Ich hatte heute mal ein bisschen Zeit und Lust auf Web 2.0. Seit einigen Wochen bietet
Facebook nun auch eine deutsche Plattform des Dienstes an und ist damit in direkter Konkurrenz zu
StudiVZ in Deutschland gegangen. StudiVZ wird im Moment von ca.
5.000.000 Usern benutzt und ist der Platzhirsch hier in Deutschland. Facebook ist da spät dran, aber da sogar in Amerika der Satz kursiert: "Lets facebook later.", habe ich mir gedacht, das musst du auch mal ansehen.
Die Seite ist mäßig schnell, vielleicht gibt es nur ein paar Server hier in Deutschland, aber sie wird zumindest fehlerfrei abgebildet. So weit so gut. Ein Pluspunkt: ich konnte noch vor der Anmeldung die
Seiten des Dienstes ansehen. Wie mein Profil aussehen könnte usw. Da zeigt sich das StudiVZ maßlos kopiert hat, denn Facebook bestand schon vor der deutschen Seite. Das stört nicht, denn damit kenne ich mich aus, denk ich mir. Also anmelden. Beim ersten Anmeldeversuch fällt mir schon ein kleiner Manko auf. Das Passwort muss beim registrieren nur einmal eingegeben werden. Ich kenne keinen Dienst mehr im Internet der solch ein Verfahren führt. Es muss das Passwort eigentlich überall zweimal eingegeben werden, was ja auch vernünftig ist. Einmal vertippt ist der Account schon zu Beginn nicht erreichbar. Das ist wirklich arm, Facebook. Naja aber ich tippe dann eben umso vorsichtiger.
Als ich die verzogenen Zahlen abtippen soll und auf anmelden klicke, stürzt mein Browser ab. Oh toll, das passiert eigentlich, äh nie! Ich benutze keinen gängigen Browser sondern, Safari, vielleicht ist das der Grund gewesen? Egal, also noch mal anmelden. Diesmal ist das Anmeldeformular direkt auf der ersten Seite und hat weniger Zeilen, vorher wollte man schon wissen, wo ich studiere, nun reicht nur noch der Name, Geb.Datum und E-mail. Komisch denke ich mir, aber egal. Dann klappt es auch endlich. Die E-mail mit dem Bestätigungslink landet in meinem Postfach und ich bestätige die Registrierung. Sofort zeigt sich mein Profil. Toll denke ich, dann kann es ja losgehen. Schön, dass man beim Ausfüllen der Felder gleich unterhalb Vorschläge für das Eingetippte sieht. So tippe ich meine Schule ein und es werden mir die Schulen gezeigt, die ich schon auswählen könnte. Leider ist natürlich meine Schule nicht darunter. Aber dafür mein Heimatort, oh da staune ich, ein 3000 Seelendorf ist dort zu finden, nett. Nun zeigt sich jedoch schon eine penetrante Datenkrake. Facebook bietet mir einen tollen Service. Ich kann meine Freunde, die schon in Facebook angemeldet sind, einfach finden. Dafür muss ich nur mein Passwort zu meinem E-mail Account geben und schon wird das Adressbuch ausgelesen. Geht's noch? Ich geb euch doch nicht mein E-mail Passwort! Damit ihr all meine E-mails mitlesen könnt? Ne danke, also so weit lass ich es nicht kommen. Sichtlich genervt über diesen Service klicke ich mich weiter durch die Seiten. Insgesamt mag ich die Aufmachung, die blaue Schrift ist freundlich und auch die Einbettung von Metamedia, also Fotos, Videos usw. scheint gut gelungen. Da könnte sich StudiVZ noch eine Scheibe abschneiden. Komisch ist jedoch, das mir schon zu Beginn andere Facebook-Mitglieder gezeigt werden, "die ich vermeintlich" schon kennen soll. Da ich noch keine Daten außer meiner Uni eingeben habe, kommen auch keine Leute vor, die ich schon kenne. Sehr befremdlich ist die Aufteilung in Netzwerke, aber auf dem zweiten Blick sehr vernünftig. Denn im Netzwerk Uni.Münster kann ich mich nur anmelden, mit einer gültigen Uni Münster e-mail Adresse. Dumm, dass ich leider gerade keinen Zugang zu diesem Account habe, so muss ich mich bei diesem "Netzwerk" später anmelden, wenn die E-mail an mein normale weitergeleitet wird, was alle paar Stunden gemacht wird. Aber im Netzwerk Deutschland darf ich schon rein

Freunde suche ich noch vergebens, es scheint keiner davon schon bei Facebook angemeldet zu sein, aber die sind ja auch alle noch bei StudiVZ. Da kann ich mich noch als Pionier fühlen.
Insgesamt ist die deutsche Umsetzung des Facebooks gut gelungen. Man merkt nur an einigen Stellen, dass es noch nicht 100% ausgereift ist. So werden Daten noch im amerikanischen Format an einigen Stellen eingegeben: Monat,Tag,Jahr. Aber das stört nicht wirklich. Gut ist, dass die Privatsphäre des Nutzers nun endlich auch individuell einstellbar ist und ich kontrollieren kann, wer meine Daten lesen kann und wer nicht. Ich bin noch nicht begeistert vom Facebook aber es ist auf jeden Fall eine schöne Alternative zum StudiVZ, wer also das nicht mehr mag, oder die richtigen Freunde in seinem Account nicht mehr finden kann, weil zu viele "Bekanntschaften" die Freundesliste im VZ vermüllen, der kann ja zum Facebook umsteigen, oder einfach mal wieder Kaffeetrinken mit Freunden gehen, oder so.