Oder "Ein Wochenende in Münster". Oder "Unterwegs mit den Pfadfindern"Irgendwie sollte hier eigentlich ein ewig langer Text über das Wochenende mit meiner Pfadfindergruppe stehen. Allerdings hab ich nach einem guten Dutzend Anläufen aufgegeben da mir nichts davon gefallen hat. Also muss die Kurzfassung in Stichpunkten reichen. Naja, irgendwie sollte es erst ein langer Text werden, dann war ich mit allem unzufrieden und habe alle Versuche in den Sand gesetzt, dann wollte ich kurz alles in Stichpunkten notieren und nun das hier. Ach nun schaut euch das ganze einfach an, lest es euch durch und gut ist. Ein Punkt weniger auf der To-Do.
Das Haus
War gar nicht so schlimm. Wobei der Gesichtsausdruck mancher bei dem Anblick wäre hätte sicherlich einen Oscar verdient. Mit dem Karmin konnte man unser Zimmerchen prima heizen (und dazu auch super verqualmen). Freundlicherweise haben wir sogar noch 2 Elektro-Herdplatten geliehen bekommen und konnten uns daher sogar halbwegs vernünftig ernähren.
Das Unterhaltungsprogramm

Für den Samstag Morgen stand ja ein politisches Grundbildungsprogramm an, aber dazu später. Eigentlich sollte der Rest mehr entspannt werden. Karten spielen, in Ruhe sein Bierchen trinken, zwischendurch mal einkaufen fahren und Samstag dann ins Kino. Schon fast zu entspannt: Wenn man glaubt, dass 20:30 gleich der Uhrzeit "halb 8" ist steht man schon gerne über eine Stunde doof im Kino rum. Aber macht ja nichts, diese kleine Kinozeitung kann man in einer Stunde übrigens gut 3 mal durchlesen.
Politisches Programm
Die Nazis hatten sich angekündigt am Samstag über Münster herzufallen. Und wie das so ist mussten sich alle anderen für eine Gegendemonstration ankündigen.
Effekt: Überall Straßensperren, besoffene Punks und Flaschen/Steine/etc. werfende Gegendemonstranten.
Aber wir wären ja nicht Pfadfinder wenn wir bei solchen Späßen nicht live dabei seinwollen würden. Also Samstag Morgen um "20 vor Nazi(-Aufmarsch)" aufgestanden und ab in die Stadt getapst. Unterwegs mal schnell irgendwo durch eine Straßensperre gekommen und sich zur Gegendemonstration gestellt. Sehr amüsant wenn der Demonstrant auf der Bühne was erzählt von "Wir fordern die Polizei auf zurückzuweichen, wir wollen doch nur friedlich demonstrieren" während die Polizisten nebenan schon seit Minuten mit Flaschen und Steinen beworfen werden. Naja, nun wollten wir doch mal sehen wie die Nazis demonstrieren.
Nur doof: Deren Aufmarschgebiet war leider komplett durch (eben erwähnten) Straßensperren von der Außenwelt abgetrennt.
Richtig doof: Unsere Hütte lag genau hinter der Straßensperre.
So richtig richtig doof: Die Sperrung sollte bis 22:00 gehen und ohne Ausweis kamen wir auch nicht mehr hinter die Polizeisperren. Und uns glauben das wir Pfadfinder sind? Ne! "Ihr könntet auch ganz gut ne linke Gruppierung sein". Danke!
Also so manchen Kilometer an den Sperren langgelaufen bis uns an der letzten Sperre ein Polizist den tollen Tipp gab noch weiter weg von unserer eigentlichen Richtung zu laufen, da wäre eine Lücke in den Sperren. So eine hohle Frucht, anstatt uns einfach mal kulant vorbeizulassen uns den Tipp geben wo man sie umgehen kann. Wie sinnvoll.
Nach 10 Minuten konnten wir diesem ach so klugen Polizisten dann auch in der Tat von hinten zuwinken um zu zeigen, dass wir es geschafft haben.
Das ganze im Kreis laufen durch irgendwelche Münsteraner Stadtteile hat dann allerdings so viel Zeit gekostet, dass die Nazidemo schon längst wieder zuhause war bevor wir wieder an unserem Haus waren.
Die Mobilität
Auch so eine Sache. Nicht nur das der Wagen den ich mir von einem anderen Pfadfinderleiter für das Wochenende geliehen hatte mit ganzen 4 Gängen (aber trotzdem max. Tempo 200 km/h auf dem Tacho) bestückt war. Schlimm war es auch nicht auf dem Hinweg die Kolonne anzuführen und direkt an der ersten Ampel alle Hintermänner zu verlieren (wofür gibt es den Kreuzungen).
Nur richtiger Mist ist es wenn ein Einkauf, der normalerweise 15 Minuten dauern würde über 2 Stunden dauert weil es in Münster am Samstag mehr Polizisten/Straßensperren als Einwohner gab.
Dafür haben S. und ich dann wenigstens bei unserer "Spritztour" durch ganz Münster noch 5 Nazis gesehen die, wohl leicht deprimiert weil niemand bei ihrer Demonstration war, ihre Flagge schwenkend, nach Hause gelaufen sind.
Schönes Wochenende!