Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Hinter verschlossenen Türen: ACTA

Posted by Bastian • Wednesday, October 27. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Andre, der in Münster den Vortrag zum neuen Personalausweis gehalten hat, hatte mich vor einiger Zeit gefragt ob ich nicht in Bochum im Labor einen kurzen Vortrag über ACTA halten könnte. Und eigentlich hätte ich das auch gerne getan. Aber leider ist mir dann der Umzug nach Frankfurt kurzfristig dazwischen gekommen. Erfreulicherweise hat sich aber Philip bereit erklärt die Aktion zu übernehmen und für mich einzuspringen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Gestern Abend fand der Vortrag statt und freundlicherweise wurde der Vortrag nicht nur live gestreamt sondern auch aufgezeichnet. Hier eingebettet findet ihr die Aufzeichnung.

Die Glaubwürdigkeit von WikiLeaks

Posted by Bastian • Sunday, October 24. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
WikiLeaks hat in letzter Zeit für viel Wirbel gesorgt. Erst war da das Video aus dem Irakkrieg, welches zeigt, wie aus einem Helikopter auf unbewaffnete und flüchtende Zivilisten geschossen wird. Kurz danach veröffentlichten sie zehntausende Militär-Dokumente aus dem Afghanistan-Krieg gefolgt von knapp 400 000 Dokumenten aus dem Irakkrieg am Freitag Abend, die zwischen 2004 und 2009 angefallen sind. Gleichzeitig mit diesen Erfolgen beim Whistleblowing wächst aber auch die Kritik an Wikileaks. Und das ganz unabhängig von den Skandalen um die Persona Assange und den Streitigkeiten innerhalb von WikiLeaks.

Bereits bei der Veröffentlichung des Videos unter dem Titel „Collateral Murder“ gab es Kritik daran, dass WikiLeaks ihre zuvor neutrale Rolle aufgegeben haben und stattdessen als Editor aufgetreten sind und dem Video nicht nur einen eindeutigen Titel gegeben haben, sondern das Video auch zurechtgeschnitten und kommentiert haben. Auch wenn dieser Schritt im Sinne der Erregung von Aufmerksamkeit noch gerechtfertigt werden könnte, ist dies gleichzeitig schon ein erster Schritt weg von ihrem eigenen Anspruch: Nämlich Dokumente zu veröffentlichen, solange sie nur neu sind (selbst unabhängig davon, ob sie echt oder ein Fake sind).

Bei der Veröffentlichung der Dokumente aus Afghanistan wurden ca. 15 000 Dokumente zurückgehalten. Mit der Begründung, dass man hier die Namen der Informanten rauslöschen müsste, damit sie nicht den Taliban zum Opfer fallen. Was im ersten Moment nach einem vernünftigen Grund klingt, besiegelt allerdings den weiteren Vertrauensverlust in WikiLeaks. Ganz abgesehen von der Effizienz der Maßnahme: Denn das Löschen der Namen von Informanten zu deren Schutze funktioniert nur unter der Voraussetzung, dass die Daten/Dokumente nicht an anderer Stelle auch an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Was in meinen Augen eine ziemlich vermessene Ansicht ist. Wieso sollten Informationen, die es einmal an die Öffentlichkeit geschafft haben, nicht auch an anderer Stelle wieder schaffen? Wenn man hier davon ausgeht, dass Dokumente auch öfter geleaked werden, erweist man dem Schutz der Informaten mit der Zensur der Namen nur einen Bärendienst. Denn sollten die Taliban in die Hände eines Original-Dokuments gelangen, ist es dank der Arbeit von WikiLeaks auf einmal ein leichtes, sämtliche Namen der Informanten herauszubekommen, ähnlich wie es bei DNS-Zensur der Fall ist, wenn die Sperrlisten leaken. Denn alles was ein findiger Terrorist noch machen muss, ist einmal "diff" in seine UNIX-Shell zu tippen und am Ende noch „Todesliste“ über das Ergebnis zu schreiben. Informantenschutz sieht irgendwie anders aus.Assange gibt gegenüber CNN sogar unverhohlen zu, dass es sich bei der Löschung der Namen in erster Linie um eine PR-Aktion handelt, und macht in einem Interview auch klar, dass Informatenschutz natürlich nicht gilt, wenn er fragt.

Bei der Veröffentlichung der Dokumente aus dem Irak-Krieg geht man daher auch gleich noch einen Schritt weiter und löscht lustig noch mehr Details aus den einzelnen Berichten. Und führt damit den eigenen Grundsatz völlig ad absurdum und begräbt die eigene Glaubwürdigkeit. Da WikiLeaks alles andere als nachvollziehbar arbeitet, ist nun überhaupt nicht mehr klar, welche Informationen unter den Tisch gefallen sind und ob hier wirklich der Schutz von Informanten oder doch nur Agenda-Setting der Grund war. Durch dieses Vorgehen tut sich WikiLeaks keinen Gefallen und es operiert rein auf Basis der arroganten Grundannahme, dass Informationen nicht an anderer Stelle auch an die Öffentlichkeit gelangen.

Aber was wäre die Alternative? Sollte man Menschenleben dadurch gefährden, dass man die Namen einfach mit veröffentlicht? Aber fragen wir doch lieber mal andersrum: Ist es eine Gefahr, wenn die Namen mit veröffentlicht werden? Wenn man davon ausgeht, dass Leaks so oder so vorkommen, macht es keinen Unterschied, ob man die Namen entfernt oder in den Dokumenten lässt (außer, dass die diff-Methode eben nicht mehr funktioniert). Und allgemeiner betrachtet muss man sagen, dass Informationen in der Vergangenheit ihren Wert daraus bezogen haben, dass sie selten waren. Für „geheime“ Informationen ist das immer noch der Fall. Durch eine bedingungslose, allgemein zugängliche Veröffentlichung entwertet man solche Daten immens und stellt auf der Informationsebene Waffengleichheit her.

Leider liegt WikiLeaks nicht besonders viel an der bedingungslosen und allgemein zugänglichen Veröffentlichung. Denn nicht nur sämtliche Dokumente, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, sind mittlerweile nicht mehr zugänglich. Selbst Collateral Murder und die War Diaries aus Afghanistan sind mittlerweile nicht mehr bei WikiLeaks zu finden. Herbert Snorasson, ein ehemaliger Mitarbeiter von WikiLeaks, sagte in einem Interview mit der ZEIT: „Ich glaube, es ist gar nicht so wichtig, wer als Quelle genannt wird. Es ist einfach nur wichtig, dass die Information ans Tageslicht kommt.“

Auf WikiLeaks kann man sich dabei wohl leider nicht mehr verlassen.

Death Of ACTA

Posted by Bastian • Wednesday, October 20. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Der Rapper Dan Bull hat mit Death Of ACTA nun einen Song mit sehr schön produziertem Video vorgestellt der sich nicht nur mit dem Anti-Counterfeiting Trade Agreement beschäftigt sondern ausnahmsweise auch mal nicht aus dem direkten Umfeld der Piratenpartei stammt. Viel Spass beim Hören.

Kurswechsel

Posted by Bastian • Wednesday, October 20. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Denkt euch hier das übliche „Es tut mir leid, dass ich so lange nicht gebloggt habe”-Zeug hin. Und nun zum spannenden Teil: Nachdem ich mich ja eigentlich für das Informatik-Studium an der TU Dortmund eingeschrieben hatte gab es kurzfristig ein Angebot, dass ich dann doch nicht ablehnen konnte. Das Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt hatte nämlich ein 3-monatiges Stipendium im Bereich Genomanalyse etc. zu vergeben. Und da ich letzte Woche für einen Journalismus-Workshop zum Thema „Synthetische Biologie” sowieso in Frankfurt war hab ich passend auch mal für das Stipendium vorgestellt. Und was soll ich sagen: Ich kann so schnell wie möglich anfangen.

Deshalb waren die letzten Tage (unter anderem) von der Wohnungssuche geprägt die ich dank Gheed nun auch erfolgreich abgeschlossen habe. Und so ziehe ich dann in der kommenden Woche erstmal um. Wobei umziehen nicht ganz richtig ist. Da das Zimmer möbliert ist muss nur wenig gepackt werden und dann geht es los: 3 Monate Frankfurt.

Der neue Personalausweis

Posted by Bastian • Wednesday, October 13. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Gestern Abend gab es Besuch beim Stammtisch der Piraten in Münster. Neben einem Vertreter von Greenpeace der die Aktion „Donnerstag ist Veggie-Tag” vorgestellt hat (Die Idee ist Donnertags auf Fleisch zu verzichten um dem Klimawandel entgegenzuwirken, denn die Fleischproduktion ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasen) gab es von Andre Kasper einen sehr guten Vortrag zum neuen Personalausweis. Der Ausweis war ja nun häufiger in der Kritik wegen angeblicher Sicherheitslücken. Vom unbemerkten Auslesen bis zum Identitätsdiebstahl gingen die Vorwürfe zu der Technik im ePerso.

Einen viel weniger hysterischen und vor allem mit mehr Fakten gespickten Vortrag gab es dann gestern Abend. Der Tenor des Vortrags: Der Ausweis ist gar nicht so unsicher wie man einem glauben machen möchte und die Funktionen sind auch gar nicht so dumm. Ja, die elektronischen Funktionen lassen sich zerstören. Und ja, wer ein einfaches Lesegerät benutzt der sollte darauf achten, dass sich keine Malware auf seinem Computer befindet. Was nun aber auch schon ganz ohne ePerso so war. Denn mit Keyloggern kommt man heutzutage schon ganz bequem an die Logins für eBay, Paypal & Co wenn man denn will.

Problematischer sind da schon die Kosten die der neue Personalausweis verursacht. Nicht nur bei den Bürgern bei der Anschaffung, sondern auch bei den Kommunen die entsprechende Infrastruktur anschaffen und warten müssen. Genauso wie der Bestand an biometrischen Fotos die dem Staat damit auf einmal exklusiv zur Verfügung stehen und in Maschinerien wie der von INDECT geplanten eingesetzt werden können. Wir haben den Vortrag auch aufgezeichnet. Ton und Bild sind leider nicht wirklich optimal, aber wer sich eine Stunde Zeit nehmen will um sich abseits der Hysterie informieren will kann hier fündig werden: Als MP4-Version sowie auch als OGG Video.  

Integrativer Missionierungseifer

Posted by Bastian • Tuesday, October 12. 2010 • Category: Aktuell: , Dirty Little Religion
Die Religion mal wieder: Während Horst Seehofer mit viel Tamtam behauptet, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen weil die sich ja so schwer tun versucht der Papst es wieder einmal mit der Rechristianisierung in Europa. Weil es reicht ja nicht wenn man irgendwo in Afrika den Leuten einredet, dass Kondome Teufelswerk sind und der Status HIV positiv nur ein echtes Gütesiegel dafür ist, dass Gott einen liebt. Und deshalb soll der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung doch mal schauen wie man die Europäer dazu bringen kann wieder brav in die Kirche zu rennen, den Mitgliedsbeitrag zu zahlen und natürlich zu glauben.

„Wirtschaftliche Entwicklungen, Fortschritte in Technik und Wissenschaft, neue Lebensstile und verändertes Freizeitverhalten hätten die Gesellschaften und auch die religiöse Dimension des menschlichen Lebens verändert.” heisst es da genauso wie vom „besorgniserregenden Verlust an Sinn für das Heilige” gefaselt wird. Und auch wenn die Bewertung seitens der Kirche und mir wohl nicht weiter auseinanderliegen könnte: Ich freue mich darüber. Menschen die anfangen über ihr Leben und ihre Freizeit selbst zu bestimmen und Zugang zum Fortschritt in Technik und Wissenschaft haben. Da muss einem eigentlich nicht Angst und Bange werden. Außer man zieht seinen eigenen Vorteil an einem definitiv überholten Geschäftsmodell (Die Kirche ist ja auch nur eine nette Umschreibung für Content-Mafia), aus mangelnder Bildung und mit den Urängsten von Menschen...

Mehr Meme

Posted by Bastian • Tuesday, October 12. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire

Es ist schon etwas her, aber ich will euch auch hier mal auf dem laufenden halten was meine Meme-Wissenschaften so treiben. Als ersten Schritt habe ich vor ein paar Tagen den Meme-Analyser mal aktualisiert und habe dabei von der einfachen Google Chart API auf die fortgeschrittene Google Visualisation API gewechselt. Dadurch kann (bzw. muss) man nun zwar nicht mehr selbst die Skala auf der Y-Achse wählen (was vergleichende Graphen etwas schwieriger macht).

Dafür hat man nun allerdings den Vorteil, dass man in der Javascript-Lösung das Mouse-Over als Feature zur Verfügung hat. Damit ist die X-Achse nun nicht nur grob mit Daten annotiert sondern für jeden Datenpunkt kann man selbst nachschauen an welchem Tag die Daten erzeugt wurden und wie viele Tweets in der Datenbasis vorhanden sind. Unten gibt es ein kleines Beispiel dazu eingebunden.

Die nächsten Schritte habe ich mir auch schon überlegt: Zum einen wäre es ideal wenn man mehr als ein Meme gleichzeitig im Graphen haben könnte. Dafür braucht es gar nicht so viele Änderungen an der Code-Basis und in den nächsten Tagen sollte das kommen. Zum anderen versuche ich mit der Hilfe von Marco der die Twitter-Trends sammelt eine eigene Datenbasis auf die Beine zu stellen die auch unterhalb der Tagesansicht noch aussagekräftig ist. Bis dahin aber schon mal viel Spass mit der aktuellen Version.

Von Haushaltsdebatten

Posted by Bastian • Wednesday, October 6. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Gestern Abend haben sich die Münsteraner Piraten wieder mal zum Arbeitstreffen eingefunden. Aktuell steht vor allem die Haushaltsplanung auf der Tagesordnung. Und dabei ist auch eine handliche Liste von über 180 Sparvorschlägen mit denen man den Haushalt sanieren und der Haushaltssicherung entgehen will. Und schon wird Politik auf einmal viel greifbarer als dies bei Themen wie ACTA, INDECT & Co der Fall ist. Denn bei der Haushaltsdebatte geht es um die Verwaltung von Mängeln (dem Zustand den Piraten nicht so gut kennen, außer davon wenn zu viel Porn die Festplatten verstopft).

Schliesst man die lokale PTA-Schule um Geld einzusparen? Lässt sich das mit dem Anspruch nach dem freien Zugang zu Bildung vereinbaren? Oder können die potentiellen Schüler in der Umgebung genauso gut ihre Ausbildung machen? Wie schaut es mit den Zweigstellen der Stadtbibliothek aus? Lohnt es sich die weiter geöffnet zu halten, trotz des Besucherrückgangs (der auch durch die bereits drastisch gekürzten Öffnungszeiten zustande kommt)? Wer nutzt diese Angebote überhaupt noch? Kann man Alternativen dafür finden? Will man bei der Volkshochschule sparen? Und wo da? Das sind alles Wichtige Fragen, und so gar nich so simpel zu beantworten...

Am kommenden Montag wird auf jeden Fall weiter heiss diskutiert werden.

Diskriminierung von Informationen & Datenschutz

Posted by Bastian • Tuesday, October 5. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Nachdem es am Wochenende bei der openmind #om10 ja viel um Netzpolitik und Themen wie Urheberrecht, Bildung, Post-Privacy und die Neuronentheorie von Jean-Pol ging setze für mich gestern noch die Anhörung zu Netzneutralität bei der Enquete des Bundestags zum Internet & digitale Gesellschaft (#eidg). Zu der om10 will ich mich hier auch gar nicht mehr unbedingt groß und viel zu einzelnen Dingen äußern, denn das haben schon so viele andere Leute gemacht. Und als Orga hab ich bislang auch leider gar nicht so viel von den Talks etc. mitbekommen (ich freue mich stattdessen auf die Videoaufzeichnungen).

Aber ich versuche mich trotzdem an diesem Blogbeitrag der das alles mal zusammen bringt: Bei der #eidg ging es ja gestern um Netzneutralität und die Frage danach ob man bestimmte Informationstypen bevorzugen kann und ob diese Bevorzugung irgendwie auch ohne eine Diskriminierung durchführen kann. Gleichzeitig war die Frage ob diese Unterscheidung irgendwie auch ohne Eingriff in die Privatsphäre gehen könnte. Denn um bestimmte Informationen zu bevorzugen muss ich ja den Inhalt der Daten kennen.

Grundkonsens dürfte für viele Leute im Web wohl sein, dass man keine Diskriminierung von Daten haben möchte. Ganz egal ob man dafür in die Pakete schauen muss oder nicht. Stattdessen soll gelten: Jedes Bit ist gleich. Einer Forderung der ich mich so gerne auch anschliessen möchte. Spannend wird diese Forderung aber, wenn man wieder auf den Konflikt Privacy / Post-Privacy schauen möchte. Denn eigentlich sind Datenschutzforderungen im Endeffekt nichts anderes als die Diskriminierung von Information: Während File-Sharing und der freie Zugang zu Bildung & Wissen im Sinne der Freiheit von Informationen befürwortet wird kommt man ganz schnell an die Grenzen der Informationsfreiheit, wenn es um persönliche Daten geht.

Ein überspitztes Beispiel: Auch auf der om10 kam das Beispiel von dem 16-Jährigen der irgendwas ins Netz schreibt und noch Jahre später deshalb Probleme mit potentiellen Arbeitgebern bekommt. Für den ein oder anderen nicht nur ein Fall von eventuell fehlender Medienkompetenz sondern auch ein Fall für den Datenschutz, da müsste man doch Löschfristen oder Ähnliches implementieren. Nehmen wir mal, for the sake of argument, an, dass dieser Zusammenhang Äußerung -> Negative Konsequenzen so stimmt. Wechseln wir jetzt aber mal den Blick und überlegen was wohl passieren würde wenn man mit 16 (aus welchen Gründen auch immer) mit seinen Freunden irgendwie Songs mit rechtsradikaler/rechter Musik aufnehmen würde die auch Jahre später noch ihre Runden bei den üblichen Torrent-Suchmaschinen machen.

Mit diesen „Werken” bleiben durch die Urheberschaft weiter die persönlichen Daten verknüpft. Gleichzeitig müsste man als Befreier von Kunst/Kultur/Wissen aber wohl auch anerkennen, dass die freie Verfügbarkeit und das private Kopieren durch Tauschbörsen genau das ist, was man möchte. Und dies, obwohl diese Verfügbarkeit wohl ähnliche (hypothetische) Auswirkungen auf den zukünftigen Job haben dürfte wie die wenig bedachte Äußerung im sozialen Netzwerk seiner Wahl.

Und damit landen wir wieder bei der Diskriminierung von Daten. Ist das Verfügbar halten der einen Information eine gute Sache, während es im anderen Fall ein Datenschutzproblem ist? Ist es überhaupt sinnvoll Daten/Informationen zu klassifizieren? Denn eigentlich entsteht mit so einer Klassifizierung immer ein Problem. Zum einen bleibt da die Frage die auch bei der Kulturflatrate nicht beantwortbar bleibt: Wer klassifiziert denn was verfügbar sein soll? Was ist Kultur und sollte so online bleiben und was ist keine Kultur und hat damit keinen Schutz?

So wie Anfragen über das Informationsfreiheitsgesetz bereits heutzutage mit dem Argument „Datenschutz” blockiert werden, könnte man das natürlich auch genauso ausweiten: Selbst wenn uneingeschränktes File-Sharing legal wäre, wie lange würde es wohl dauern, bis Labels sich auf den Datenschutz ihrer Künstler berufen? Soll jedes Bit gleich sein? Das sind Fragen die man diskutieren muss.