Gedankenstücke

(m)ein Leben durch den Sucher

Die Piraten halten ihre Mitglieder dumm!?

Posted by Bastian • Wednesday, March 24. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Und das, obwohl sie sich Bildung als eines ihrer Kernthemen auf die Fahnen schreiben (die sie ja gerne bei jeder Gelegenheit schwenken)? Eine gewagte These. Und ganz so ernst würde ich das auch nicht nehmen: Denn ich bin der Überzeugung, dass kein System mit dem perfiden Plan die Mitglieder möglichst ungebildet zu halten dahinter steckt. Im Gegenteil, die meisten aktiven Piraten meinen es nur gut. Allerdings, wie schon ein altes, englisches Spruchwort weiss: Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten, nicht mit schlechten.

Ich hatte es im letzten Piratencafe schon mal angesprochen: Es liegt an einer gewissen Arroganz der aktiven Mitglieder. Wer als (Neu-)Pirat fragt wo er an die Informationen kommt wird er nicht nur einmal sondern regelmässig an das Wiki/die Mailingliste/etc. verwiesen. Anstatt «Read The Fuckin Manual» heisst es hier «Read The Fuckin Wiki». Doch selbst die noch so aktiven Mitglieder wissen eigentlich auch aus eigener, leidvollen Erfahrung wie schwierig es ist an Informationen zu gelangen und wie viel Zeit jeder Pirat dafür aufwenden muss.

Das sind aber auch all die Piraten die einen Großteil ihrer, wenn nicht gleich ihre komplette, Freizeit in die Partei investieren. Und auch mir gehen genug relevante Informationen einfach durch die Finger, sei es weil ich die passende Mailingliste nicht mitgelesen habe oder weil ich ab und zu auch schlicht schlafen muss.

Diese «Such doch selbst»-Einstellung passt vielleicht in Technikforen und Mailinglisten, auf denen immer wieder die gleichen, für den Befragten dummen, Fragen auftauchen. Doch wenn immer wieder die gleichen Fragen aufkommen muss es nicht zwingend daran liegen, dass die Leute zu blöd sind erst selbst zu suchen. Es könnte auch schlicht an der erbärmlichen Aufbereitung der Antworten liegen. Diese Arroganz der Informationsaufbereitung gegenüber funktioniert aktuell ja irgendwie und führt aber im Endeffekt dazu, dass sich wirklich aktiv nur jene Mitglieder einbringen können die am besten keinen Job haben oder Studenten sind, die ihre Zeit recht flexibel einteilen können bzw. Menschen die sowieso 24/7 im Netz hängen und den Strom der Piraten-Informationen in sich aufsaugen. Der Rest wird abgehängt.

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich auch gerne andere Menschen -die vielleicht nicht den ganzen Tag lang Piraten-Krams erledigen und auch ein normales Leben™ führen- aktiv in die innerparteilichen Prozesse einbinden würden, ganz egal ob dies auf kommunaler Ebene oder im Land/Bund passiert. Und genau diesen Leuten machen wir es zur Zeit total schwer. Wer Parteimitglied wird bekommt, je nach Landesverband, eine nette kleine Mail und das war es dann auch. Danach steht dem Neumitglied das Wiki offen und vorbei ist es mit der Betreuung seitens der Partei. Wer da keinen Stammtisch oder Ähnliches in seiner Nähe hat ist auf sich gestellt. Kurz: Unsere Einstiegshürden sind viel, viel, viel zu hoch.

Und das ist eigentlich schade. Vermutlich jede andere Partei kümmert sich um ihre Neuzugänge besser als wir das tun. Sei es mit einem Begrüßungspaket mit einer Basisinfoausstattung, regelmässigen Mitgliederpublikationen oder ähnlichem. So etwas fehlt uns -bis auf einen regelmässig versendeten Newsletter- irgendwie völlig. Dies ist nicht nur zum Nachteil weil viele Mitglieder so nicht in anfallende Arbeit eingebunden werden, sondern auch weil wir sie so auch über unsere politischen Ziele und über politische Arbeit überhaupt nicht fortbilden bzw. ihnen nicht die Chance dazu geben.

Das Wissen der Welt liegt vor uns, offen zugänglich ausgebreitet. In der Wikipedia. Und das dürfte auch, neben Heise und Fefe, eine der Hauptquellen sein mit denen sich viele Mitglieder fortbilden. Dagegen spricht erst einmal auch überhaupt nichts. Allerdings bezweifle ich, dass es reicht, ein paar Wikipedia-Artikel zu einem beliebig komplexen Thema wie Patentrecht oder Urheberrecht gelesen zu haben, um daraus sinnvolle und umsetzbare politische Lösungen zu entwickeln.  

Wenn wir als Piraten nach dem besten Weg, ganz pragmatisch, suchen wollen benötigen wir ein Grundwissen über die Dinge von denen wir Reden. Es reicht als Partei auf Dauer nicht nur Probleme zu erkennen. Wir müssen uns auch um Lösungen bemühen. Und um das zu erreichen benötigen wir in meinen Augen dringend Tools die es erlauben, dass sich jedes Mitglied einbringen kann. Ohne an einer Wiki-Suche zu verzweifeln. Wir brauchen Tools, die es erlauben, dass jedes Mitglied die Chance hat an Informationen zu unseren Themen zu kommen. Im Idealfall in verschiedenen Komplexitätsgraden (überspitzt: von «Urheberrecht für Dummies» zu «So werde ich Fachanwalt für Medienrecht»). Wir brauchen Tools die eine fruchtbare Diskussion zu unseren Themen ermöglichen und anregen. Nicht Wikiseiten die ein «AG»-Präfix im Namen tragen.

Sonst werden wir weder dem selbstgestellten Anspruch nach Transparenz und dem Ruf als Mitmachpartei nicht gerecht. Und jedes Mitglied ist dazu eingeladen daran mitzuwirken und zu versuchen so etwas umzusetzen. So etwas auf die Beine zu stellen ist sicherlich keine spannende Arbeit. Und auch keine Arbeit die Glory & Fame verspricht (Man schau sich nur die Schelte an die an die Jungs & Mädels der IT-Abteilung für ihre ehrenamtliche Arbeit verteilt wird). Aber wenn wir als Piraten auf lange Sicht bestehen bleiben wollen und jedem Mitglied die Chance zur Mitwirkung geben wollen,was praktisch wäre, weil sich die Arbeitslast dann auf mehr Schultern verteilen würde, dann werden wir nicht darum herum kommen uns mit solchen Dingen zu beschäftigen und uns entsprechend aufzustellen.

Wie man das umsetzt? Gute Frage, ich hab bislang nur ein paar Wikipedia-Artikel dazu gelesen und deshalb nur ein paar Grobideen in meinem Schädel dazu. Einen Newsletter gibt es ja schon und ist erstmal von der Idee her ein guter Anfang. Wieso nicht, aufindbare, How-Tos anbieten? Zu unserem Programm. Wieso ist das aktuelle Urheberrecht doof? Was sind Alternativen? Was sind die Probleme der Alternativen? Am besten mit einer gut gepflegten Bibliothek dazu mit weiterführenden Links & Publikationen etc. Vielleicht als eine Art Piraten-Wikibooks oder weiss der Geier.

Wieso nicht häufiger, auch regionale, (Arbeits)-Treffen veranstalten? Abseits des Stammtischcharakters mit etwas mehr Themen-Fokus? Abseits eines starren Parteitagkorsetts. Sei es als BarCamp (ein Piraten-Barcamp auf Bundesebene wäre sicherlich etwas sehr produktives) oder Organisationsform eurer Wahl.

Wieso nicht die Neumitglieder gleich mit Informationen versorgen. Sei es über eMail oder Postweg. Mit How-Tos, Weiterführenden Informationen zu unserem Programm und den Themen. Ob über HTML, CD/DVD oder USB-Stick ist da ja erstmal egal. Und was ich auch für eine spannende -wenn auch unpopuläre- Idee halte ist eine regelmässige Mitgliederpublikation/Piratenzeitung. Ob die als eMail oder Druckwerk in die Inbox kommt soll ruhig jeder entscheiden.

Man sollte nur nicht vergessen, dass nicht jedes Mitglied alle Mailinglisten liest. Es gibt auch jene die nicht einmal Zugang zu diesem Internet haben. Und jetzt freue ich mich mal auf eure Anmerkungen, wie wir uns alle noch ein bisschen klüger und kompetenter bekommt.

Gekämpft

Posted by Bastian • Tuesday, March 23. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel


Und das vermutlich kann jetzt gestrichen werden. In Münster haben es leider weder Philip noch Matthias geschafft die 100 Unterschriften für ihre Direktkandidatur bis gestern 18 Uhr zusammenzubekommen. Und ich glaube es lag viel an der Überheblichkeit mit der wir in Münster allgemein an die Sache herangegangen sind.

Langfristige Planung war noch nie wirklich unsere Stärke hier. Seit der Europawahl haben wir eigentlich alles immer erst um 5 vor 12 angefangen zu planen und durchzuführen. Und bis dato hat das auch immer gut geklappt, meist allerdings mit mehr Glück als Verstand und dem ungeheuren Einsatz einiger Mitglieder. Das Glück hat uns diesmal also verlassen. Und auch die Anzahl der aktiven Mitglieder in Münster ist gesunken. Was irgendwo auch verständlich ist. Viele haben in den letzten 12 Monaten nicht nur einen Haufen Geld sondern vor allem den Großteil ihrer Freizeit investiert und mittlerweile sind einige einfach ausgebrannt.

Das ist schade. Nicht nur, weil diese Leute eine großartige Arbeit gemacht haben und jetzt fehlen. Sondern auch weil wir als sozialer Verbund vor Ort eigentlich die Pflicht hätten, darauf zu achten, dass es erst gar nicht so weit kommt. Hier müssen sich wohl alle fragen lassen, wie man das in Zukunft verhindern kann.

Zumindest in Sachen Direktkandidaten gibt es allerdings auch eine gute Nachricht: Achim und ich haben es geschafft in Steinfurt II bzw. I als Direktkandidaten antreten zu können. Zumindest sieht es bislang danach aus. Gestern morgen waren wir im Kreishaus Steinfurt und haben unsere 100+ Unterschriften abgegeben. Die entgültige Zulassung gibt es dann am Freitag nach dem der Kreiswahlausschuss getagt hat.

Hier würde ich auch gerne noch ein mal allen meinen Dank aussprechen wollen die mir dabei geholfen haben die über 120 Unterschriften zu sammeln: Ganz besonders Achim der sich letzte Woche zusammen mit mir in die verregnete Grevener Innenstadt gestellt hat um die letzten Unterschriften zu sammeln. Außerdem an alle Freunde und meine Eltern die Unterschrieben haben und gleichzeitig noch andere Unterstützer gesucht haben. Und natürlich an alle 120+ (ganz besonders an die 111, die auch unterzeichnungsberechtigt waren) Leute die mir, meist ohne mich wirklich zu kennen, ihr Vertrauen in Form einer Unterschrift ausgesprochen haben.

Jetzt gilt es also nur noch die Stimmenmehrheit in Steinfurt I zu bekommen. Aber das dürfte ja nun das einfachste sein.

Wider das deutschen (Bildungs-)Superheldentum

Posted by Cristian • Wednesday, March 10. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Deutschland liebt Helden. Starke Persönlichkeiten, die es spielend mit einer unfassbaren Herausforderung aufnehmen können und stets triumphieren. Sei es nun Superman, Superkanzler(in) oder Superminister. Doch während es jenseits des Atlantiks nun einen Superpräsidenten gibt, wurden hierzulande alle Supers seit Siegfried schon längst als nicht-ganz-so-heldenhaft entzaubert. Ehemalige Superkanzler arbeiten jetzt für die Oligarchen und ehemalige Superaußenökominister gleich für den verhassten Unökoerzfeind.

Also hat man sich gedacht, dass neue Helden her müssen und schaute sich um. In dem Land, von dem Deutschland seit dem letzten Weltkrieg so ziemlich alles übernommen hat, was man kriegen konnte, gab es nun einen Superpräsidenten der es mit der größten Krise aufnehmen sollte, die jemals von einer jahrzehntelangen Misswirtschaft hervorgebracht wurde.
Hergestellt wurde dieser Held natürlich an einer Super-Eliteuniversität und schon war klar, so etwas braucht man in Deutschland auch.

Soweit zur völlig überzogenen und im Detail auch noch falschen Einführung, doch eine wirklich triftige Erklärung, weshalb Deutschland nun auch noch Eliteuniversitäten mit Elitestudenten und Exzellenzlehren braucht ist mir noch nicht untergekommen. Diese Idee, dass es neue Helden braucht um den Berg von Problemen zu lösen, die sich wie bei Obama durch jahrzehntelange Misswirtschaft angestaut haben, ist möglicherweise nahe liegend.
Aber sie ist Unsinn.
Es ist eher wahrscheinlich, dass man mit der Finanzierung von ein paar wenigen Eliten sich ein Alibi schaffen möchte, um zu sagen "Seht her, wir haben auch Eliteabsolventen von Weltrang". Blöd ist nur, dass die paar meist wenig Interesse zeigen den Karren aus dem Sumpf zu ziehen und stattdessen dem Ruf der Welt nach Rang folgen. Stichwort Brain Drain

Ein (nicht ganz so) kurzer Einschub zu meiner Person und Hintergrund: Ich bin ein Absolvent einer solchen Eliteuni (Aachen), doch nach etlichen Jahren von nicht-wirklich-elitären Studienbedingungen kommt mir die Auszeichnung für Exzellente Lehre wie blanker Hohn vor. Zugegeben, es handelt sich um einen Konzeptpreis für einen hypothetischen Plan, wie es möglicherweise in unbestimmter Zukunft aussehen könnte.
Es ist unwahrscheinlich, dass das deutsche Bildungssystem noch zu meiner Lebenszeit in einer Katastrophe endet, wie man jetzt denken könnte. Aber meine Sicht geht darüber hinaus. Zudem muss es noch nicht einmal in einer Katastrophe enden, sondern es genügt bereits wenn man von immer mehr Staaten ausgestochen wird, wie man auf diesen Seiten eindrucksvoll ersehen kann. Als ehemaliger Diplomstudent der letzten Stunde heißt es nun "Nach mir die Sintflut". Aber es ist kein Motto sondern bittere Realität, wenn ich höre, was den Bachelors nach mir angetan wird. Das heißt nicht, dass ich das System per-se verdamme, sondern hauptsächlich dessen Umsetzung.

Zurück zum Brain Drain: Sicherlich mag es viele Beweggründe geben, weshalb die "bildungsnahen" Schichten dazu tendieren ihr Glück anderswo zu suchen, doch kann man es irgendwo zusammenfassen unter "den Nachkommen die besten Chancen bereiten". Sei es durch eine möglichst umfangreiche Erbschaft, ganz viele hochkarätige Kontakte oder eine große Nähe zu förderlichen Umständen. Diese Form der Nachkommenschaftshilfe (bzw Kapital) hat sich für den Menschen bewährt, denn unter allen Lebewesen auf der Erde ist er jenes mit der längsten Abhängigkeitsdauer der Kinder von den Eltern. Nimmt man dieses uralte Prinzip als Basis, so gibt es zwei grundsätzliche Herangehensweisen, um die obigen Ziele zu erreichen. Die konstruktive Variante bemüht sich dieses Kapital zu erarbeiten, während die destruktive Variante sich darum müht, das alle anderen möglichst wenig Vorteile haben. Zu letzterem zähle ich die Elitisierung, die Sicherung von scheinbar begrenzten Ressourcen für einen kleinen Kreis.

Ich sehe mich als Teil des sog. Bildungsbürgertums, die sich im wesentlichen dadurch auszeichnen, dass sie außer der Bildung praktisch kein Kapital besitzen (Im Gegensatz zum Besitzbürgertum). Aufgrund einer konstruktiven Weltanschauung befürworte ich keine künstliche Verknappung von Gütern, möchte keine "optimale Umgebung" durch die Ghettoisierung von Bevölkerungsschichten schaffen und stehe Kapitalaufbau ohne adäquate persönliche Leistung kritisch gegenüber.

Die Namen der Länder die der Bildung einen deutlich höheren gesellschaftlichen Wert zuweisen, kann man problemlos den OECD Studien entnehmen. Die Umstände, die zu diesen Ergebnissen geführt haben jedoch nicht. So haben etwa die USA die höchsten Ausgaben pro Student (Abb. 13332), bewegen sich aber doch eher im Mittelfeld. So zeichnet sich etwa das PISA-Wunderland Finnland nicht dadurch aus, dass es eine besonders individuelle Betreuung liefert (Abb. 13806), sondern dass besonders wenig Unterschied zwischen Kindern unterschiedlicher Klassen besteht (Abb. 13317). Ein Blick in des finnische Schulsystem zeigt weitere Unterschiede zu dem uns bekannten: während sich das deutsche Bildungssystem darum bemüht, möglichst früh zu "sieben" und die Unterschiede zu festigen, wird man in Finnland (oder Schweden) sehr lange zusammengehalten. Diese frühe "qualitative Segregation" in Deutschland führt m.E. zu einer Ghettoisierung der Bildung die sich dann in der Gesellschaft fortsetzt: Eliten und Pöbel. Beide Begriffe sind für mich gleich negativ besetzt.

Die destruktive Form der oben genannten "positiven Entwicklungsbedingungen für den Nachwuchs" ist es, wenn man die positiven Aspekte für sich beansprucht und gleichzeitig möglichst viel unwürdige ausschließt, z.b. durch Studiengebühren und Notenbarrieren. Letztere wurde erst kürzlich noch durch die verpatzte Bolognareform verschärft. Man schafft gewissermaßen Eliten dadurch, dass man möglichst viele ausschließt.

Die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass für so ein konstruktives Bildungssystem keine der größeren Partei das Wort ergreift. Während FDP und CDU/CSU den Elitengedanken zu immer neuem Wahnwitz treiben dümpelt die SPD konzeptlos vor sich hin während sich die Linke und NPD darauf beschränken Neid- und Missgunst-denken zu bedienen. Die Grünen sind zwar etwas progressiver, allerdings vornehmlich auf dem Papier während die Parteifunktionäre sich schon an den Rest weitestgehend angepasst haben und jede Innovation unterdrücken.

Sehr glücklich bin ich daher über über den kürzlich verabschiedeten Programmpunkt Bildung der NRW Piraten, der einen sehr großen Rückhalt gefunden hat. So ist weniger entscheidend, dass er sich vielleicht in dem ein oder anderen Punkt einem bestehenden Wahlprogramm der anderen Parteien ähnelt, sondern dass es diesmal genug Interesse gibt, dieses auch umzusetzen und statt sich 32 Jahre an einem tollen Konzept erfreuen.

Es nutzen die besten Ideen nichts, wenn man sie nicht umsetzt. Von daher bitte ich jeden das Bildungsprogramm der Piraten zu unterstützen damit sich endlich etwas tut.
Bildung statt Helden.




-edit
Ein paar weiterführende Links zum gleichen Thema:

Unterschriften für die Direktkandidatur

Posted by Bastian • Tuesday, March 9. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel

Bevor der eigentliche Wahlkampf beginnen kann geht es nun wieder ans Sammeln von Unterstützerunterschriften. Für die Direktkandidaten in den einzelnen Wahlkreisen benötigt man 100 Unterschriften von dort Wahlberechtigten. In Münster und auch im Kreis Steinfurt sammeln wir gerade fleissig. Und es wird -ganz typisch für uns- eng damit


Deshalb hier noch einmal der Aufruf an euch da draußen: Bitte helft uns mit eurer Unterschrift. Ihr müsst uns zur Landtagswahl auch nicht wählen deshalb. Ihr sorgt damit nur dafür, dass wir überhaupt die Chance haben auf dem Stimmzettel zu erscheinen.


Wenn ihr aus Altenberge, Greven, Horstmar, Laer, Metelen, Neuenkirchen, Nordwalde, Ochtrup, Steinfurt oder Wettringen (also dem Wahlkreis I) kommt meldet euch bei mir, ich versorge euch gerne mit dem nötigen Formular (was man leider nicht kopieren oder zum Download anbieten darf). Schreibt mit an bastian@gedankenstuecke.de oder ruft direkt unter +49 176 213 044 66 an. Dann finden wir schon einen Weg zur Unterschrift. 


Und auch wenn ihr aus einem anderen Steinfurter Wahlkreis oder aus Münster kommt meldet euch bei mir. Ich vermittel gerne an die betreffenden Personen mit den Formularen.


Danke schon mal an die fleissigen Unterstützer!

Piraten sind International

Posted by Bastian • Monday, March 1. 2010 • Category: Aktuell: , The Pirates Gospel
Ich bin kein echter digital native. Dafür bin ich zu alt. Ich bin kein Mitglied der Generation C64. Dafür bin ich noch zu jung. Das Internet war nicht immer Bestandteil meines Lebens. Genauso wenig wie Computertechnik an sich. Auch wenn ich schon früh an den Kisten gehockt habe. Und relativ früh im Internet rumgesurft habe.

Meine Hausaufgaben musste ich trotzdem noch mehr mit der Microsoft Encarta machen als mit der Wikipedia. Und der Langenscheidt war auch noch in gedruckter Version auf dem Schreibtisch und nicht über Leo im Netz.

Trotzdem glaube ich verstanden zu haben was für eine großartige Erfindung dieses Internet ist. Und welche Möglichkeiten man damit hat. Egal ob man sich in virtuellen Welten mit Engländern, die genauso durchgeknallt sind wie man selbst, virtuelle Geschosse um die Ohren sausen lässt oder quer durch das Bundesgebiet verteilt zusammen in einem Etherpad an einer Pressemitteilung oder einem Antragstext für das Schiedsgericht schreibt. Das Internet vernetzt Kommunikation und verändert unser Denken und Handeln. Wer daran zweifelt muss nur mal schauen wie in so einem Pad gearbeitet wird.

Ich selbst habe mich zu guten Stücken ins Netz ausgelagert. Meine Daten (sowohl Daten über mich als auch von mir). Mein Handeln. Mein Denken. Ein Großteil davon ist kollaborativ geworden und lässt sich nicht mehr klar in “mein” oder “dein” trennen. Ganz egal ob es um Ideen oder konkrete Projekte geht. Und das liebe ich.

Es ist so einfach wie wohl noch nie zuvor mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und aus den Erfahrungen von anderen Menschen zu profitieren. Noch nie war so unklar aus wem der Riese besteht auf dessen Schultern man steht. Dazu gehört auch zu verstehen, dass wir längst komplett globalisiert sind. Open Source (eigentlich open everything), freie Lizenzen, Netzneutralität, auch der Wunsch nach einer Wissensallmende. Alles Dinge die global funktionieren und global funktionieren müssen.

Das war auch für mich der Grund den Piraten überhaupt beizutreten: Der internationale Ansatz und das Gefühl, dass hier Leute zusammenkommen die gleiche Ideale vertreten. Mittlerweile gibt es in über 40 Ländern Piraten. Alle mit sehr ähnlichen Ansätzen und Kernthemen. Auch an einem gemeinsamen Leitbild wird gearbeitet. Im Endeffekt sind sie damit mehr eine globale Bewegung als eine reine Partei. Dies bietet die Chance auf wundervolle Zusammenarbeiten und kann dazu führen auch als die globale Bewegung und weniger als Splitterpartei wahrgenommen zu werden.

Die Mitgliederversammlung der Piraten in NRW hat am Wochenende das Programm um Punkte wie Arbeit und Soziales, Drogenpolitik, Gesundheitspolitik und Wirtschaft erweitert. Was dies für die Identität der Piraten, sowohl in Deutschland als auch global, bedeutet wird wohl nur die Zukunft zeigen.