben.
Letzendlich wird sich das Ergebnis sowieso erst am Ende zeigen, nämlich dann, wenn die Unterrichtsstunden gehalten werden und wenn sich in den beiden Klausuren zeigt, wie gut die Schüler sich zusammen/gegenseitig darauf vorbereitet haben.
Birgit Rydlewski, 41 Jahre alt [alles gute zum Geburtstag auch hier im Kleingedruckten noch mal] , Lehrerin für Wirtschaftswissenschaften und Deutsch am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, Lüdinghausen/Dülmen; derzeit 1. Vorsitzende des LV NRW der Piratenpartei Deutschland

