Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Funktioniert “Bezahl was es dir Wert ist” doch nicht?

Posted by Bastian • Saturday, July 17. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Ich hatte hier ja mal am Rande über die Entkopplung von Preis und Wert sowie von Bezahlung und Arbeit geschrieben. Im Journal Science ist nun eine Studie aufgetaucht die sich unter anderem mit dem Modell “Bezahl was es dir Wert ist” beschäftigt und auf den ersten Blick ernüchternde Ergebnisse bring. Nämlich, dass dieses Modell einfach nicht funktioniert.

Auf den zweiten Blick sind die Ergebnisse aber gar nicht so erstaunlich und vor allem: Sie haben ein erweitertes Modell entwickelt was auch dort gut funktioniert. Da das ganze eigentlich doch mehr in die Wissenschaftssparte passt habe ich es drüben bei der Bierologie verbloggt, sowohl den Testaufbau als auch die Ergebnisse und eine kurze Bewertung.

Willkommen in der Singularität

Posted by Bastian • Thursday, July 15. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer


Der @NetReaper hat mich auf die Dokumentation Robot Sapiens aufmerksam gemacht. Die Sendung lief 2008 bei arte und kann immer noch bequem per YouTube geschaut werden. Inhalt: Die Singularität, also der Zeitpunkt an dem Computer über eine künstliche Intelligenz verfügen die sich mit menschlichen Hirnen nicht mehr fassen lässt. Es geht neben den Fortschritten auf dem Gebiet künstlicher Intelligenz auch um die nahende Verschmelzung von Mensch und Maschine (Böse Zungen Realisten behaupten ja, dass mein iPhone auch schon angewachsen wäre).

Und auch wenn es zur Zeit so aussieht als wäre das Mooresches Gesetz bis zur Nutzbarmachung von Quanten-Computern an seine Grenze gekommen ist all das was sie in dem Film zeigen nicht ganz so Science-Fiction wie es sich anhört. Vorgestellt werden Ratten und Stiere deren Verhalten sich bequem per Funk kontrollieren lässt in dem man in den elektrischen Impulsen im Hirn rumspielt genauso wie Affen die nur mit ihren Gedanken Maschinen steuern können. Und auch im Film zu sehen: Die Bemühungen Patienten mit dem Locked In-Syndrom wieder sprechen zu lassen, indem ihre Gedanken durch einen Computer zu Sprache geformt werden.

Das ist eine Technik die nicht nur Verheissungen bedeutet. Sondern auch Angst macht. Denn der Gedanke an mechanisch-computer-erweiterte Menschen 2.0 muss nicht jedem gefallen. Und auch die DARPA mischt schon fleissig auf dem Sektor mit um die Entschlüsselung des neuronalen Codes für militärische Zwecke einsetzbar zu machen. Gegner, wie der als Unabomber bekannt gewordene Theodore Kaczynski, griffen schon in den 1980er Jahren zu Briefbomben um so einer Schreckensvision der Zukunft Einhalt zu gebieten.

Wer sich mit dem Thema schon näher beschäftigt hat wird vielleicht keine Neuigkeiten, dafür aber eine nett gemachte Dokumentation finden. Jedem anderen kann ich nur empfehlen die Stunde zu investieren. Teil 1 gibt es oben. Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5 ebenfalls bei YouTube.

Respekt - in homöopathischen Dosen

Posted by Bastian • Wednesday, July 14. 2010 • Category: Aktuell: , don't crash the ambulance
Es ist Sommerloch. Und als Thema kommt mal wieder die Homöopathie aus der Ecke gesprungen. Andere Esoterik, wie Fussball oder hellsehende Cephalopoden, hatten wir ja nun auch genug. Auf jeden Fall wollen wohl einige Politiker von CDU und SPD, dass homöopathische Verarschungen Therapien nicht weiter von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. So weit so gut, finde zumindest ich. Denn in den Dutzenden Studien zur Wirksamkeit von homöopathischen Therapien konnte immer nur eins nachgewiesen werden: Keine Wirksamkeit die über den beliebten Placebo-Effekt hinausgeht.

Und nein, dann ist es nicht ungefährlich wie so mancher glauben mag: Wenn die Homöopathen ohne Grenzen in Ländern der dritten Welt einfallen, um dort Zuckerkugeln und Wasser als Heilmittel an Mann und Frau zu bringen, dann sollte man das nicht tolerieren oder als belustigend abtun. Genauso wenig wie man es akzeptieren sollte wenn Menschen versuchen ihre krebskranken Kinder mit wirkungslosen Mitteln zu heilen.  

Und deshalb sehe ich auch nicht ein wieso die Gesellschaft als Ganzes dafür zahlen sollte, dass Leute „Medikamente” nehmen wollen die nachweislich nicht funktionieren. Sowohl Don Dahlmann als auch Johnny Haeusler schlagen allerdings einen anderen Ton an. Da werden Einzelfallgeschichten bei denen Homöopathie angeblich geholfen haben soll heran zitiert und außerdem: Was sind schon diese lächerlichen 9 Millionen Euro die man sparen könnte wenn man solche Nicht- Alternativ-Behandlungen nicht mehr bezahlen würde?

Und obwohl beide mehr oder weniger davon ausgehen, dass nicht die Behandlung sondern die psychologischen Seiteneffekte Linderung verschaffen: Irgendwie wird angenommen, dass Homöopathie dann ja so schlecht nicht sein kann. Und das halte ich, ganz abseits der oben genannten Gefahren, für etwas kurzsichtig. Denn ja: Homöopathen nehmen sich mehr Zeit für ihre Patienten. Vielleicht prinzipienbedingt, vielleicht aber auch weil sie wissen wie gut sich damit Geld machen lässt. Und das Motiv spielt auch gar keine Rolle. Denn wenn das mehr an Zeit, das mehr an Fürsorge und das gesteigerte Interesse am Patienten wirklich einen positiven Effekt auf die Genesung hat dann haben die kleinen Kugeln genau keinen Einfluss darauf.

Deshalb dürfte es dann wohl eine etwas zu kurz gegriffene Schlussfolgerung sein wenn man wegen dieser positiven Effekte die Homöopathie finanzieren will. Sinnvoller wäre es da wohl mit dem Geld dafür zu sorgen, dass echte Ärzte sich mehr und besser um ihre Patienten kümmern (können). Es liegt nicht nur an der Arroganz der Ärzte sondern auch an den Arbeitsbedingungen, dass es momentan nicht stattfindet. Denn im Alltag von Ärzten und gerade in Krankenhäusern bleibt dafür leider faktisch keine Zeit. Und das kann und sollte man kritisieren und ändern.

Anstatt den Respekt und auch die Menschlichkeit gegenüber Patienten hier auf einem homöopathischen Niveau zu halten sollte man dort angreifen. Und das bitte mit einer wirksamen Dosis.

Antwort vom Innenministerium zu den Kürzungen bei der bpb

Posted by Bastian • Wednesday, July 14. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Mittlerweile habe ich von der Pressestelle des Bundesinnenministeriums auch eine Antwort zu den Kürzungen bei der Bundeszentrale für politische Bildung bekommen. Nachfolgend im Volltext:
Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2011 ist insgesamt geprägt von
intensiven Anstrengungen zur Konsolidierung der Bundeshaushalte in den
kommenden Jahren. Auch der Etat des BMI (Einzelplan 06) reduziert seine
Ausgaben daher ab dem Jahr 2011.

Die für den Haushalt des BMI insgesamt beschlossenen Absenkungen belaufen
sich im Jahr 2011 auf rd. 77,4 Mio. €; im Jahr 2012 erhöht sich der
Einsparbetrag sogar auf rd. 91,6 Mio. €, in den Jahren 2013 und 2014 dann auf
rd. 99,1 Mio. €.

Das BMI hat sich bemüht, die notwendigen Einsparungen auf alle Bereiche und
Behörden solidarisch zu verteilen. Jeder muss zur Haushaltskonsolidierung
beitragen. Keine Behörde konnte verschont werden.

Die Reduzierung der verfügbaren Ausgabemittel bei der bpb liegen im
Regierungsentuwrf für 2011 insgesamt bei 1.555 T€, 2012 bei 5.053 T€ und für
2013 und 2014 jeweils bei 4.800 T€. Insoweit leistet die bpb im Rahmen der
allgemeinen Konsolidierungsanstrengungen einen Beitrag.

Das BMI ist bei allen Bemühungen um eine gleichmäßige Verteilung der
Einsparungen nicht pauschal vorgegangen. Die beschlossenen Einsparungen
richten sich an der finanziellen Leistungsfähigkeit sämtlicher Bereiche des
Einzelplans aus.

Die bpb wird mit geringeren Mitteln weiterhin eine qualitativ hochstehende
politische Bildungsarbeit sicherstellen.
Also gar kein Grund zur Sorge? Ich befürchte schon. Denn die Aussage der Pressestelle klingt zwar ganz nett irgendwie, so von wegen solidarischer Umverteilung der Einsparungen und davon, dass man nicht pauschal bei der Verteilung der Einsparungen vorgegangen sei. Ob das in dem Fall positiv für die bpb war oder nicht kann man zumindest aus dem Statement nicht ablesen... Und 1,5 Millionen Euro für 2011 bzw. 5 Millionen Euro ab 2012 pro Jahr. Die fehlen halt doch (Übrigens nett, wie in der Antwort von Tausenden anstatt Millionen gesprochen wird).

Die Vergabe von Finanzmitteln ist auch im Staatsbetrieb so wie überall immer eine Frage der Prioritäten die man setzen muss. Wenn einem Bildung wenig wert ist, dann kann man da sorglos sparen. Mir wäre ja dauerhafte Überwachung weniger wichtig und ein Punkt bei dem man gerne sparen könnte und der auch andere positive Effekte hätte.

Leider scheint man hier zu übersehen was auch Bildung für unsere Gesellschaft bedeutet. Egal was man von Otto Schily halten mag, seiner Aussage „Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.“ kann ich nur zustimmen. Aber was bedeutet es dann für unsere innere Sicherheit wenn man bei der politischen Bildung spart?

Wer braucht schon politische Bildung?

Posted by Bastian • Tuesday, July 13. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das sind die Menschen die dafür sorgen, dass wir alle günstig an Grundgesetze kommen. Um zum Beispiel so Menschen wie Herrn Schäuble, der sich an den Inhalt meist nicht so gut erinnern kann, ein bisschen zu erleuchten. In dem wir ihm davon einige tausend Ausgaben per Post zukommen lassen.

Aber auch ganz abseits davon erfüllt die bpb eine wichtige Aufgabe die ja schon im Namen steckt. Sie bringt Publikationen zu aktuellen politischen Themen raus. Genauso wie zu den grundsätzlichen Mechaniken nach denen unser Staat funktioniert. Komplettiert wird das Angebot neben den Druckwerken von Multimedia-DVDs und Filmen. So ziemlich das was sich jeder Politik-Lehrer wünschen kann um seinen Unterricht mit Material aufzustocken. Aber nicht nur jenen kann ich das Stöbern im Katalog empfehlen. Auch für den durchschnittlich Politik-Interessierten Menschen gibt es genug zu lesen und sehen.

Neben den ganzen Materialen veranstaltet die bpb außerdem Seminare, Tagungen, Kongresse, Ausstellungen und was weiss ich nicht noch alles. Darunter auch so Dinge wie die Eltern-LANs bei denen Eltern lernen können was ihre Kinder auf diesen LAN-Parties so treiben und wieso das alles kein böses Teufelszeug ist. Und damit erfüllt die bpb, zumindest in meinen Augen, einen wichtigen Job.

Nicht um LAN-Parties aus der Schmuddelecke zu ziehen. Sondern um gegen die vielerorts kolportierte Politikverdrossenheit anzukämpfen. Denn wenn man das grundlegende Prinzip nicht versteht, nach dem unsere Demokratie nun einmal funktioniert, wenn Menschen glauben, dass man mit der Erststimme bei der Bundestagswahl den Kanzler wählt, wenn Menschen kein Vertrauen in Politik haben, dann ist das auch nicht weiter verwunderlich. Und mit ihren Angeboten trägt die bpb entschieden dazu bei dagegen anzukämpfen.

Doch nach Informationen der SPD-Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe, die auch stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der bpb ist, und auch nach einem Bericht des Merkur soll der Etat der Bundeszentrale für politische Bildung gekürzt werden. Um schnuckelige 1,7 Millionen Euro in 2011. Und dann in 2012 noch einmal um 5 Millionen Euro. Klar, vor der Wahl konnte man ja schön versprechen, dass im Bildungsbereich nicht gekürzt werden soll...

Aber vielleicht fällt politische Bildung für die Regierung ja auch nicht unter Bildung im eigentlichen Sinne. Und böse Zungen könnten auch behaupten, dass die regierenden Parteien eigentlich gar nicht wollen, dass die Bürger informiert sind. Wie sagt der Volksmund so schön: “Ein dummes Volk lässt sich leicht regieren”. Ob da nun böse Absicht oder einfach nur wenig Verstand hinter der Entscheidung steht? Im Endeffekt egal. Es ist auf jeden Fall schade, dass die gute Arbeit der bpb unter diesen Sparmaßnahmen leiden soll.

Ich habe auch die Pressestelle des Bundesinnenministeriums mal angeschrieben und um eine Stellungnahme zu den geplanten Kürzungen geben. Mal schauen ob die sich dazu äußern wollen. Wenn sie das tun werde ich das natürlich nachliefern. Die Jungen Piraten haben auf jeden Fall jetzt schon ein Statement abgegeben.

Heliconius melpomene

Posted by Bastian • Monday, July 12. 2010 • Category: A picture out of focus, Aktuell:

Die Klassifizierung wurde streng wissenschaftlich via Wikipedia vorgenommen.

open your mind

Posted by Bastian • Monday, July 12. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel

“If you open your mind too much your brain will fall out” behauptet Tim Minchin, über dem Call For Presentations zum openmind 2010 prangt ein Zitat von Oscar Wilde: “A map of the world that doesn't contain Utopia isn't worth looking at” und ich will es mal mit einem chinesischen Fluch versuchen: “Mögest du in interessanten Zeiten leben”.

Doch ist das wirklich etwas schlechtes? Nicht unbedingt und ganz abgesehen davon: Wir können uns nicht aussuchen in welchen Zeiten wir leben. Doch was macht unsere Zeit so interessant? Nun, da wäre dieses Ding namens Internet was oft als Hort der Glückseligkeit angesehen wird während andere es als die dunklen Seitengassen des modernen Lebens betrachten. Fakt scheint aber zu sein: Die digitale Revolution kommt und wird sich nicht mehr aufhalten lassen.

Fast jeder ist heute in irgendeiner Form online. Um sich Wissen anzueignen, um die aktuellen Nachrichten zu verfolgen, um sich mit Kunst & Kultur zu versorgen, um mit seinen Freunden und Bekannten zu kommunizieren oder auch einfach nur zum Zeitvertreib. Und wer mal seinen Blick in Bus und Bahn schweifen lässt wird feststellen, dass der Übergang zum mobilen Internet so langsam aber sicher kommt.

Aber was bedeutet dieser Wandel für die Gesellschaft in der wir leben? Was bedeutet das für den Begriff den wir von Wissen haben wenn es auf den ersten Blick so scheint, dass es immer weniger wichtig ist etwas zu wissen und es stattdessen immer wichtiger wird Suchmaschinen bedienen zu können? Was bedeutet es für die Fähigkeiten die jeder in einer solchen Gesellschaft benötigt? Welche Fähigkeiten werden immer wichtiger? Welche werden davon verdrängt?

Was bedeutet das für den Begriff von Arbeit den wir haben? Besonders wenn man schaut wie viele Leute sich ehrenamtlich, über die Welt verteilt an Projekten beteiligen. Sei das um Dinge wie den Webserver auf dem dieses Blog läuft zu programmieren oder das Wissen in der Wikipedia aufzubereiten.

Was bedeutet diese Revolution für Kunst und Kultur? Wenn es nicht mehr benötigt um Foto, Film oder Musik zu machen als seinen Rechner und sich Kollaborationen über den Globus entspannen.

Und was für Schlüsse ziehen wir aus diesen ganzen Veränderungen? Einfache Antworten kann es darauf nicht geben. Und deshalb freue ich mich auf das open mind. Am Ende werden sicher keine einfachen Antworten stehen, aber vielleicht eine Vision. Davon wo wir hin wollen. Wer sich daran aktiv beteiligen will: Bis zum 23. August können noch Beiträge eingereicht werden. Stattfinden wird das ganze am 02. und 03. Oktober in Kassel.

Und eins scheint mir sicher zu sein: Wir leben in interessanten Zeiten.

Foto: jamesfischer, CC-BY 2.0

Rettet die Frauenstraße 24

Posted by Bastian • Sunday, July 11. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Der Kulturkneipe Frauenstraße 24 ist nun nicht nur, seit nun über einem Jahr, das zweite Zuhause der Piraten in Münster sondern hat eine viel längere Tradition. Und damit meine ich nicht nur die Treffen der DKP die dort auch regelmässig stattfinden.

Jenes Haus, das als einziges in der gesamten Straße die Fliegerbomben des zweiten Weltkriegs überstanden hat, wurde in den 70 Jahren des letzten Jahrhunderts besetzt um vor Spekulanten und damit vor dem Abriss gerettet zu werden. Und das mit einem Happy End: Das denkmalgeschützte Haus steht heute noch. Und seitdem wird die Frauenstraße 24 von einem Verein getragen der unter anderem die dort beheimatete Kneipe bewirtschaftet. Doch neben dem guten und günstigem Essen und einer guten Auswahl an Getränken liegt der Fokus auf politischer und kultureller Arbeit.

Neben den Live-Auftritten von Bands bietet die Frauenstraße regelmässige Ausstellungen, Theater-Aufführungen, Diskussionsrunden und noch viel mehr an. Mal mehr mit dem Fokus auf Kunst und Kultur. Mal mehr mit dem Fokus auf der politischen Arbeit. Und so manche politische Veranstaltung habe ich dort schon mit organisiert und durchgeführt, sei es zu Google Street View, zu Liquid Democracy oder im Rahmen der internationalen Open Access-Woche.

Kurz: Ich mag die #f24 wie sie liebevoll im Twitter-Jargon genannt wird. Ich mag es in der Mittagspause zum Essen zu kommen oder nach der Arbeit noch einen Absacker dort zu trinken. Ich mag die kulturelle Vielfalt die dort gelebt wird, ich mag das tolle Personal, das Ambiente und die Kunst die man beim Kaffee dort sehen kann. Und damit hat sie sich, ganz abseits der Piraten, auch zu meinem zweiten Zuhause gemausert.

Doch momentan steht die Frauenstraße 24 wieder unter Beschuss. Einer der Nachbarn lässt von seinem Anwalt die Zulässigkeit des Kultur- und Gastronomiebetriebes prüfen und das Bauordnungsamt wurde auch schon aktiv. Kritisiert wird vor allem die Lärmbelästigung die von der Kneipe ausgehen soll. Und das auch nicht ganz zu Unrecht. Gerade im Sommer bei geöffneten Türen und Fenstern kann bei es gefülltem Saal etwas lauter werden. Doch die Betreiber haben schon eingelenkt: Die Auftritte von Bands gehören der Vergangenheit an und mit dem Hauseigentümer wurden Lärmschutzmaßnahmen besprochen. Außerdem wird das Veranstaltungskonzept geändert und wieder mehr zu Kleinkunst und Politik tendieren.

Leider üben einige Anwohner weiterhin juristischen Druck aus und gefährden so den weiteren Betrieb der Frauenstraße 24. Über die aktuellen Entwicklungen und über mögliche Gegenmaßnahmen wird am 17. Juli um 15 Uhr im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Frauenstraße 24 informiert. Es würde mich freuen den einen oder anderen der Leser vor Ort zu sehen. Falls ihr es nicht schafft: Informiert andere Leute darüber die Vorgänge, schreibt Leserbriefe an die Lokalzeitungen, werdet bitte in irgendeiner Form aktiv.

Denn sollte die Frauenstraße 24 verschwinden dann würde Münster nicht nur ein Stück seiner Geschichte verlieren. Sondern wäre auch um viel alternative Kultur ärmer.

*update* Auch die Münstersche Zeitung hat darüber berichtet.

Keine Amnestie für Polizeigewalt

Posted by Bastian • Saturday, July 10. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel

Polizeigewalt ist auch in Deutschland ein Thema. Auch wenn es in den Mainstreammedien leider meist nicht so wirkt. Der eine oder andere wird sich sicherlich noch an die Freiheit statt Angst 2009 erinnern bei der nicht nur Alios festgenommen wurde sondern auch ein anderer Teilnehmer der Demonstration das Opfer von Polizeigewalt wurde. Ein ähnliches Bild durften Alios und ich auch 2009 in Hamburg beim Schanzenfest mitansehen.

Das hinreichend bekannte Argument was dann immer wieder kommt ist ja: Aber auch Polizisten sind nur Menschen, da gibt es solche und solche. Natürlich stimmt das. Und ich habe sowohl privat als auch im Dienst sehr engagierte und nette Polizisten kennengelernt. Und eben auch das komplette Gegenteil. Und das ist etwas, was in meinen Augen nicht geht: Wer im Job mit einer geladenen Handfeuerwaffe rumrennen darf, von dem verlange ich ein Mindestmaß an Integrität und Beherrschung. Und das er nicht durch die Gegend schiesst nur weil er einen schlechten Tag hat.

Natürlich ist das überspitzt ausgedrückt. Aber Amnesty International hat zur Zeit die Kampagne „Mehr Verantwortung bei der Polizei“ in deren Rahmen sie auch einen 118 Seiten starken Bericht über Polizeigewalt in Deutschland veröffentlicht haben. Darin geht es um Todesfälle in Polizeigewahrsam. Wie den bekannten Fall von Oury Jalloh der 2005 in einer Zelle verbrannt ist und bei dem die Umstände des Todes bis heute nicht geklärt wurden. Und es geht um den Unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt seitens von Polizeibeamten und um einen mangel an Verantwortung im Allgemeinen.

Der Bericht endet mit Empfehlungen wie solchen Fällen vorgebeugt werden kann:

  • Kennzeichungspflicht für Polizeibeamte: Gerade bei Demonstrationen ein wichtiger Punkt. Denn ohne wird es schwierig zu beweisen welcher Beamte derjenige war der die Kontrolle über sich verloren hat. Und leider ist es gerade in solchen Fällen nicht unüblich, dass die anderen Polizisten brav ihren Mund halten um ihren Kollegen nicht anzuschwärzen.

  • Unabhängige Ermittlungsbehörden: Momentan ermitteln Polizisten gegen andere Polizisten wenn es zu einer Anzeige wegen Polizeigewalt kommt (und keine andere Berufsgruppe wird so oft angezeigt). Und solche Verfahren verlaufen leider viel zu oft im Sande. Aus den gleichen Gründen aus denen auch bei Demonstrationen nie ermittelt werden kann welcher Polizist der Täter war...

  • Aufzeichnen der Vorgänge in Polizeigewahrsam: Ein Fall in dem Videoüberwachung tatsächlich helfen könnte? Was auf der Polizeiwache passiert bleibt auf der Polizeiwache, zumindest bislang. Es gibt keinerlei “neutrale” Aufzeichnungen darüber was passiert und auch keine unabhängigen Zeugen.

  • Menschenrechtsbildung für Polizisten: Klingt simpel und ich frage mich auch ein wenig wieso das noch nicht Standard ist. Es sollte selbstverständlich sein, dass auch Polizeibeamten klar gemacht wird welche Formen von Gewaltanwendungen , die im juristendeutsch so schön als rechtmäßig und verhältnismäßig bezeichnet werden, sie wann einsetzen dürfen.
Diese Forderungen hat Amnesty International sehr schön in eine Online-Demonstration gegossen bei der sich zur Zeit gut 1400 Menschen beteiligen. Und für alle denen das noch nicht reicht gibt es auch einen Musterbrief den man an unseren Innenminister Thomas de Mazière schicken kann. Meine Unterstützung haben sie und auch meine Mail ist gesendet

*UPDATE* In den Kommentaren kam Kritik an der geforderten Videoüberwachung auf. Tim von AI ist in den Kommentaren darauf eingegangen.

Foto: Amnesty International

Heaven is placid and fluffy

Posted by Bastian • Wednesday, July 7. 2010 • Category: Aktuell: , Dirty Little Religion


[via]

Aus der Uni: Ein Zwischenstand

Posted by Bastian • Wednesday, July 7. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desire
Nachdem ich mich so langsam wieder in Münster akklimatisiert und sowohl von Lindau als auch vom Christopher Street Day in Köln erholt habe geht es nun weiter in die heisse Phase des Studiums. Denn so richtig viel Zeit bleibt nicht mehr. Am 11. August muss meine Thesis fertig und eingereicht sein und am 24. August geht es dann an die Verteidigung der Arbeit.

Momentan sieht es so aus als könnte ich den Zeitplan sogar einhalten. Die größte Programmierarbeit ist bereits erledigt und sämtliche Analysen können jetzt durchgeführt werden. Auf einen Testdatensatz der durch das ganze Gefrickel gejagt wird warte ich noch. Woran es bislang noch etwas hapert ist eine hübsche Ausgabe der Ergebnisse die von der Pipeline erzeugt werden, aber auch das dürfte kein größeres Problem darstellen. Zumindest hoffe ich das, denn man kennt das ja: Die Dinge die so simpel erscheinen dauern nachher am längsten.

Oh, und die ersten 10 Seiten Text für die Thesis sind auch schon in TeX-Form gebracht worden. Was noch kommt: Mehr Text und natürlich ein paar Abbildungen. Und nun geht es weiter ans schreiben.

Was so geflattrt wird

Posted by Bastian • Tuesday, July 6. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer
Die erste Flattr-Abrechnung ist mittlerweile da. Dabei ist dieses Blog für 15,88 € für den Juni geflattert worden während ich selbst für den Juni 5 € verflattert habe. Das ist viel mehr als ich gedacht hatte und ich freue mich wirklich über jeden einzelnen Klick. Damit kann ich prinzipiell meine Webhosting-Kosten genauso decken wie den Flickr-Account auf dem meine Fotos liegen. Damit werde ich nicht reich (was mich auch überrascht hätte) aber ich kann die Ausgaben für meine Hobbies Schreiben & Fotografieren zumindest bei den laufenden Kosten minimieren.

Das Piratencafe auf dem wir auch Flattr laufen lassen hat Klicks im Wert von 8,63 € verzeichnen können. Das deckt zwar unsere Mate-Ausgaben nicht, aber auch das ist mehr als ich erwartet habe. Auch wenn der Schnitt insgesamt nicht so gut ist, vor allem im Vergleich zu den Hörerzahlen die wir verzeichnen können. Allerdings dürften die meisten Hörer auch einfach nur via iTunes unsere Folgen beziehen und die Webseite nicht so oft besuchen.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir insgesamt schon fast 300 € an Spenden für unser Equipment von verschiedenen Hörern bekommen haben die hier in der Statistik nicht auftauchen. Und das ist eine Summe auf die wir wirklich stolz sein können und über die wir uns sehr freuen und sehr dankbar sind.

Ich bin gespannt welche Entwicklung Flattr noch mitmachen wird. Ob der große Hype bald vorbei ist und Flattr dann wieder verschwinden wird oder ob der große Ansturm erst kommt wenn die Invite-Phase vorbei ist. Für alle die Statistiken mögen gibt es hier die Tabelle als PDF oder auch als CSV wenn ihr damit weiterarbeiten wollt.