Vermehrt machen so kurz vor dem Wahlkampfbeginn die Spendenaufrufe wieder die Runde. Es werden Banner verlinkt, Tweetketten gehen über Twitter und Co. Das bekannte Spielchen.
Doch mit all dem Geld allein bekommt man keinen Wahlkampf auf die Beine gestellt. Daher ist mein Aufruf und mein Herzenswunsch ein anderer: Schenkt uns – und viel wichtiger: unseren Ideen – etwas Zeit. Denn nach dem Bundestagswahlkampf ist es ruhig geworden. Die Stammtische sind leerer, die Mailinglisten ruhiger, die Infostände dünner besetzt.
An Gründen mag es nicht mangeln: Vielleicht befindet sich ein Großteil der Leute noch im Winterschlaf. Oder kann sich mit der Ausrichtung der Piraten nicht mehr so recht identifizieren nach den Programmerweiterungen. Der ein oder andere mag auch auf der Suche nach dem Passierschein A38 im Bürokratie-Gestrüpp verloren gegangen sein. Doch es gibt noch viel zu tun.
Und auch wenn es nicht immer klar sichtbar ist: Auch wenn man kein Pirat ist, kann man sich an vielen Stellen einbringen und die helfende Hand sein. Und wenn ihr den Eindruck habt, dass wir es euch aber auch wirklich nicht einfach machen, euch einzubringen, dann gebe ich euch recht. Selbst für Mitglieder ist es nicht einfach. Ja, da haben wir Nachholbedarf. Aber wir arbeiten daran.
Aber man kann etwas tun: So wurde ein Teil des Wahlprogramms verabschiedet, allerdings gibt es noch keine Arguliner. Wer also das
Wahlprogramm liest und dabei Fragen hat:
Her damit, spätestens auf der Straße werden wir mit genau solchen konfrontiert werden und da kann es nicht schaden, auf die üblichen Fragen vorbereitet zu sein.
Oder helft vor Ort: Bei der Organisation von Informationsständen, beim Sammeln von Unterschriften für die
Direktkandidaten. Diskutiert mit uns. Meckert mit uns, wenn wir Unsinn machen und fordern.
Sprecht mit dem Freundes- und Bekanntenkreis über unsere Ziele und Themen. Macht deutlich, wieso diese Themen wichtig sind. Bekanntheit kann man vielleicht erkaufen, Glaubwürdigkeit aber nicht.
In dem Sinne: Schenkt uns ein wenig eurer Zeit. Sei es, um im echten Leben mit anzupacken, sei es, um mit uns zu reden, sei es, um mit euren Freunden und Bekannten über uns zu reden.
Und falls ihr das nicht könnt oder nicht wollt: Zur Not nehmen wir
halt doch Geld, aber nur, wenn es unbedingt sein muss. Die Piratenpartei hat ihre ersten Wahlerfolge mit unglaublich wenig Geld, aber großer Leidenschaft erreicht. Unzählige Piraten und Freibeuter haben sich an Infoständen die Beine in den Bauch gestanden, einfache, aber sinnvolle Plakate geklebt. Sie haben sich für „die Sache“ den Mund trocken geredet und sich mit den unglaublichsten Vorwürfen konfrontiert gesehen. Einhellig die Parole: „Weitermachen!“
Dies gilt noch immer: Lasst uns keinen konventionellen Wahlkampf führen, lasst uns lieber mit den Leuten auf der Straße sprechen. Wir freuen uns drauf, wenn wir beim Landtagswahlkampf wieder an Infoständen stehen und mit anderen Piraten mit der gleichen Leidenschaft wie vor dem 27.09.2009 den Bürgern unsere Vorstellung von Freiheit erklären können.
Wir freuen uns drauf, wenn es wieder von den Infoständen klingt: "Klarmachen zum Ändern!"
On behalf of #sektion31: Stephan Urbach (tomate) & Bastian Greshake (gedankenstuecke)