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Friday, February 5. 2010PiratösigesNachdem die meisten Wogen sich bezüglich des Landesparteitages/der Landesmitgliederversammlung geglättet haben mal wieder ein kurzes Status-Update:
Wednesday, February 3. 2010Wir (ver)kaufen unser reines Gewissen!
Eigentlich hätte ich diesen Post schon nach der "Lichtenstein-CD" schreiben müssen. Aber auf Grund dieser aktuellen Geschichte, mit der Schweiz CD, kann ich das nicht unkommentiert verstreichen lassen.
Wie soll ein Rechtsstaat funktionieren, wenn er gültiges Recht umschifft, um Unrecht auszumerzen? Viele Deutsche sehen im Kauf kein Problem: "Wieso? Die die Steuer hinterziehen müssen bestraft werden." Natürlich müssen sie das. Aber wenn ich das mit dubiosen rechtlichen Mitteln mache, dann kann ich ja auch wieder anfangen mit der Folterung in der U-Haft. Oder auch mal überhaupt U-Haft für einen gewissen Bundeskanzler, der irgendwie auch Probleme mit Geldern hatte. Aber oh, ach ja, das Ehrenwort gilt da ja mehr, als das gültige Recht. Aber huch, in der Spendenaffäre hatte Schäuble ja seine Finger auch drin stecken. Summa summarum: Wer diese Bundesregierung gewählt hat, darf sich nicht beschweren, wenn seine eigenen Rechte veräußert, getreten und umgangen werden. Schäuble ist der beste Beweis, dass man einfach mit der gleichen Mentalität weiter macht! Pfui! Thursday, January 28. 2010And it's all over now, Baby Blue
Gestern Abend hat das Schiedsgericht des Landesverbands Nordrhein-Westfalen sein Urteil gesprochen. Kurz: Die Vertagung der Veranstaltung war nicht korrekt.
Allerdings nicht, weil eine Vertagung rechtlich nicht machbar wäre. Sondern weil zum Zeitpunkt der Abstimmung niemand mehr zweifelsfrei akkreditiert war weil die Stimmkarten unbeaufsichtigt gelassen wurden. (Die älteren unter euch wird das noch an Düsseldorf erinnern). Die Konsequenz ist nun, dass in 5-6 Wochen eine neue Landesmitgliederversammlung stattfinden muss um über die restlichen Tagesordnungspunkte zu entscheiden, darunter Wahlprogrammanträge und Satzungsänderungsanträge. Das Schiedsgericht hat (unsere frisch gewählte Vorsitzende/wundervolle Klagegegnerin) Birgit und mich nun auch beauftragt gemeinsam eine Geschäftsordnung zu schreiben die ein solches Vertagen explizit regelt oder ausschliesst. Ich denke über den Bug aus dem letzten Post sollte man da auch mal sprechen. Außerdem sollen wir getrennt einen Satzungsänderungsantrag vorlegen der Vertagungen regelt. Das halte ich für ein gutes Vorgehen und ich hoffe ein wenig auf die Mithilfe unserer Projektgruppe Satzung. Ich bin froh darüber, dass wir nun hoffentlich weiter konstruktiv arbeiten können (Wer mir mit der Klage «Torpedierung der Parteiarbeit» vorwerfen möchte sollte sich aber auch fragen lassen dürfen wieso er noch nie bei wirklicher Parteiarbeit zugegen war). Ich möchte als erstes auch dem Schiedsgericht für ihre schnelle und ausführliche Arbeit danken, ganz unabhängig vom Klageausgang. Ihr habt euch das bei der Wahl sicher noch anders vorgestellt und auf ein bisschen mehr Einführungszeit gehofft. Außerdem danke ich all jenen Leuten die mir in den letzten Tagen Mut gemacht und beigestanden haben. Sei es öffentlich oder privat. Und zu guter letzt möchte ich noch all jenen danken die mir in den letzten Tagen -öffentlich oder auch im verdeckten- gedroht haben. Mit einem Parteiausschlussverfahren oder gleich mit körperlicher Gewalt. Ihr könnt wirklich stolz darauf sein, dass ihr bei den Piraten Mitglied seid. Ihr habt mir wieder deutlich gemacht warum unser Ruf nicht der Beste ist. Wenn schon Parteimitglieder -die einem in manchen Fällen sogar persönlich bekannt sind- auf eine solche Art und Weise behandelt werden, dann kann ich mir gut vorstellen wie mit außerparteilichen Kritikern umgegangen wird - seien es Blogger, Journalisten oder Mitglieder anderer Parteien. Monday, January 25. 2010Demokratiedefizit #lptnrw oder: Versammlungs-Hacking
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein längerer Text über den Landesparteitag am Wochenende. Ob der letzten Entwicklungen auf dem selbigen verzichte ich hier darauf. Doch was ist passiert:
Wie abzusehen war konnten wir nicht alle Punkte an diesem Wochenende behandeln. Neben vielen Anträgen zum Wahlprogramm konnten auch die Satzungsänderungsanträge nicht behandelt werden. Doch statt neu einzuladen um dort auf dem nächsten Parteitag weiter zu diskutieren und die Programmpunkte aufzunehmen wurde nun vertagt. Auf den kommenden Sonntag in Wuppertal (ja, ins Wuppertaler Dart Center, wohin auch sonst...). Ich halte das für eine absolut bescheidene Entscheidung. Und das aus einer Vielzahl von Gründen: Erstens: Es war gestern zum Zeitpunkt der Entscheidung überhaupt nicht geklärt in welcher Form unsere Vertagung auf “in einer Woche, anderer Ort” rechtlich möglich ist. Es kursierten verschiedenste Aussagen über diese Entscheidung und Klarheit gibt es wohl bis dato nicht. Das ist auch der Grund wieso ich das -vielleicht frisch gewählte- Landesschiedsgericht angerufen haben um diesen Sachverhalt zu klären. Zweitens: Mit einer möglicherweise semi-legalen Landesmitgliederversammlung ein Wahlprogramm zu beschliessen fliegt uns spätestens im Wahlkampf um die Ohren. Wenn andere Parteien das lustig ausnutzen könnten um uns an den Karren zu fahren. Auch das hat dazu beigetragen, dass ich mich für die Anrufung des Schiedsgerichts entschieden habe. Aber: Ganz abgesehen davon -und auch abgesehen von der Entscheidung des Schiedsgerichts- halte ich das für eine Entscheidung die zwar demokratisch gefällt wurde, aber trotzdem in ihrem Resultat absolut undemokratisch ist und für moralisch sehr fragwürdig. In unserer Satzung haben wir eine reguläre Einladungsfrist von 4 Wochen zu Mitgliederversammlungen. Und das aus gutem Grund: Wir verzichten, liebend gerne und beabsichtigt, auf Delegierte damit jeder Teilnehmen kann. Die Einladungsfrist soll sicherstellen, dass jeder Pirat die Chance hat Termine -seien es private, berufliche oder auch andere piratische Verpflichtungen- so zu legen, dass er an den Mitgliederversammlungen teilnehmen kann. Mit der Vertagung umgehen wir die Einladungsfrist und schliessen so jede Menge Piraten aus. Ich selbst bin davon betroffen da wir am 31.01. die Direktkandidatenwahl für den Kreis Steinfurt abhalten wollen. Aber es gab gestern auch jede Menge andere Teilnehmer die an dem Vertagungstermin nicht teilnehmen können. Darunter auch solche Piraten die eigentlich ihre Satzungsänderungsanträge oder auch Wahlprogrammvorschläge vorstellen und verteidigen wollen/müssen. Denen wird die Chance sich einzubringen damit komplett genommen. Dazu halte ich die Vertagung auf Wuppertal für völlig blödsinnig in Hinblick auf eine sowieso stattfindende Mitgliederversammlung. Der Plan ist nämlich in 5-6 Wochen eine neue Mitgliederversammlung einzuberufen um die Vertagung für rechtmässig zu erklären. Diesen Hack halte ich für ebenfalls sehr zweifelhaft und für total unsinnig: Der Plan ist es also zweifelhafte Beschlüsse die von einem kleinen Teil in Wuppertal gefasst werden im Nachhinein abzusegnen. Das sieht in meinen Augen stark nach “abnicken” aus und hat schon etwas von Delegierten. Nur das unsere Delegierten nicht einmal ansatzweise legitimiert sind: Die Leute die für die Vertagung zufällig Zeit haben werden also Beschlüsse verfassen und eine reguläre Mitgliederversammlung soll nur noch abnicken. Oder: Wir diskutieren noch auf der regulären Mitgliederversammlung alle Beschlüsse aus der Vertagung ernsthaft und kippen diese ggf. In dem Fall ist es absolut überflüssig die Vertagung überhaupt stattfinden zu lassen. Weil wir dann mit dem Wahlkampf -der ja immer das Totschlagargument ist- auch nicht früher anfangen können weil unsicher ist ob die Vertagungsbeschlüsse bestand haben werden. Sprich man könnte sich das Treffen auch ganz sparen. Es geht also um 2 Hauptpunkte für mich: Die allgemeine Rechtsgültigkeit der Vertagung. Sollte diese gegeben sein wäre das in Ordnung und ich bin gespannt wie das Schiedsgericht in diesem Fall entscheiden wird. Der zweite, für mich fast noch wichtigere Punkt, ist die moralische Bewertung dieses Vorgehens. Ich persönlich finde es sehr traurig, dass wir hier unsere eigenen Regeln (vielleicht legal) umgehen um möglichst schnell und mit wenig Diskussion ein Wahlprogramm durchzuwinken, damit wir mit dem Wahlkampf starten können. Das hat für mich wenig mit „Flexibilität“ und „pragmatischen Lösungen“ zu tun sondern mit dem Verkauf von Idealen. Da könnten wir auch gleich Spendengelder nehmen um Wahlprogramme zu kaufen. Das wäre ebenfalls ganz flexibel und pragmatisch. Und vor allem bequem weil man selbst nicht aktiv werden muss. Übrigens: Die Geschäftsordnung von diesem Wochenende wird auch in Wuppertal gelten. Und diese lässt sich dank einiger Bugs prima dazu nutzen die gesamte Veranstaltung zu sprengen und boykottieren. Denn wenn ich die GO richtig verstehe ist es jederzeit (und in unbegrenzter Anzahl nacheinander von der gleichen Person) möglich Anträge zur Geschäftsordnung zu stellen. Darunter ist auch der „Antrag auf Umstellung der Reihenfolge der Tagesordnung nach Genehmigung“. Jemand der sich einen Spaß gönnen will (oder unzufrieden ist mit dem Vorgehen der Vertagung) kann also ganz bequem den GO-Antrag auf Vorziehen von “Schliessung der Versammlung“ stellen. Solange noch Gegenrede kommt kann man ganz unkompliziert eine geheime Wahl beantragen (Sollte keine Gegenrede kommen ist die Versammlung geschlossen). Dann dürften erstmal die Stimmzettel gedruckt werden und anschliessend ausgezählt werden. Sollte die Versammlung noch nicht geschlossen sein fängt man oben wieder an mit dem GO-Antrag. Siehe folgendes Pseudo-Code-Beispiel. 10 GO-Antrag auf Umstellung Tagesordnung -> Schliessung der VersammlungDamit kann man nicht nur die gesamte Versammlung in den Wahnsinn treiben sondern auch weitere Beschlüsse ganz effektiv verhindern. So lange bis keiner mehr Lust hat oder Toner/Tinte und Papier ausgeht. Um die Anträge zu stellen muss man übrigens nur akkreditiertes Parteimitglied sein, wer also noch schnell ein bisschen Stress produzieren will kann bis Sonntag noch Mitglied werden. Oder vielleicht findet sich ja so der eine oder andere Pirat der Lust darauf hat, den einen oder anderen Security-Hacker-Guy haben wir ja der Spass daran hat Bugs zu finden und mal Testweise auszunutzen. Ich selbst glaube auch, dass dies der lustigste und beste Weg aufzuzeigen, dass die aktuelle GO -die benutzt wird- fatale Lücken hat. Ich überlege auch noch ernsthaft selbst nach Wuppertal zu kommen. Danke übrigens an Matthias der mich durch seine Pausenanträge auf diese Idee gebracht hat. Tuesday, January 19. 2010Das nächste Piratencafe steht vor der Tür.
Die erste Aufnahme des Piratencafes war in meinen Augen -völlig unerwartet- ein Erfolg. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass uns vielleicht 10 Leute im Stream zuhören würden und langeweile bedingt nach 10 Minuten wieder abschalten.
Tatsächlich haben aber gut 35 Leute die ganze Zeit zugehört und laut Philip wurde der Podcast bereits über 3000 mal runtergeladen (das dies nicht den Hörerzahlen entspricht ist dabei auch klar). Auch auf Twitter war das Feedback bislang recht positiv gemischt mit vielen Anmerkungen wie wir die Aufnahmequalität verbessern können. Und das wollen wir uns gerne zu Herzen nehmen und deshalb planen wir schon die nächste Aufnahme. Und zwar für morgen, vermutlich wieder um Großraum 19 Uhr herum. Diesmal werden wir auch schon den ersten Gast begrüßen können. Und zwar Lukas -Unseren Lieblingsfeuerwehrmann der Piraten-Liste zur Landtagswahl. Falls euch also morgen Abend wieder langweilig ist: Wir werden da sein. Thursday, January 14. 2010Das Piratencafe wird hörbar
Ich hab ja schon öfter darüber nachgedacht mal einen Podcast aufzunehmen, zum Beispiel mit Philipp für die Bierologie. Und das obwohl ich meine eigene Stimme ganz schrecklich finde. Allerdings -wie so oft im Leben- fehlte die Zeit dafür bislang immer. Ganz zu schweigen von den passenden Themen dafür.
Trotzdem wird es morgen vermutlich eine Premiere geben (wenn denn alles so klappt wie geplant). Denn das Piratencafe, was als Zeitvertreib vor dem Stammtisch begann und danach auf Twitter sein Unwesen fortgesetzt hat, wollen Philip, Matthias und ich nun auch in Audioform pressen. Inhaltlich soll es neben der Politik im Allgemeinen natürlich auch um die Piraten und ein bisschen Technik-Krams gehen. Wer unsere kümmerlichen Versuche mithören will wird auf der Webseite zum Podcast hoffentlich auch eine Stream-URL finden können. Saturday, January 9. 2010Das PirateCampSo langsam nehmen die Planungen zum PirateCamp richtig Form an. Stattfinden soll die Veranstaltung am 06. & 07. Februar in der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen. Piraten und Besucher die auf der letzten oder kommenden Landesmitgliederversammlung anwesend sein werden, dürften die Räumlichkeiten dann bereits kennen. Ziel des BarCamps soll es sein piratige Themen vorzustellen, zu diskutieren und sich über all diesen Polit-Krams auszutauschen. Unter anderem wird vermutlich das dann frisch beschlossene Wahlprogramm im Fokus stehen. Aber auch für Themen wie Kreisverbände vs. Crews, Wie geht man mit Parteispenden um und Liquid Democracy wird Platz sein. Die ersten Themenvorschläge sind bereits eingegangen. Falls ihr selbst schon Ideen habt tragt euch einfach ein. Sonst wird man sicher auch spontan auf dem PirateCamp noch die ein oder andere Session füllen können. Wer sich noch anmelden will wird ebenfalls im Wiki fündig. Wednesday, January 6. 2010Und da fängt das Jahr an...
...wie das letzte endete. Und zwar mit einem Haufen Arbeit: Am 13. Januar endet die Frist für die Einreichung von Wahlprogramm-Vorschlägen für die Landtagswahl. Diverse Arbeitskreise haben neben Entwürfen zu Kernthemen wie Bildung, Bürgerbeteiligung, Neue Medien, Open Access und Co auch Punkte zum Umweltschutz, Verbraucherschutz, Arbeit/Soziales, Wirtschaft, Gesundheit und was nicht noch alles erarbeitet. Zur Zeit gehen die letzten Engagierten noch einmal über die Entwürfe um die Form zu verschönern.
Auf der Landesmitgliederversammlung aka Landes-Parteitag am 23. & 24. Januar -wieder in Gelsenkirchen- wird dann, hoffentlich, über das Programm abgestimmt. Außerdem steht die Wahl eines neuen Landesvorstandes auf der Agenda. Um die Posten hier reissen sich erwartungsgemäß wenig Leute. Wenn es um die Chance einen, potentiell nicht schlecht bezahlten, Landtagssitz zu kriegen schreien natürlich auch viel mehr Leute laut „hier“ als wenn es darum geht ehrenamtlich Zeit und Nerven zu opfern... Anfang Februar, am 06. & 07., steht dann das PirateCamp auf dem Plan was auch in Gelsenkirchen stattfinden soll. Die Planungen dafür laufen zur Zeit. Neben piratigen Politik-Diskussionen sollen aber auch ganz pragmatische Dinge -wie Wiki-Schulungen- durchgeführt werden. Falls ihr also Zeit und Lust habt seid ihr herzlich eingeladen beim PirateCamp mitzuwirken, mit einer Diskussion, einem Vortrag oder was auch immer. Friday, December 25. 2009Kalender Kalender
Nachdem ihr nun alle vollgefressen und hoffentlich reich beschenkt worden seid hier noch der Hinweis auf den Piratenkalender: Die Dinger sind nun endlich käuflich zu erwerben. Und zwar bei GetDigital. Der Kalender kostet 7,90 €. Solltet ihr größere Stückzahlen bestellen wirkt sich dies natürlich positiv auf den Preis aus: 5 Stück bekommt ihr schon für 24,90 €, 20 Stück kosten nur noch 64,90 € und das 50er Pack Kalender gibt es für 139 €.
Die Dinger machen sich nicht nur gut für die Familie sondern auch als Werbegeschenke. Danke auch hier von mir nochmal an alle die fleissig ihre Werke eingesendet haben, mit abgestimmt haben, Werbung für den Kalender gemacht haben, die Texte geschrieben haben und natürlich an das fleissige Layout-Team was wir belästigt haben! Monday, December 21. 20092009
Ein bisschen weiterstudiert und ganze 2 Module bestanden. 10 Kilo zugenommen. Zum ersten mal in einer Partei engagiert. Viel zu wenig gebloggt. Viel zu viel getwittert. Viel zu wenig musiziert. Jede Menge spannende Dinge gelesen. Jede Menge unnütze Dinge gelesen. Jede Menge spannende Dinge gelernt: Drei Wahlkämpfe mitgemacht. Ein bisschen gelernt wie Politik funktioniert. Ein bisschen gelernt wie Parteiarbeit funktioniert. Ein bisschen Pressearbeit gelernt. Gelernt soziale Kompetenz vorzutäuschen.
Ein bisschen durch die Republik gereist. Jede Menge durch Nordrhein-Westfalen gereist. Die verrücktesten Bahnhöfe gesehen und sich daran gewöhnt aus einem Rucksack zu leben. Gut 1 Gigabyte an eMails gelesen. Ungezählte Zeilen an Text verfasst - und dann nie veröffentlicht. Zu wenig gefeiert. Fast nie betrunken. Zu viel geraucht. Gemerkt das mein Körper Kaffee nicht mehr in angemessenen Mengen verarbeiten will. Tee schätzen gelernt. Zu wenig geschlafen. 10 Kilo abgenommen. Viel zu wenig Zeit für meine Freunde gehabt. Gefühlte Tausende von wundervollen Menschen neu kennen und schätzen gelernt. Viel gelacht, viel diskutiert, viel gestritten, manchmal tierisch aufgeregt, manchmal geweint. Immer noch nicht gelernt was wichtig ist. Ich weiss, eigentlich ist es noch zu früh für einen Jahresrückblick. Aber ich hab gerade Ferien und das Piratenwiki streikt immer noch weitgehend. Wednesday, December 16. 2009Traurige Wahrheit
Da ist es schon wieder. Das Stückchen Wahrheit, das nach und nach das Bild, das wir alle von vornherein schon kannten oder zumindest erahnten, weiter vervollständigt. Dass sich dann und wann mal aufbäumt um eben doch mal ab und zu das Tageslicht der Medien zu erblicken. Diesmal hat es mal wieder Tony Blair erwischt, sein Mentor Bush ist immer noch in der Versenkung verschwunden. Und das ist auch gut so. Möge dies bis auf Weiteres auch so bleiben, zumindest bis die Klimakonferenz in Kopenhagen beendet ist. Tony Blairs damaliger Geheimdienstchef distanziert sich heute, sieben Jahre später, von der geistigen Meisterleistung namens "Regierungsbericht", welches damals als Rechtfertigung für die völkerrechtswidrige Bombardierung und den späteren Einmarsch in den Irak benutzt wurde. Ein Einmarsch, den man heute, wenn man zynisch wäre, als blinden Aktionismus bezeichnen könnte, wenn nicht etliche tausende sinnlose Tote zu beklagen wären. Die meisten davon freilich auf irakischer Seite. Und was für Konsequenzen drohen den Verantwortlichen von damals? Leider keine. Wie erklärt man so etwas einem Außenstehenden, z.B. einem Kind? Das ist gar nicht möglich.
Und jetzt bin ich auch mal etwas zynisch: ich bin ja aufrichtig der Meinung, dass die Todesstrafe im Allgemeinen, und in Deutschland im Speziellen, eine inhumane, unangemessene, unzeitgemäße und verabscheuungswürdige Strafe darstellt. Aber für solch dreist lügende Politiker, deren Handeln so weitreichende Folgen hatte --und Gammelfleisch Händler die im großen Stil verdorbene Ware umettikettierten-- wäre ich bereit in eine ergebnisoffene Diskussion einzutreten. Wednesday, December 9. 2009Aufruf zur Teilnahme
Du bist Pirat und willst etwas bewegen? Hast Ideen, weißt aber nicht wie... ?
Das Internet ist gedacht als ein Medium im dem alle etwas erstellen können und alle davon profitieren. Wir geben etwas und bekommen es tausendfach zurück. Die Piratenpartei, die ihre Wurzeln im Netz hat, kann als Organisation genau so funktionieren. Was kann ich tun? - Alles! Wir wollen uns Meinungen nicht aufschwatzen lassen, sondern uns unsere Meinung selber bilden. Ein wesentlicher Teil von Mitbestimmung ist es, die Informationen zu haben um sich eine Meinung bilden zu können. Dazu sollen die Arbeitsgruppen beitragen und uns Informationen liefern, das Für und Wider einzelner Positionen aufzeigen sowie eigene Positionen entwickeln die wir gemeinsam diskutieren. Arbeitsgruppen haben die Möglichkeit allen Piraten zu erklären woran sie Arbeiten und warum. Sie können Meinungsbildungsprozesse anstoßen indem sie Informationssammlungen anlegen, Zusammenhänge darstellen und so allen Piraten und auch nicht-Piraten helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Dies können die AGs im Wiki, im Web machen, sie können Vorträge halten oder auch eigene Veranstaltungen zu ihren Themen organisieren oder Aktionen durchführen. Im Idealfall ist eine Arbeitsgruppe so aufgestellt, dass sie uns in einem bestimmten Themenbereich auch nach außen vertreten kann. Uns bei Pressemitteilungen berät und uns alle über das, was es über ein Thema zu wissen gibt, aufklärt. Doch keiner zwingt jemanden in einer Arbeitsgruppe aktiv zu sein, auch Ortsgruppen, Stammtische oder Crews haben die Möglichkeit etwas zu bewegen. Genauso gut kannst Du als Pirat alleine den Stein ins Rollen bringen, mit einer Idee, einer Aktion oder was immer einem auch einfallen mag. Niemand hindert Dich daran eine Idee auszuformulieren und sie der Piratenschaft schmackhaft zu machen. Auch bei den Piraten musst du für das, was Du erreichen möchtest, werben. Wir erinnern an den OptOutDay, der von einer kleinen Gruppe von Piraten aus Hameln initiiert und von vielen Piraten aufgegriffen und so Bundesweit verbreitet wurde. Kritik ist ein Wesensmerkmal von Meinungsbildungsprozessen. Spart nicht damit, aber vermeidet bitte Sarkasmus, Zynik und persönliche Angriffe. Ihr disqualifiziert eure Kritik am Thema und euch selbst als Diskussionspartner. Kritik sollte helfen etwas besser zu verstehen. Unser Tipp: formuliert die Kritik als Frage, die es zu beantworten gilt. Wenn Du Artikel schreiben kannst, dann schreibe Artikel zu den Themen die dich bewegen. Dazu gibt es http://live.piratenpartei.de - in dem jeder Pirat seine Gedanken veröffentlichen kann. Direkte Demokratie, Mitbestimmung - das bedeutet auch Verantwortung übernehmen. Wir wählen Vorstände nicht um ihnen die Verantwortung über die Piratenpartei zu überlassen. Wir wählen sie, weil wir hoffen, dass diese Personen uns gut vertreten können und Impulse geben. Weil wir Leute brauchen die sich auch um die Verwaltung kümmern und damit den Raum schafft um Piraten sein zu können. Die Verantwortung für das, was wir Piratenpartei nennen, lastet auf jedem, der sagt Pirat zu sein. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen und erwarte nicht, dass jemand anderes deine Ideen verwirklicht. Du kannst etwas bewegen! Liebe Grüße - Thorsten Wirth aka insideX aka Zack - Roland Jungnickel aka ValiDOM - Bastian Greshake aka gedankenstuecke Sunday, December 6. 2009Broelio - WTF?
Soeben ging eine sehr kuriose Aktion zu Ende. Unter der Bezeichnung "Operation Brölio" hatte ich am heutigen Sonntagabend zu einem öffentlichem Brainstorming auf Twitter aufgerufen. Gegenstand unserer geistigen Anstregung war eine SWOT-Analyse zu unserer Mitbewerberin mit dem christlichen Namen. Bei dieser Übung sollten die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Gefahren für die Partei von Herrn Rüttgers festgestellt werden. Hintergrund ist, dass der PG LTW2010 die Aufgabe obliegt, eine Strategie zu entwickeln, und dafür natürlich erstmal eine fundierte Bestandsaufnahme zu erfolgen hat.
Auf die Idee zu dem Namen bin ich durch eine vorangegane Aktion von @Veloc1ty und @Maltis gekommen. Diese hatten in einem spontanen Anfall von Kreativität bekannte Werbesprüche verfremdet und statt des ursprünglich beworbenen Produkts den Namen des Speiseöls "Brölio" eingefügt. Diese "neuen" Werbesprüche twitterten sie in die Welt. Aus dieser spontanen Aktion entwickelte sich ein kleiner Twitter-Hype und eine ganze Reihe von piratennahen Twittern beteiligte sich an der Schöpfung von "neuen" Werbesprüchen. Frei nach dem Motto: Brölio - Die Freiheit nehm´ ich mir. So stachelte man sich gegenseitig zu immer neuen Werbesprüchen an, so dass eine sehr respektable Anzahl dieser Sprüche bald über Twitter kursierte. Der hashtag #broelio schoss zwischenzeitlich in die TopTen. Dies nahm ich zum Anlass, um dieses Vorgehen auch für die PG Landtagswahlkampf - offiziell PG LTW2010 - zu testen. Da wir sowieso eine SWOT-Analyse durchführen wollten, entschlossen wir uns kurzerhand hierbei ebenfalls den Kreativitätspool der Piraten anzuzapfen. Zu einem festgelegten Zeitpunkt sollte ein Brainstorming zur CDU stattfinden, bei dem über die Stärken und Schwächen und die möglichen Chancen und Gefahren für die Partei diskutiert wird. Einerseits kann man so umständliche Anfahrtswege vermeiden, die anfallen, wenn man sich physisch trifft. Darüber hinaus ermöglicht ein Online-Dienst wie Twitter die Teilnahme von viel mehr Piraten als dies bei einem realen Treffen der Fall wäre. Um die Spontanität zu erhalten sollte die Aktion nicht zu früh bekannt werden. Auf die Aktion wurde 48 Stunden vorher vage hingewiesen, ohne konkret mitzuteilen, welchen Zweck sie verfolgt. Erst 9 Stunden vorher dem festgelegten Termin habe ich eine ausführliche Mail über die NRW-Info-Mailingliste versendet. Aufgrund eines Serverausfalls erreichte die Mail die Empfänger jedoch nicht. Da ich nach dem Versand eine längere Strecke Bahn gefahren bin, hatte ich von dieser Kommunikationspanne leider erst viel zu spät erfahren und deshalb wussten viele Piraten auch nicht, worum es bei #broelio ging. Es kam zu einigen verwirrten Nachfragen auf Twitter und viele Piraten Beteiligten sich wahrscheinlich deshalb nicht, da sie den Sinn der Aktion nicht erkennen konnten. Trotzdem nahmen eine ganze Reihe von Piraten, die als Follower von mir von der Operation Brölio erfahren hatten, an dem Brainstorming teil. Jeweils 15 min. wurde über die vier Unterthemen (Stärken, Schwächen, Chancen, Gefahren) über Twitter diskutiert. Der Ablauf war auch tatsächlich so, wie ich ihn mir erhofft hatte. Allerdings kamen die Tweets doch leicht verzögert, so dass ein Ideenfluss wie in einer echten Diskussionsrunde leider nicht zustande kam. Aber das Ergebnis konnte sich trotzdem sehen lassen. Auch diesmal eroberte #broelio als hashtag die TopTen der Twitterrangliste. Nach einer Stunde war dann alles vorbei. Einige nicht-teilnehmenden Twitterer waren froh, nun nicht mehr "zugespammt" zu werden, obwohl andererseits einige Teilnehmer auch gerne noch weiter gezwitschert hätten. Aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit, wäre das auch nicht das Wahre gewesen. Wir haben jedenfalls trotz der begrenzten Zeit interessanten Input für unsere Analysen bekommen. Beim nächsten Mal werde ich hoffentlich mehr Glück bei der Informationspolitik haben, so dass dann noch mehr Leute teilnehmen und uns ihre Ideen mitteilen. Wer noch Kritik, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge hat, kann sie mir gerne mitteilen. Aufgrund der fast ausschließlich positiven Resonanz möchte ich die Operation Brölio gerne fortsetzen. Angesichts verschiedener Mumble-Konferenzen scheint 22 Uhr eine praktikable Uhrzeit zu sein. Wenn wir die nächsten Abende weiter so kreativ sind, haben wir bis Freitag alle Mitbewerber durch. Ich freue mich auf weiteren Input von Euch. Teiler Döhrden Thursday, December 3. 2009Und noch mehr Zuwachs.
Da ich bin bisschen im Stress bin/war komme ich jetzt erst dazu den nächsten Mitautor hier im Blog zu begrüßen. Neben Nico bloggt nun auch Kemal Kaygusuz hier fleissig mit. Er ist ebenfalls einer unserer Kandidaten zur Landtagswahl (Listenplatz 14) und hat bislang ebenfalls kein Blog geführt.
Und auch in diesem Fall gilt natürlich: Viel Spaß allen Beteiligten! Wednesday, December 2. 2009Gedankenstücke
Und wieder ergreifen die Spalter und Denunzianten in diesem unseren Land das Wort und machen auf peinliche Art und Weise auf sich aufmerksam. Aaron reiht sich gerade ein in die Reihe der üblichen Polemiker wie Henryk Broder, Ralph Giordano oder Thilo Sarrazin. Die Zutaten sind stets gleich: ein paar Halbwahrheiten hier, ein paar Unwahrheiten dort, einmal umrühren, und fertig sind die Ressentiments. Wie durch Zauberhand hat man weite Teile der verängstigten und desinformierten Bevölkerung hinter sich. Rechtspopulismus pur. Ich wünschte wir hätten einen Bundesparteitag, und könnten ihm endlich dafür, und für weitere Dinge, die rote Karte zeigen.
Wer mich kennt weiß dass ich mit Religionen generell nicht viel anfangen kann. Jeder nach seiner Façon, soll doch jeder an das glauben was er oder sie für richtig hält. Und wenn es nach mir ginge, würden wir gar keine sogenannten Gotteshäuser bauen, für keine Religion. Das einzige was zählte, wären Aufklärung, Laizismus, der gesunde Menschenverstand und das Grundgesetz. Nun sieht die Realität aber anders aus, und offenbar haben die meisten Menschen das Bedürfnis sich zu versammeln und irgendetwas irgendwie gemeinsam irgendwo zu zelebrieren. Nun denn, so sei es. Aber dann bitteschön für alle gleich und fair. Wenn schon mit meinen Steuergeldern Kirchen und Synagogen gebaut werden, dann soll es auch Moscheen geben dürfen. Und zwar so, wie sie nun mal sind, mit Minaretten. Hinzu kommt noch, dass dafür nicht einmal unsere Steuermittel aufgewendet werden müssen. Man kann sich gerne darüber unterhalten wie hoch Minarette sein dürfen, oder wo Moscheen überhaupt gebaut werden sollten. Aber den Menschen vorschreiben wie sie ihre Moscheen zu bauen haben? Verlangen wir jetzt auch nach Kirchen ohne Kirchtürme? Eine Höhen-/Breitenbeschränkung für Synagogen? Und soll mir bloß keiner weismachen die Bibel oder der Talmud seien weniger blutrünstig als der Koran. Oder demokratischer. Oder sonst irgendetwas. Kommt sowieso aus derselben Ursuppe. Im Übrigen streitet man sich teilweise darüber was gestern besprochen wurde, woher soll man heute wissen wie es der Prophet vor rund 2000 Jahren wirklich gesagt oder gar gemeint haben könnte? Der Koran sei im Gegensatz zur Bibel unverfälscht überliefert? Naja, wie ich schon sagte, jeder nach seiner Façon. Hauptsache niemand versucht mich zu missionieren, bei sowas sträuben sich mir generell die Nackenhaare. Geistige Brandstifter gibt es auf beiden Seiten Die Schweiz. Wer hätte das gedacht. Enttäuschend. Direkte Demokratie? Funktioniert manchmal, und manchmal eben auch nicht.
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