Zurück in die Vergangenheit
Posted by Bastian • Saturday, June 26. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desireGefunden auf der Webseite der Lokalzeitung: Das ist das Dorf (das sich Stadt nennen darf) in dem ich aufgewachsen bin. Zumindest sah es im Jahr 1981 dort so aus. Und da war es noch um einiges hübscher als heute. Was wohl daran liegt, dass man sämtliche alten Gebäude Mitte der 80er abgerissen hat um sie mit 0815-Bauwerken zu ersetzen. Es gibt noch vier weitere Teile.
Slides vom LiquidFeedback-Workshop
Posted by Bastian • Friday, June 25. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Gestern Abend habe ich vor beeindruckenden 6 Leuten etwas zur Bedienung von LiquidFeedback und zu den Grundlagen des Systems erzählt. Und für den einen oder anderen war sogar wirklich noch etwas neues dabei. Damit hat es sich dann ja doch zumindest etwas gelohnt. Und da der Kreisverband Münster nun auch die Mitgliederdaten hat kann man die Veranstaltung noch mal machen und dann jene Leute einladen die nicht sowieso aktiv sind und von solchen Schulungen am meisten profitieren.
Und Ehre wem Ehre gebührt: Die Slides habe ich zu einem guten Teil von denen der SIGINT übernommen oder zumindest nachgebaut weil sie wirklich gut sind.
Und Ehre wem Ehre gebührt: Die Slides habe ich zu einem guten Teil von denen der SIGINT übernommen oder zumindest nachgebaut weil sie wirklich gut sind.
Überregulierung: Zerbrochene Fenster und gemeinsame Räume
Posted by Bastian • Thursday, June 24. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates GospelDas wir Piraten in NRW offensichtlich ganz besonders grausame und barbarische Menschen sind beweist unsere Satzung ja regelmässig. Wie ist es anders zu erklären, dass nicht nur der Vorstand tot reguliert wird (wo es da ja noch vermeintlich sinnvoll ist: Auch schlechte Herrschende sollen ja keinen großen Schaden verursachen können - in wie weit der Vorstand in NRW Macht besitzt kann man ja bei Markus Gerstel nachlesen) sondern auch die Basis™:
Ich bin nun auf jeden Fall ein potentieller Satzungsübertreter im Sinne der Satzung des Landesverbands Nordrhein-Westfalen der Piratenpartei. Und das liegt daran, dass die Landessatzung sich auch detailliert dazu äußert wer auf einer Mailingliste, der Crewsprecherliste (wir erinnern uns: Crews müssen reguliert werden...), Schreibrecht besitzt. Dazu gehören die Sprecher der satzungsgemäß gegründeten Arbeitsgruppen, der satzungsgemäß gegründeten Projektgruppen, die Sprecher von satzungsgemäß gegründeten Crews und -ausnahmsweise- auch der Vorstand.
Und ich zwielichtige Gestalt habe nun über genau diese Mailingliste die Einladung zu den LiquidFeedback-Workshops gesendet. Ohne Berechtigung, ohne Beauftragung. Klar, selbst schuld kann man da sagen. Lerne doch die Satzung auswendig. Doch das ist gar nicht so simpel, immerhin ist der Umfang vergleichbar mit der Bill Of Rights die sich die Amerikaner als Verfassung gegeben haben. Und nun muss auf jeden Fall der Vorstand entscheiden ob das eine Ordnungsmaßnahme rechtfertigt oder nicht.
Und es gibt da eine Hypothese in der Verbrechensbekämpfung die ganz klar dafür spricht, dass man auch so etwas hart bestrafen sollte: Grundlage dafür ist die Broken-Windows-Theorie. Diese beschreibt, dass bereits kleine Dinge, wie eben ein zerbrochenes Fenster, später zu kompletter Verwahrlosung führen können. Sprich: Bereits kleine Verfehlung können zu einem kompletten Dammbruch führen.
Dabei basiert das Ganze auf einem Experiment was der Psychologe Philip Zimbardo bereits 1969 durchführte: Er stelle zwei Autos einfach einsam und alleine auf die Straße. Nicht abgeschlossen, ohne Nummernschilder und mit geöffneter Motorhaube. Allerdings einmal in der New Yorker Bronx und einmal in der Kleinstadt Palo Alto in Kalifornien.
In der Bronx soll angeblich schon nach 10 Minuten eine Familie sich über das Auto hergemacht haben und nach 3 Tagen war das Auto nur noch ein Schrotthaufen. In Palo Alto hingegen passierte? Nichts. Der Geschichte nach soll dort sogar ein Passant die Motorhaube geschlossen haben als es anfing zu regnen. Erst als Zimbardo selbst anfing das Auto zu demolieren fanden sich Zuschauer und auch Nachahmer ein.
Im Jahr 1994 griff die New Yorker Polizei diese Theorie auf und entwickelte danach ihre neue Strategie um die Kriminalitätsrate zu senken, der Name: Zero Tolerance. Wie der Name schon andeutet wird hier offensiv gegen alle Arten von Verstößen, auch “Kleinigkeiten” wie Schwarzfahren, Betteln & Co vorgegangen mit dem Ziel es gar nicht zu den ersten Broken Windows kommen zu lassen. Und Three Strikes gibt es da auch nicht nur für Filesharer.
Die Wirksamkeit von Zero Tolerance ist umstritten, vor allem weil hier nicht die Ursachen (Armut, soziale Ungleichheit, etc.) bekämpft werden sondern nur die Symptome. Genauso zweifelhaft die ursprüngliche Validität der Broken-Windows-Theorie, wegen eines zu geringen Umfangs um statistisch aussagekräftig zu sein. Allerdings wurden genauso diese Vermutungen 2008 in den Niederlanden noch einmal überprüft, mit ähnlichem Ergebnis: Dort wo Verwahrlosung auf den Straßen herrscht sind Leute schneller bereit selbst das Gesetz zu übertreten. Und ein in etwa vergleichbares Beispiel kennt vermutlich jeder von uns aus dem alltäglichen Leben:
Die Tempolimits. Innerorts fährt kaum jemand Strich 50 und auch außerorts ist es offensichtlich Konsens, dass man 10-20 km/h über dem angegebenen Limit fährt. Dafür gibt es sicherlich viele Faktoren: Fehlendes einsehen wieso dort genau dieses Limit eingehalten werden sollte, der Wunsch den Verkehr nicht zu blockieren und stattdessen im Verkehrsfluss mit zu schwimmen oder was auch immer.
Ein anderer Grund ist aber auch die fehlende Ahndung des Fehlverhaltens: Wenn ich zu schnell bin ist das bis zu einem gewissen Schwellenwert erstmal egal. Und erst recht wenn niemand kontrolliert ob ich zu schnell bin. Gibt es aber auf einmal verstärkte Kontrollen, dann halten sich die Menschen recht schnell wieder an die Tempolimits.
Zero Tolerance gibt es also auch im Straßenverkehr und auch da funktioniert es besser oder schlechter. Aber für den Straßenverkehr ist Zero Tolerance nicht das einzige Modell um den Verkehr in sichere Bahnen zu lenken. In den 1990er Jahren entwickelte Hans Moderman in den Niederlanden das Modell der “Shared Spaces”. Trotz des Namens wird der Verkehrsraum hier nicht aufgeteilt zwischen den verschiedenen Typen so wie das sonst heutzutage der Standard ist.
Im Gegenteil: Die Verkehrsraum wird wieder zusammengeführt und man nutzt ihn gemeinschaftlich. Charakteristisch ist es dabei, dass auf Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen et al. verzichtet wird. Seit einigen Jahren gibt es ein EU-Projekt dazu und viele Gemeinden in den Niederlanden nutzen solche Shared Spaces bereits erfolgreich und auch in Deutschland gibt es mit Bohmte einen Modellversuch dazu. Der Gedanke dahinter ist, dass Menschen -wenn sie nicht reguliert werden- selbst ein Mindestmaß an Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und Common Sense zeigen. Was eigentlich auch nicht sonderlich verwundert, schliesslich sind wir am Ende doch irgendwo soziale Wesen.
Wenn man Personen also wie erwachsene Menschen behandelt, dann verhalten sie sich auch so. Behandelt man sie aber wie 12-Jährige, dann werden sie sich auch so verhalten. Und glaubt mir: Die wahren Hacker sind die 1-Jährigen, die finden schon einen Weg um die schlecht formulierten Regeln der Welt so auszulegen, dass es zu ihrem Vorteil ist. Ob das Shared Space-Modell nicht nur in dem Raum des Straßenverkehrs und auch im Rahmen einer Satzung funktioniert? Keine Ahnung. Die Frage ist nur welcher Grundansatz eigentlich mehr dem entspricht was wir Piraten sein wollen?
Zero Tolerance mit der notwendigen Reglementierung, Überwachung und Bestrafung unserer Mitglieder? Oder wollen wir eine Gesellschaft die auf mündigen, erwachsenen Bürgern basiert und die miteinander im Shared Space leben. Wenn wir letzteres wollen sollten wir vielleicht bei uns selbst damit anfangen.
Hip-Hop gegen ACTA
Posted by Bastian • Tuesday, June 22. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates GospelJa, schon wieder ACTA-Content, aber das Thema ist nun mal wichtig. Mittlerweile mehren sich die Songs die sich mit dem Monstrum beschäftigen. Nach der ersten Version von Singvøgel und der Version von The Glass Spider kommt nun mit einer Hip-Hop-Interpretation von Pearl Plex noch ein Song dazu.
Falls die bisherigen Songs euren Musikgeschmack nicht so getroffen haben steigen die Chancen vielleicht damit. Und außerdem bekommt ihr noch mehr der Pressefotos zu sehen.
Vorschau: ACTA-Pressebilder
Posted by Bastian • Monday, June 21. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Der Herr Urbach hat mir heute was ganz tolles zugespielt: Und zwar eine Vorschau auf die kommenden Presse-Fotos zu ACTA. Er selbst hat ja schon das erste Foto selbst verbloggt und hier gibt es nun ein zweites. Die Fotos die Gregor Fischer geschossen hat stehen alle unter einer Creative Commons BY-Lizenz und werden offiziell ab Mittwoch an die Presse gehen und dann auch zum Download bereit stehen.
Und bis dahin könnt ihr euch an diesem erfreuen.
ACTA - Ein Interview
Posted by Bastian • Sunday, June 20. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates GospelUnd schon wieder Content von dem bezaubernden Zeitweise, der nicht nur etwas von Brettspielen versteht (von seiner Carcassonne-Ausarbeitung bin ich begeistert) sondern auch von Video-Produktionen. Wie er ja schon mit dem Grundsatz-Video für die Piraten zur Landtagswahl in NRW unter Beweis gestellt hat.
In diesen 4 Minuten wird anschaulich erklärt wieso wir uns vor ACTA fürchten sollten. Und wieso wir alle dagegen aktiv werden sollten!
Noch mehr LiquidFeedback in NRW
Posted by Bastian • Friday, June 18. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Vorweg: Dies wird ein längeres Posting was sich nur mit Piraten-NRW-internem Foo beschäftigt. Wem das schon zu den Ohren rauskommt: «Mark As Read» plz. Für den Rest geht es nun weiter:
Die Kennzahlen zum LF-Betrieb in NRW findet ihr ja schon im letzten Posting zu dem Thema. Und die ersten Initiativen lagen mittlerweile auch dem NRW-Vorstand vor. Immerhin ging es ganz konkret um Änderungswünsche an der Geschäftsordnung, die sich der NRW-Vorstand gegeben hat:
Die Sitzungen mögen zum einen als Audio-Aufzeichnung zum zeitsouveränen Nachhören angeboten werden. Und zum anderen mögen die Abstimmungen bitte namentlich im Protokoll aufgezeichnet werden. Den Wortlaut der Anträge findet ihr im Protokoll. Genauso wie die ausführlichen Begründungen, die in LF positiv abgestimmt wurden.
Kurz: Beide Initiativen sollen dazu dienen, die Transparenz der Vorstandsentscheidungen zu verbessern. Zum einen gibt ein Ergebnis-Protokoll nie wirklich genau das wieder, was in einer Vorstandssitzung gelaufen ist und zum anderen sollten die Piraten in NRW auch sehen können, welche Mitglieder wie zu einzelnen Anträgen gestimmt haben.
Die Initiative zur Aufzeichnung der Sitzungen konnte dabei 82 Ja-Stimmen, 14 Enthaltungen und 3 Nein-Stimmen verzeichnen. Die Initiative zur namentlichen Abstimmungen ging mit 83 Ja-Stimmen, 7 Enthaltungen und nur einer Nein-Stimme sogar noch deutlicher aus, möchte man zumindest meinen.
Doch was sagt der NRW-Vorstand der Piraten dazu? Ich zitiere mal aus dem entsprechenden Protokoll:
Ob die Stichprobe, die betrachtet wurde, repräsentativ ist oder nicht und ob die Stichprobengröße ausreicht, um repräsentativ zu sein, kann man sich in dem Fall sogar schenken. Für den Fall eines Antrags an den Vorstand reicht es zu betrachten, dass sich einfach mal 83 bzw. 82 Mitglieder des Landesverbands dafür aussprechen und einen solchen Antrag an den Vorstand unterstützenswert finden. Zur Erinnerung: Anträge an den Vorstand kann man genauso gut auch alleine stellen.
In einer Demokratie (und auch eine Partei sollte ja, zumindest laut PartG, demokratisch organisiert sein) gehört es dazu, für seine Positionen Werbung zu machen. Wenn man das konsequent ablehnen will, brauchen wir auch nie wieder Wahlkampf machen. Der Witz ist allerdings der Gedanke, dass man mit dieserPropaganda Werbung einzelne Abstimmungen pushen kann. Ja: Wenn mehr Leute sich in eine Initiative mit Interesse melden, dann nimmt man das Quorum, um überhaupt in die Abstimmung zu kommen. Aber zu vermuten, dass diese Propaganda Werbung das Abstimmungsverhalten beeinflusst?
Am Ende machen die Piraten im LF immer noch ihr Kreuzchen an der Stelle, wo sie wollen, zumindest sollten sie das. Und wenn wir das den Piraten nicht zutrauen, dann brauchen wir auch gar nichts mehr machen. Dürfen SÄA nicht mehr vorstellen, Personenwahlen zu Parteiämtern werden am besten gelost (nachher findet ja noch Meinungsbeeinflussung statt) und auch sonst würfeln wir.
Ja! Denn im Liquid hat man nicht nur die Möglichkeit über Meinungsbilder am Ende abzustimmen. Sondern auch die Möglichkeit, die Fragen, über die abgestimmt werden soll, gemeinschaftlich zu erarbeiten. Und das auf dem Weg, der einem am besten liegt. Ob man Diskussionen nun in einem Wiki, auf einer Mailingliste oder einem Blog führt. Und am Ende hat man Zahlen dazu, wie viele «echte» Mitglieder sich für oder gegen eine Aussage aussprechen. Hier eben um die 80 Mitglieder pro Initiative.
Und wie auch schon erwähnt: Anträge kann man auch alleine stellen. In dem Fall muss der Vorstand seine Entscheidung ohne Hilfestellung treffen. Mithilfe von LiquidFeedback sieht er zumindest, wie viele Piraten ebenfalls für oder gegen etwas sind. Wenn man das als Druckmittel betrachtet, sollte man sich vielleicht fragen, inwieweit einem die Meinung der Basis™ überhaupt wichtig ist.
Werbung Propaganda über die Mailingliste geht? Man hätte (und hat ja auch) also durchaus mitbekommen können, dass diese Initiativen in LiquidFeedback existieren.
Während sich daraufhin andere Piraten mit den Anträgen beschäftigt haben, Anregungen formuliert und diskutiert haben, hat es ein Personenkreis nicht für nötig befunden, zu kommunizieren: Der Vorstand, der nun hier kritisiert, dass niemand reden wollte. Dabei sollte LiquidFeedback genau die Chance ermöglichen: Den Diskurs zu Themen.
Das kann man eben akzeptieren. Oder auch nicht.
*UPDATE*
@Dave_Kay schreibt in seinem Blog auch recht ausführlich zu seiner Motivation zu den Piraten zu kommen und dazu was das mit dem 2. Antrag (Aufzeichnung der Vorstandssitzung) den er mitgestellt hat zu tun hat.
Die Kennzahlen zum LF-Betrieb in NRW findet ihr ja schon im letzten Posting zu dem Thema. Und die ersten Initiativen lagen mittlerweile auch dem NRW-Vorstand vor. Immerhin ging es ganz konkret um Änderungswünsche an der Geschäftsordnung, die sich der NRW-Vorstand gegeben hat:
Die Sitzungen mögen zum einen als Audio-Aufzeichnung zum zeitsouveränen Nachhören angeboten werden. Und zum anderen mögen die Abstimmungen bitte namentlich im Protokoll aufgezeichnet werden. Den Wortlaut der Anträge findet ihr im Protokoll. Genauso wie die ausführlichen Begründungen, die in LF positiv abgestimmt wurden.
Kurz: Beide Initiativen sollen dazu dienen, die Transparenz der Vorstandsentscheidungen zu verbessern. Zum einen gibt ein Ergebnis-Protokoll nie wirklich genau das wieder, was in einer Vorstandssitzung gelaufen ist und zum anderen sollten die Piraten in NRW auch sehen können, welche Mitglieder wie zu einzelnen Anträgen gestimmt haben.
Die Initiative zur Aufzeichnung der Sitzungen konnte dabei 82 Ja-Stimmen, 14 Enthaltungen und 3 Nein-Stimmen verzeichnen. Die Initiative zur namentlichen Abstimmungen ging mit 83 Ja-Stimmen, 7 Enthaltungen und nur einer Nein-Stimme sogar noch deutlicher aus, möchte man zumindest meinen.
Doch was sagt der NRW-Vorstand der Piraten dazu? Ich zitiere mal aus dem entsprechenden Protokoll:
Der LVor sieht die mehrheit im LF derzeit nicht gegeben. Teilweise werden dort Beschlüsse entsprechend gedrückt. Es wird derzeit eine Basis vorgegaukelt, die es derzeit noch nicht gibt. Es wird teilweise massive Propaganda über die ML gemacht um Abstimmungen im LF zu pushen.Schön, oder nicht? Aber nehmen wir die Punkte mal auseinander:
Richard: Ich finde den Stil, in dem hier LF als Druckmittel verwendet werden soll zum kotzen, auch wenn ich inhaltlich dem Antrag zustimme. Der Antragsteller war auf der Vorstandssitzung, auf dem sein Antrag das erste Mal verhandelt wurde, nicht anwesend. Für den Antrag gibt es gute inhaltliche Gründe, mit denen ich mich gerne beschäftige, dazu ist es aber nötig, dass Antragssteller mit uns reden und nicht versuchen, auf so eine seltsame Art und Weise Druck aufzubauen. In einer Partei, die sich neue Politik auf die Fahne geschrieben hat, sollte der Stil ein anderer sein.
Der LVor sieht die mehrheit im LF derzeit nicht gegeben. Teilweise werden dort Beschlüsse entsprechend gedrückt. Es wird derzeit eine Basis vorgegaukelt, die es derzeit noch nicht gibt.Ja, bei 90-100 Teilnehmern je Abstimmung gibt es keine Mehrheit, die für den gesamten Landesverband (~ 2300 Mitglieder) sprechen kann. Genauso wenig gibt es die auf Landesparteitagen bei denen bislang maximal 200 Mitglieder anwesend waren. Während ein Landesparteitag allerdings Beschlüsse fassen kann geht dies in LiquidFeedback explizit nicht. Hier werden reine Meinungsbilder eingefangen. In dem Fall der beiden Initiativen hier: Ein ganz klares Dafür.
Ob die Stichprobe, die betrachtet wurde, repräsentativ ist oder nicht und ob die Stichprobengröße ausreicht, um repräsentativ zu sein, kann man sich in dem Fall sogar schenken. Für den Fall eines Antrags an den Vorstand reicht es zu betrachten, dass sich einfach mal 83 bzw. 82 Mitglieder des Landesverbands dafür aussprechen und einen solchen Antrag an den Vorstand unterstützenswert finden. Zur Erinnerung: Anträge an den Vorstand kann man genauso gut auch alleine stellen.
Es wird teilweise massive Propaganda über die ML gemacht um Abstimmungen im LF zu pushen.Fast mein Favorit in dem Protokoll: «Propaganda». Weniger dramatisierend könnte man es auch «Werben für Mehrheiten» nennen. Oder Hinweise auf eingereichte Initiativen. Macht sich aber nicht so reißerisch im Protokoll.
In einer Demokratie (und auch eine Partei sollte ja, zumindest laut PartG, demokratisch organisiert sein) gehört es dazu, für seine Positionen Werbung zu machen. Wenn man das konsequent ablehnen will, brauchen wir auch nie wieder Wahlkampf machen. Der Witz ist allerdings der Gedanke, dass man mit dieser
Am Ende machen die Piraten im LF immer noch ihr Kreuzchen an der Stelle, wo sie wollen, zumindest sollten sie das. Und wenn wir das den Piraten nicht zutrauen, dann brauchen wir auch gar nichts mehr machen. Dürfen SÄA nicht mehr vorstellen, Personenwahlen zu Parteiämtern werden am besten gelost (nachher findet ja noch Meinungsbeeinflussung statt) und auch sonst würfeln wir.
Ich finde den Stil, in dem hier LF als Druckmittel verwendet werden soll zum kotzen, auch wenn ich inhaltlich dem Antrag zustimme.LiquidFeedback wird also als Druckmittel wahrgenommen. Was schon ziemlich vermessen ist. Immerhin wurde ja die demokratische Legitimation oben abgestritten. Doch will LF überhaupt ein Druckmittel sein? Ja, vielleicht. Zumindest könnte man das so sehen. Sollte man sich als Vorstand trotzdem darüber freuen?
Ja! Denn im Liquid hat man nicht nur die Möglichkeit über Meinungsbilder am Ende abzustimmen. Sondern auch die Möglichkeit, die Fragen, über die abgestimmt werden soll, gemeinschaftlich zu erarbeiten. Und das auf dem Weg, der einem am besten liegt. Ob man Diskussionen nun in einem Wiki, auf einer Mailingliste oder einem Blog führt. Und am Ende hat man Zahlen dazu, wie viele «echte» Mitglieder sich für oder gegen eine Aussage aussprechen. Hier eben um die 80 Mitglieder pro Initiative.
Und wie auch schon erwähnt: Anträge kann man auch alleine stellen. In dem Fall muss der Vorstand seine Entscheidung ohne Hilfestellung treffen. Mithilfe von LiquidFeedback sieht er zumindest, wie viele Piraten ebenfalls für oder gegen etwas sind. Wenn man das als Druckmittel betrachtet, sollte man sich vielleicht fragen, inwieweit einem die Meinung der Basis™ überhaupt wichtig ist.
[...]dazu ist es aber nötig, dass Antragssteller mit uns reden und nicht versuchen, auf so eine seltsame Art und Weise Druck aufzubauen.Aha, die Antragssteller sollen mit dem Vorstand reden. Oben wurde doch noch bemängelt, dass ja sowieso nur
Während sich daraufhin andere Piraten mit den Anträgen beschäftigt haben, Anregungen formuliert und diskutiert haben, hat es ein Personenkreis nicht für nötig befunden, zu kommunizieren: Der Vorstand, der nun hier kritisiert, dass niemand reden wollte. Dabei sollte LiquidFeedback genau die Chance ermöglichen: Den Diskurs zu Themen.
In einer Partei, die sich neue Politik auf die Fahne geschrieben hat, sollte der Stil ein anderer sein.Richtig. Und zu dem Vorsatz der neuen Politik gehört es auch, neue Tools zu nutzen. Der Landesparteitag 2010.2 hat sich mit einer «eindeutigen 2/3 Mehrheit» zur Einführung von LiquidFeedback entschieden, um einen direkt-demokratischen Diskurs, die Bildung von Meinungsbildern und die innerparteiliche Bildung voranzutreiben.
Das kann man eben akzeptieren. Oder auch nicht.
*UPDATE*
@Dave_Kay schreibt in seinem Blog auch recht ausführlich zu seiner Motivation zu den Piraten zu kommen und dazu was das mit dem 2. Antrag (Aufzeichnung der Vorstandssitzung) den er mitgestellt hat zu tun hat.
Ausversehen Spamschleuder
Posted by Bastian • Friday, June 18. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer
Falls ihr auch zu der Gruppe Menschen gehört die heute morgen eine riesige Welle von Mail-Benachrichtigung zu Kommentaren zu einzelnen Blogposts bekommen hat: Mea Culpa! Ich hatte mal wieder an dem Twitter-S9Y-Plugin rumgespielt und dabei die Tweetbacks und die Backtype-API aktiviert.
So weit nichts schlimmes, allerdings hat das Plugin dabei einige Tausend Tweetbacks in die Datenbank geschaufelt und als Trackback zu den Einträgen hinzugefügt. Auch bis hier hin nicht schlimm. Allerdings hat S9Y dann damit angefangen brav alle Trackbacks auch per eMail an jene Leute auszuliefern die Kommentare für Einträge abonniert haben. Für einige Beiträge um die 50 Mails herum die nun Posteingänge verseuchen. Sorry! Ich hatte nicht bedacht, dass nicht nur Kommentare sondern auch die Trackbacks per Mail an die Abonnenten zugestellt werden.
Das Plugin ist nun wieder ausgestellt, ihr solltet damit nicht mehr belästigt werden.
So weit nichts schlimmes, allerdings hat das Plugin dabei einige Tausend Tweetbacks in die Datenbank geschaufelt und als Trackback zu den Einträgen hinzugefügt. Auch bis hier hin nicht schlimm. Allerdings hat S9Y dann damit angefangen brav alle Trackbacks auch per eMail an jene Leute auszuliefern die Kommentare für Einträge abonniert haben. Für einige Beiträge um die 50 Mails herum die nun Posteingänge verseuchen. Sorry! Ich hatte nicht bedacht, dass nicht nur Kommentare sondern auch die Trackbacks per Mail an die Abonnenten zugestellt werden.
Das Plugin ist nun wieder ausgestellt, ihr solltet damit nicht mehr belästigt werden.
Aufruf zum adACTADay
Posted by Bastian • Thursday, June 17. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates GospelMail-Plugins für 10.6.4
Posted by Bastian • Thursday, June 17. 2010 • Category: Aktuell: , i love my computer
Für Mail gibt es ja jede Menge nette Plugins. Ich selbst nutze neben GPGMail zum verschlüsseln meiner Post auch GrowlMail um über Eingänge in der Inbox informiert zu werden. Und natürlich LetterBox um ein dreispaltiges Layout der Form Postfach | Mails | Mailinhalt zu erreichen. Und bei fast jeder neuen Version von Mac OS sind die Plugins wieder deaktiviert weil sie angeblich von der letzten Mail-Version nicht mehr unterstützt werden. Und dann geht das Gesuche nach Lösungen los um die Plugins wieder aktivieren zu können.
Für die Plugins die ich nutze bin ich auch fündig geworden:
Für die Plugins die ich nutze bin ich auch fündig geworden:
- LetterBox wurde aktualisiert und steht in einer angepassten Version zum Download.
- Für GPGMail gibt es einen Workaround der bei mir toll funktioniert.
- Und auch für GrowlMail gibt es eine Lösung
Ich bin dann mal weg!
Posted by Bastian • Tuesday, June 15. 2010 • Category: Aktuell: , i left my home
Okay, noch nicht ganz. Aber vom 27. Juni bis zum 02. Juli finden im beschaulichen Lindau am Bodensee die jährlichen Meetings Of Nobel Laureates statt. Und ich werde da auch mit zu finden sein. Keine Angst, nicht als designierter Nobelpreisträger sondern nur als Blogger. Eine Woche voll mit Talks, Nobelpreisträgern und begnadeten Nachwuchswissenschaftlern. Hört sich gut an. Und wird bestimmt auch viele Vorlagen für tolle Blogpostings geben. Zu finden unter diesem Dach, präsentiert von Nature und Spektrum der Wissenschaft.
Und auch vor dem Start des Meetings wird es da schon spannende Blogbeiträge geben. Es würde mich freuen den einen oder anderen Leser auf der Plattform zu sehen.
Und auch vor dem Start des Meetings wird es da schon spannende Blogbeiträge geben. Es würde mich freuen den einen oder anderen Leser auf der Plattform zu sehen.
Eine Parabel
Posted by Bastian • Monday, June 14. 2010 • Category: Aktuell: , with a wonder and a wild desireDas WNYC-Radiolab ist ein ganz großartiger Podcast den ich euch nur empfehlen kann. Ich glaube es war Andre der mir vor schon recht langer Zeit empfohlen hatte dort mal reinzuhören. Hab ich gemacht und ich war begeistert. Und das Video zeigt auch einen schönen Grund dafür: Kein anderer Podcast schafft es immer wieder so eindrucksvoll mir die ganze Schönheit von Wissenschaft vor Augen zu führen. Und das mit so viel Liebe zum Detail produzierten Sendungen.
Kaum ein anderer Podcast erzählt in seiner Stunde Laufzeit auf so eingängliche Art und Weise Geschichten. Und kein anderer Podcast schafft es solch eindringliche Emotionen über Klang zu vermitteln, mich auf Zugfahren laut lachen zu lassen. Oder mich auch in Tränen ausbrechen zu lassen. Danke dafür.
Kommt doch in die Sprechstunde!
Posted by Bastian • Monday, June 14. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Die Münsteraner Piraten hatten ja eine Zeitlang mit dem Tool Adhocracy rumgespielt. Und seit einigen Monaten nutzt nun auch der Landesverband Nordrhein-Westfalen ein Liquid Democracy-Tool. LiquidFeedback um genauer zu sein, was von einigen Berlinern zusammengehackt wurde und was im dortigen Landesverband nicht nur aktiv genutzt wird sondern auch schon für die allgemeine Öffentlichkeit einsehbar ist. Ganz so weit sind ist NRW noch nicht, aber ein paar Daten gibt es schon:
Bislang gibt es 131 Initiativen die in das System eingebracht wurden. Ein Großteil davon wurde im Themenbereich “Satzung/Parteistruktur” und im Themenbereich “LiquidFeedback Testbetrieb” eingestellt. Bislang hat das System 621 registrierte Nutzer und an den Abstimmungen nehmen im Schnitt bislang ca. 100 Teilnehmer teil. Bei zur Zeit 2367 Mitgliedern im Landesverband klingt das nach noch gar nicht so vielen. Doch man muss sich auch vor Augen halten, dass selbst bei Landesparteitagen nicht viel mehr als 200 Personen anwesend sind.
Der andere große Grund wieso noch nicht wirklich viele Nutzer aktiv sind ist das System selbst. Denn, dass muss man sich eingestehen: Die Usability ist nicht gerade gut und die Bedienung doch recht komplex. Was sind Anregungen? Initiativen? Themen? Themenbereiche? Wann nutze ich die Anregungen? Wann stelle ich eine Gegeninitiative zu einer Initiative in einem Thema? In welchen Themenbereich gehört meine Initiative überhaupt? Wie vergebe ich meine Delegation? Und was passiert eigentlich mit den Kreisdelegationen?
Ja, beim ersten Login darf man einen Schock bekommen. Und genau aus dem Grund bietet das Team was sich um den LF-Testbetrieb in NRW kümmert nun auch Workshops vor Ort an. Falls ihr also den Drang verspürt, dass ein paar Piraten zu euch kommen und mit euch zusammen durch das System klicken und erklären wie das ganze funktioniert: Schreibt uns eine eMail an liqd@piratenpartei-nrw.de und dann finden wir einen Termin. In Dortmund lief der erste Workshop bereits, in Münster soll nächste Woche einer folgen und auch ein paar andere Städte haben schon Interesse angemeldet.
Weil das natürlich trotzdem nicht so bald funktioniert, dass wir überall hin kommen können und weil es bestimmt Fragen gibt die euch unter den Nägeln brennen: Es gibt eine Sprechstunde, jeden Sonntag Abend um 20 Uhr im NRW-Mumble im entsprechenden Raum. Es dürfen nicht nur entsprechende Fragen zur Benutzung gestellt werden, es kann auch einfach so über Liquid Democracy & Co gesprochen werden.
Nutzt die Chance.
Bislang gibt es 131 Initiativen die in das System eingebracht wurden. Ein Großteil davon wurde im Themenbereich “Satzung/Parteistruktur” und im Themenbereich “LiquidFeedback Testbetrieb” eingestellt. Bislang hat das System 621 registrierte Nutzer und an den Abstimmungen nehmen im Schnitt bislang ca. 100 Teilnehmer teil. Bei zur Zeit 2367 Mitgliedern im Landesverband klingt das nach noch gar nicht so vielen. Doch man muss sich auch vor Augen halten, dass selbst bei Landesparteitagen nicht viel mehr als 200 Personen anwesend sind.
Der andere große Grund wieso noch nicht wirklich viele Nutzer aktiv sind ist das System selbst. Denn, dass muss man sich eingestehen: Die Usability ist nicht gerade gut und die Bedienung doch recht komplex. Was sind Anregungen? Initiativen? Themen? Themenbereiche? Wann nutze ich die Anregungen? Wann stelle ich eine Gegeninitiative zu einer Initiative in einem Thema? In welchen Themenbereich gehört meine Initiative überhaupt? Wie vergebe ich meine Delegation? Und was passiert eigentlich mit den Kreisdelegationen?
Ja, beim ersten Login darf man einen Schock bekommen. Und genau aus dem Grund bietet das Team was sich um den LF-Testbetrieb in NRW kümmert nun auch Workshops vor Ort an. Falls ihr also den Drang verspürt, dass ein paar Piraten zu euch kommen und mit euch zusammen durch das System klicken und erklären wie das ganze funktioniert: Schreibt uns eine eMail an liqd@piratenpartei-nrw.de und dann finden wir einen Termin. In Dortmund lief der erste Workshop bereits, in Münster soll nächste Woche einer folgen und auch ein paar andere Städte haben schon Interesse angemeldet.
Weil das natürlich trotzdem nicht so bald funktioniert, dass wir überall hin kommen können und weil es bestimmt Fragen gibt die euch unter den Nägeln brennen: Es gibt eine Sprechstunde, jeden Sonntag Abend um 20 Uhr im NRW-Mumble im entsprechenden Raum. Es dürfen nicht nur entsprechende Fragen zur Benutzung gestellt werden, es kann auch einfach so über Liquid Democracy & Co gesprochen werden.
Nutzt die Chance.
Demonstration gegen Sparpläne der Bundesregierung
Posted by Bastian • Saturday, June 12. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates GospelWenn das so weiter geht wird Düsseldorf noch die Piraten-Demo-Hauptstadt werden: Nicht nur zum adACTADay am 26.06. gehen wir auf die Straße um für unsere Überzeugungen einzutreten sondern auch schon eine Woche früher, am 19.06: Gegen die Sparpläne unserer liebreizenden Regierung. Ausnahmsweise auch mal nicht alleine als Piraten sondern zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund und den Globalisierungskritikern von Attac.
Falls ihr also ausnahmsweise mal keine WM-Spiele schauen wollt und stattdessen lieber etwas sinnvolles tun wollt: Los geht es um 14 Uhr in der Friedrich-Ebert-Straße, direkt vor dem DGB-Haus, in Düsseldorf. Damit man vor Ort etwas planen kann wäre es toll wenn ihr euch -auch anonym- bei der Umfrage beteiligt, dort gibt es auch Links zu der Demo-Route und dem aktuellen Planungsstand.



