Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Verteidigt!

Posted by Bastian • Tuesday, August 24. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Heute war es dann so weit, ich hab die Verteidigung meiner Bachelorarbeit gehalten. Wer noch mal nachlesen möchte um was es bei der Arbeit ging wird bei der Bierologie fündig wo ich versucht habe es halbwegs Laien-verständlich zu erklären. In 20 Minuten heute habe ich dann noch mal den Leuten der Arbeitsgruppe erklärt was genau ich in den letzten Monaten so im Büro getrieben habe (also wenn ich nicht gerade Blogpostings geschrieben oder YouTube-Videos geschaut habe).

Hier gibt es nun für euch auch die Slides. Leider hat es beim Export von Keynote zu Slideshare nicht nur die Animationen der Folien zerschossen sondern auch ab und an die Phasen der Animation übereinander gedruckt. Trotzdem sollte klar werden, was der Inhalt ist. Falls es Bedarf an der Original-Keynote-Datei gibt meldet euch in den Kommentaren. Und nein, Ergebnisse gibt es noch keine.

Privacy-Podiumsdiskussion auf der #om10

Posted by Bastian • Saturday, August 21. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
So langsam geht die Planungsphase für die openmind #om10 in die heiße Phase. Relativ kurzentschlossen wollen wir nun eine Kinderbetreuung anbieten um auch Eltern die Teilnahme zu ermöglichen, dazu sind schon viele Tickets weg (aber es gibt noch welche). Dazu sind schon jede Menge sehr spannende Beiträge eingegangen (und es können bis zum 23.08. noch Beiträge eingereicht werden) die ein weites, gesellschaftliches Feld abdecken.

Und heute können wir weitere Details zum ersten, festen Programmpunkt verraten. Nämlich die Besetzung des Podiums zu Privatssphäre, Datenschutz, Post Privacy & Co: Der Datenschutzbeauftragte der Piratenpartei Deutschland, Werner Hülsmann, und Ansgar Veltens, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Rheinland-Pfalz, treten für den bekannten Datenschutz ein während Christian Heller (aka @plomlompom) und ich auf der anderen Seite stehen werden.

Unsere Gesichter gegen ACTA

Posted by Bastian • Thursday, August 19. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Wir haben es getan. Wir haben unsere Gesichter gezeigt. Gegen ACTA. Was ACTA ist, kann man auf den Blogs der Herren Urbach und Greshake, bei Stopp ACTA, La Qudrature du Net, Anti ACTA, Open ACTA, der Piratenpartei und auf vielen vielen weiteren Seiten nachlesen.

Wie nun schwerlich festzustellen ist, gibt es weltweite Poteste (sucht nur mal auf Twitter nach #ACTA). Doch warum dann diese Aktion? Nun, der Protest gegen ACTA ist vielfältig, aber allen fehlt etwas: Das Gesicht. Im Augenblick protestiert eine zum Großteil gesichtlose Masse, es wird sachlich argumentiert und die Gefahren aufgezeigt. Wie es scheint, interessiert das niemanden.
Also geben wir dem Protest ein Gesicht. Denn hinter den Protesten befinden sich nicht nur irgendwelche Pseudonyme die ihrem Frust Luft machen wollen. Sondern Menschen. Und die haben berechtige Angst vor ACTA und den Folgen des Abkommens.

Die Herren Urbach und Greshake riefen über ihre Blogs und Twitter auf, Gesichter zu ACTA einzusenden. Das konnten sie über eine schlichte Internetseite tun und ausser, dass sie erlaubten, dass die Bilder weiter verwendet werden, wussten sie auch nicht, was genau passiert. Nun, hier ist das Ergebnis - geschnitten vom fabulösen Herrn Greshake, nur für uns *husthust* vertont von den Nine Inch Nails. Genug der Worte, viel Spass damit:



Eine gekürzte Version wird zur Präsentation auf der Ars Technica eingereicht - um noch mehr Menschen die Gesichter gegen ACTA zu zeigen. Und ab September wird es auch eine Webseite zu der Aktion “Face against ACTA” geben.

On behalf of #sektion31: Stephan Urbach (tomate) & Bastian Greshake (gedankenstuecke)

Wissenschaftsstandort Münster

Posted by Bastian • Monday, August 16. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer
Im Blog Of Schemes and Memes hat Matt recht schön die wissenschaftlich interessanten Standorte Londons rausgearbeitet. Dabei sind Museen, Uni-Einrichtungen, Firmen, Verlage & Co die irgendwie mit Wissenschaft zu tun haben.



Science Map Münster auf einer größeren Karte anzeigen

Gestern Abend haben Yourie und ich angefangen das Ganze auf Münster zu übertragen. Hier seht ihr die vorläufigen Ergebnisse. In Rot sind Einrichtungen der Uni zu sehen, in Blau unabhängige Institute und in Gelb sind Museen eingezeichnet. Und natürlich fehlen noch jede Menge Institute & Co. Die Museen sind zwar schon ganz gut abgedeckt, allerdings habe ich mich bislang auf die naturwissenschaftlichen Institute im Westen der Stadt konzentriert. Einfach weil ich dort selbst am meisten aktiv war oder bin.

Wer also mithelfen will die Karte zu vervollständigen kann sich gerne in den Kommentaren melden, entweder nur mit dem Ort der fehlt oder mit dem Wunsch selbst mehr Punkte einzutragen. Wir fügen euch dann mit zur Autorenschaft hinzu.

*UPDATE* Matt hat die Karte von Münster nun auch in seinem Blog.

Zeigt eure Angst vor ACTA

Posted by Bastian • Friday, August 13. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
ACTA wurde hier nun lange genug wieder ignoriert (Bad News, und keine Überraschung: Die Verhandlungen sind immer noch nicht vom Tisch). Deshalb ist es mal wieder an der Zeit mobil zu machen. Wieso wir alle panische Angst haben sollten vor dem fiesen Monstrum habe ich ja, mit Hilfe der Veröffentlichung von Axel Metzger ja schon versucht ein bisschen deutlich zu machen. Aber das lockt natürlich niemanden hinter dem Ofen hervor.

Und mein Lieblings-Anti-ACTA-Agent Stephan hat sich deshalb eine großartige Idee einfallen lassen: Face Against ACTA! Angelehnt an die letztjährige Aktion Ich bin Pirat bei der das eigene Foto mit einem kleinen Rahmen verziert wurde um seine Unterstützung auszudrücken geht das nun auch analog gegen ACTA. Und natürlich ist das Ziel die passenden Gesichtsausdrücke damit einzufangen: Frustriert, wütend, traurig, entsetzt. Sucht euch was aus. Den Generator für die Rahmen findet ihr bei Stephan. Falls ihr wollt könnt ihr sie auch direkt den Piraten unter einer CC-BY-SA-Lizenz anvertrauen um daraus so was wie Kunst zu machen. Und zur Verdeutlichung hier zwei Symbolbilder:



Marktradikaler Kommunismus in Parallelwelten

Posted by Bastian • Thursday, August 12. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Keine Angst, die große Zeit der Thesen ist vorbei. Und ich wollte jetzt auch nicht meine eigenen ans nächstbeste Imageboard posten. Aber spannend ist es doch wo sich dieses Internet einsortiert. Während die Verwertungsindustrie aka Content-Mafia immer wieder den Kommunismus des Internets ausruft und fürchtet, dass sich «alles für alle und zwar umsonst» durchsetzen könnte. Die, Vorsicht Buzzword, Internet-Aktivisten auf der anderen Seite fordern die Freiheit des Internets nicht weiter zu beschränken. Verkehrte Welt im Internet?

Vermutlich nicht ganz, denn irgendwie sind beide Ansätze, auf eine Art und Weise ja nicht ganz verkehrt. Denn das Internet ist, zumindest in Ansätzen, der feuchte Traum jedes Kommunisten. Wann waren kreative Produktionsmittel jemals so weit in den Händen eines jeden einzelnen? Auch wenn der Zugang zum Internet bei uns noch kein Grundrecht ist haben mehr Menschen den je die Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen, sich auszudrücken. Die Preise für die Produktion von Bild, Ton und Video-Formaten sinken weiter und Produktionen die noch vor einigen Jahren Leuten mit viel Geld vorbehalten gewesen wären sind nun für fast jede erschwinglich geworden.

Auf der anderen Seite wird die Freiheit des Internets betont. Und dabei ist auch die Freiheit des Marktes gemeint. Doch anders als in der realen Welt™ wird online in den seltensten Fällen mit Geld bezahlt. Klar, Flattr, Google Ads & Co machen es möglich sich seine Werke auch versilbern zu lassen. Doch die eigentliche Währung ist Zeit. Denn jeder Rezipient hat, noch viel radikaler beschränkt als sein Geld, 2 Dinge zur Verfügung: Aufmerksamkeit und Zeit. Kein Kredit der Welt verhelfen einem zu mehr davon. Und dementsprechend überlegen die Leute auch was sie mit Aufmerksamkeit belohnen. Feedreader, Twitter und dieses ganze, soziale Zeugs im Internet ermöglicht es. Man bekommt die Nachrichten, Texte, Bilder, Videos die einen potentiell interessieren. Nach Hause geliefert und konsumfertig. Im Idealfall produziere ich daraus selbst wieder etwas und gebe es in den Kreislauf zurück.

Dinge die für mich nicht taugen fliegen dabei dann ganz einfach aus dem Reader, Leute die nichts spannendes auf Twitter verbreiten werden unfollowt. Jeder hat die Möglichkeit gelesen und gehört zu werden. Das recht darauf hat keiner. Und jeder hat die Freiheit jene Dinge zu ignorieren die für ihn keinen Mehrwert darstellen. Und so entsteht die unweigerliche Fragmentierung in Parallelgesellschaften im Internet. Da tummeln sich die Scienceblogs neben Homöopathie-Foren, genauso wie Katzenbildchen in friedlicher Koexistenz mit Torture Porn lebt. Und wohl kaum ein Reader wird dem anderen gleichen, auch wenn es im Internet-Mainstream Überlappungen gibt.

Und ich finde das ziemlich gut, so wie es ist. Denn in meinen Augen sind es alle 3 Faktoren die das Internet zu dem Medium gemacht haben wie wir es heute kennen und alltäglich nutzen: Freier Zugang zu den Produktionsmitteln, der Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit und die Fragmentierung in Zielgruppen. Problematisch wird es, wenn diese Freiheit und Gleichheit unter Beschuss gerät. Das Stichwort lautet Netzneutralität. Wenn bestimmte Dienste bevorzugt behandelt werden und ihre Daten schneller, besser oder zuverlässiger rund um die Welt transportieren können dann wackelt das Konstrukt.

Zum einen weil die Produktionsmittel damit de facto aus den Händen der Allgemeinheit genommen werden (Dienste können nur noch von jenen Angeboten werden die das nötige Kleingeld für eine bevorzugte Behandlung haben). Und zum anderen ist der Markt damit nicht mehr wirklich frei. Denn plötzlich spielt es wieder verstärkt eine Rolle wer Informationen anbietet. Zwar mag eine gute Idee immer noch eine gute Idee haben. Aber wie hoch ist die Motivation eine Alternative zu YouTube zu nutzen wenn sie dank QOS-Regeln so langsam ist, dass ich sie nicht bedienen mag?

Unter Pro Netzneutralität gibt es eine Petition die bereits von über 4000 Menschen unterzeichnet wurde und die sich dafür einsetzt den Status Quo zu erhalten.

Abgabe

Posted by Bastian • Tuesday, August 10. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
In den letzten Tagen war es hier so ruhig, weil der Kampf gegen die Bachelor-Arbeit in die letzte Runde ging. Nachdem mehr oder weniger in der letzten Sekunde doch noch die Ergebnisse von den Servern ausgespuckt wurden habe ich ein paar Nachtschichten eingelegt um das ganze noch irgendwie schnell in Textform und ein paar Abbildungen zu giessen. Aber was soll ich euch mit Details langweilen, das kommt lieber später nett erklärt in die Bierologie.

Ein paar Kennzahlen: 6000 Zeilen Ruby-Code geschrieben, 300 Zeilen Shell-Scripte geschrieben, 13 Gigabyte an Ergebnisdaten produziert, 6634 Wörter in der Abschlussarbeit geschrieben, ungezählte Liter Kaffee und Club-Mate verkonsumiert. Und dann heute morgen? Einfach abgegeben. Einen Tag vor der ultimativen Deadline. Gedruckt, gebunden, den obligatorischen «Ich habe nicht geklaut»-Disclaimer unterzeichnet, im Prüfungsamt in zweifacher Ausführung abgegeben.

In zwei Wochen ist dann die abschliessende Präsentation der Arbeit und dann war es das. Bis dahin schon mal der Dank an alle: An alle die korrekturgelesen haben. An alle die mich mit Tweets, Blogposts, Bildern und Videos bei Laune gehalten haben. An alle die fachliche Ratschläge gegeben haben. Und natürlich an diejenigen die mich trotz Schlafmangel irgendwie ertragen haben. Und an jene die ich hier vergessen habe aufzuzählen. Jetzt wird erst einmal Schlaf nachgeholt.

Quo vadis? - Post Privacy und Datenspuren

Posted by Bastian • Monday, August 2. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Ich gehe mit meinen persönlichen Daten recht locker um. Sei es bei Facebook, Twitter, hier im Blog und überhaupt. Und auch mit Location-Services habe ich eigentlich kein Problem. Die Fotos bei Flickr geotagge ich in der Regel, meine Tweets eigentlich auch immer und auch bei Foursquare checke ich mich in irgendwelche Örtlichkeiten ein. Und bislang profitiere ich davon in vielerlei hinsicht. Als ich am Wochenende mit @plaetzchen zum Camp der Jungen Piraten nach Kyritz gefahren bin haben wir als erste Aktion auf der Autobahn auch Google Latitude wieder eingeschaltet und die Daten nicht nur für “Freunde”, also bei Latitude hinzugefügte User, freigegeben sondern allgemein publik gemacht. Das fanden wir beide auch völlig okay und so konnte prinzipiell jeder live mit verfolgen wo wir uns gerade befinden.

Auf dem Rückweg gestern kamen mir dann aber Zweifel ob ich das im Alltag auch so handhaben möchte. Denn Latitude lässt sich nun auch als Hintergrund-Anwendung betreiben und so wird bei jedem Wechsel einer Mobilfunkzelle die Position neu bestimmt und der Welt mitgeteilt. Und das fand sogar ich etwas unheimlich. Denn bei Foursquare und Twitter bestimme ich bei jedem mal aktiv, dass ich meine Geo-Koordinaten teilen möchte. Im Falle von Latitude fällt genau diese bewusste Entscheidung die jedes Mal getroffen wird weg. Aber im Endeffekt habe ich glaube ich selbst damit nicht mal ein so großes Problem. Während Locations bei Twitter & Co eindeutig in meiner Comfort Zone sind bin ich mir da bei Latitude noch nicht so ganz sicher.

Beim Thema Datenschutz geht es ja auch immer darum, dass man die verschiedenen Datenquellen miteinander verknüpft. Die bekannte Dystopie ist, dass die Krankenkasse oder die Versicherung mehr Geld von einem verlangt weil sie das Konsumverhalten bzw. den Lebenswandel kennt und man deshalb ein besonderes Risiko darstellt. Allerdings geht es dabei ja immer um die Verknüpfung von Daten einer Person. Und das Risiko trägt man in meinen Augen selbst: Alles was ich im Netz publiziere ist öffentlich einsehbar und kann von Dritten gelesen und neu kombiniert werden. So weit so gut und auch kein Problem, denn ich entscheide mich ja dafür, dass so zu handhaben.

Spannend wird es aber wenn man Daten von verschiedenen Quellen verknüpft. Wenn @plaetzchen schreibt, dass er nun zum JuPi-Camp fährt und ich sitze neben ihm im Auto gibt es damit auch direkt von ihm ein Bewegungsprofil. In dem Fall okay, denn wir haben uns beide dafür entschieden. Aber was ist wenn die Trennlinie nicht so scharf ist? Simples Beispiel: Person X twittert, dass Person Y zum Abendessen kommt. Wenn Person Y dabei fleissig mit Latitude seine Bewegungen verrät wird damit auch die Adresse von X aufgedeckt. Und das vielleicht ganz ohne, dass X das wollte, weil das völlig außerhalb der eigenen Comfort Zone ist. Während “lad keine Fotos von besoffenen Leuten zu StudiVZ hoch ohne die betreffenden Menschen zu fragen” recht simpel zu verstehen ist und eine klare Grenze über die Persönlichkeitsrechte zieht finde ich das in dem Fall nicht so einfach.  

Ich glaube nicht, dass sollte Person-to-Person-Verknüpfungen bereits maschinell im großen Maßstab über verschiedene Dienste gezogen werden. Rein technisch ist das aber eigentlich jetzt schon kein Problem mehr. Aber die Frage bleibt: Quo vadis?