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Wednesday, March 10. 2010Wider das deutschen (Bildungs-)Superheldentum
Deutschland liebt Helden. Starke Persönlichkeiten, die es spielend mit einer unfassbaren Herausforderung aufnehmen können und stets triumphieren. Sei es nun Superman, Superkanzler(in) oder Superminister. Doch während es jenseits des Atlantiks nun einen Superpräsidenten gibt, wurden hierzulande alle Supers seit Siegfried schon längst als nicht-ganz-so-heldenhaft entzaubert. Ehemalige Superkanzler arbeiten jetzt für die Oligarchen und ehemalige Superaußenökominister gleich für den verhassten Unökoerzfeind.
Also hat man sich gedacht, dass neue Helden her müssen und schaute sich um. In dem Land, von dem Deutschland seit dem letzten Weltkrieg so ziemlich alles übernommen hat, was man kriegen konnte, gab es nun einen Superpräsidenten der es mit der größten Krise aufnehmen sollte, die jemals von einer jahrzehntelangen Misswirtschaft hervorgebracht wurde. Hergestellt wurde dieser Held natürlich an einer Super-Eliteuniversität und schon war klar, so etwas braucht man in Deutschland auch. Soweit zur völlig überzogenen und im Detail auch noch falschen Einführung, doch eine wirklich triftige Erklärung, weshalb Deutschland nun auch noch Eliteuniversitäten mit Elitestudenten und Exzellenzlehren braucht ist mir noch nicht untergekommen. Diese Idee, dass es neue Helden braucht um den Berg von Problemen zu lösen, die sich wie bei Obama durch jahrzehntelange Misswirtschaft angestaut haben, ist möglicherweise nahe liegend. Aber sie ist Unsinn. Es ist eher wahrscheinlich, dass man mit der Finanzierung von ein paar wenigen Eliten sich ein Alibi schaffen möchte, um zu sagen "Seht her, wir haben auch Eliteabsolventen von Weltrang". Blöd ist nur, dass die paar meist wenig Interesse zeigen den Karren aus dem Sumpf zu ziehen und stattdessen dem Ruf der Welt nach Rang folgen. Stichwort Brain Drain Ein (nicht ganz so) kurzer Einschub zu meiner Person und Hintergrund: Ich bin ein Absolvent einer solchen Eliteuni (Aachen), doch nach etlichen Jahren von nicht-wirklich-elitären Studienbedingungen kommt mir die Auszeichnung für Exzellente Lehre wie blanker Hohn vor. Zugegeben, es handelt sich um einen Konzeptpreis für einen hypothetischen Plan, wie es möglicherweise in unbestimmter Zukunft aussehen könnte. Es ist unwahrscheinlich, dass das deutsche Bildungssystem noch zu meiner Lebenszeit in einer Katastrophe endet, wie man jetzt denken könnte. Aber meine Sicht geht darüber hinaus. Zudem muss es noch nicht einmal in einer Katastrophe enden, sondern es genügt bereits wenn man von immer mehr Staaten ausgestochen wird, wie man auf diesen Seiten eindrucksvoll ersehen kann. Als ehemaliger Diplomstudent der letzten Stunde heißt es nun "Nach mir die Sintflut". Aber es ist kein Motto sondern bittere Realität, wenn ich höre, was den Bachelors nach mir angetan wird. Das heißt nicht, dass ich das System per-se verdamme, sondern hauptsächlich dessen Umsetzung. Zurück zum Brain Drain: Sicherlich mag es viele Beweggründe geben, weshalb die "bildungsnahen" Schichten dazu tendieren ihr Glück anderswo zu suchen, doch kann man es irgendwo zusammenfassen unter "den Nachkommen die besten Chancen bereiten". Sei es durch eine möglichst umfangreiche Erbschaft, ganz viele hochkarätige Kontakte oder eine große Nähe zu förderlichen Umständen. Diese Form der Nachkommenschaftshilfe (bzw Kapital) hat sich für den Menschen bewährt, denn unter allen Lebewesen auf der Erde ist er jenes mit der längsten Abhängigkeitsdauer der Kinder von den Eltern. Nimmt man dieses uralte Prinzip als Basis, so gibt es zwei grundsätzliche Herangehensweisen, um die obigen Ziele zu erreichen. Die konstruktive Variante bemüht sich dieses Kapital zu erarbeiten, während die destruktive Variante sich darum müht, das alle anderen möglichst wenig Vorteile haben. Zu letzterem zähle ich die Elitisierung, die Sicherung von scheinbar begrenzten Ressourcen für einen kleinen Kreis. Ich sehe mich als Teil des sog. Bildungsbürgertums, die sich im wesentlichen dadurch auszeichnen, dass sie außer der Bildung praktisch kein Kapital besitzen (Im Gegensatz zum Besitzbürgertum). Aufgrund einer konstruktiven Weltanschauung befürworte ich keine künstliche Verknappung von Gütern, möchte keine "optimale Umgebung" durch die Ghettoisierung von Bevölkerungsschichten schaffen und stehe Kapitalaufbau ohne adäquate persönliche Leistung kritisch gegenüber. Die Namen der Länder die der Bildung einen deutlich höheren gesellschaftlichen Wert zuweisen, kann man problemlos den OECD Studien entnehmen. Die Umstände, die zu diesen Ergebnissen geführt haben jedoch nicht. So haben etwa die USA die höchsten Ausgaben pro Student (Abb. 13332), bewegen sich aber doch eher im Mittelfeld. So zeichnet sich etwa das PISA-Wunderland Finnland nicht dadurch aus, dass es eine besonders individuelle Betreuung liefert (Abb. 13806), sondern dass besonders wenig Unterschied zwischen Kindern unterschiedlicher Klassen besteht (Abb. 13317). Ein Blick in des finnische Schulsystem zeigt weitere Unterschiede zu dem uns bekannten: während sich das deutsche Bildungssystem darum bemüht, möglichst früh zu "sieben" und die Unterschiede zu festigen, wird man in Finnland (oder Schweden) sehr lange zusammengehalten. Diese frühe "qualitative Segregation" in Deutschland führt m.E. zu einer Ghettoisierung der Bildung die sich dann in der Gesellschaft fortsetzt: Eliten und Pöbel. Beide Begriffe sind für mich gleich negativ besetzt. Die destruktive Form der oben genannten "positiven Entwicklungsbedingungen für den Nachwuchs" ist es, wenn man die positiven Aspekte für sich beansprucht und gleichzeitig möglichst viel unwürdige ausschließt, z.b. durch Studiengebühren und Notenbarrieren. Letztere wurde erst kürzlich noch durch die verpatzte Bolognareform verschärft. Man schafft gewissermaßen Eliten dadurch, dass man möglichst viele ausschließt. Die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat gezeigt, dass für so ein konstruktives Bildungssystem keine der größeren Partei das Wort ergreift. Während FDP und CDU/CSU den Elitengedanken zu immer neuem Wahnwitz treiben dümpelt die SPD konzeptlos vor sich hin während sich die Linke und NPD darauf beschränken Neid- und Missgunst-denken zu bedienen. Die Grünen sind zwar etwas progressiver, allerdings vornehmlich auf dem Papier während die Parteifunktionäre sich schon an den Rest weitestgehend angepasst haben und jede Innovation unterdrücken. Sehr glücklich bin ich daher über über den kürzlich verabschiedeten Programmpunkt Bildung der NRW Piraten, der einen sehr großen Rückhalt gefunden hat. So ist weniger entscheidend, dass er sich vielleicht in dem ein oder anderen Punkt einem bestehenden Wahlprogramm der anderen Parteien ähnelt, sondern dass es diesmal genug Interesse gibt, dieses auch umzusetzen und statt sich 32 Jahre an einem tollen Konzept erfreuen. Es nutzen die besten Ideen nichts, wenn man sie nicht umsetzt. Von daher bitte ich jeden das Bildungsprogramm der Piraten zu unterstützen damit sich endlich etwas tut. Bildung statt Helden. Tuesday, March 9. 2010Unterschriften für die DirektkandidaturBevor der eigentliche Wahlkampf beginnen kann geht es nun wieder ans Sammeln von Unterstützerunterschriften. Für die Direktkandidaten in den einzelnen Wahlkreisen benötigt man 100 Unterschriften von dort Wahlberechtigten. In Münster und auch im Kreis Steinfurt sammeln wir gerade fleissig. Und es wird -ganz typisch für uns- eng damit Deshalb hier noch einmal der Aufruf an euch da draußen: Bitte helft uns mit eurer Unterschrift. Ihr müsst uns zur Landtagswahl auch nicht wählen deshalb. Ihr sorgt damit nur dafür, dass wir überhaupt die Chance haben auf dem Stimmzettel zu erscheinen. Wenn ihr aus Altenberge, Greven, Horstmar, Laer, Metelen, Neuenkirchen, Nordwalde, Ochtrup, Steinfurt oder Wettringen (also dem Wahlkreis I) kommt meldet euch bei mir, ich versorge euch gerne mit dem nötigen Formular (was man leider nicht kopieren oder zum Download anbieten darf). Schreibt mit an bastian@gedankenstuecke.de oder ruft direkt unter +49 176 213 044 66 an. Dann finden wir schon einen Weg zur Unterschrift. Und auch wenn ihr aus einem anderen Steinfurter Wahlkreis oder aus Münster kommt meldet euch bei mir. Ich vermittel gerne an die betreffenden Personen mit den Formularen. Danke schon mal an die fleissigen Unterstützer! Monday, March 1. 2010Piraten sind International
Ich bin kein echter digital native. Dafür bin ich zu alt. Ich bin kein Mitglied der Generation C64. Dafür bin ich noch zu jung. Das Internet war nicht immer Bestandteil meines Lebens. Genauso wenig wie Computertechnik an sich. Auch wenn ich schon früh an den Kisten gehockt habe. Und relativ früh im Internet rumgesurft habe.
Meine Hausaufgaben musste ich trotzdem noch mehr mit der Microsoft Encarta machen als mit der Wikipedia. Und der Langenscheidt war auch noch in gedruckter Version auf dem Schreibtisch und nicht über Leo im Netz. Trotzdem glaube ich verstanden zu haben was für eine großartige Erfindung dieses Internet ist. Und welche Möglichkeiten man damit hat. Egal ob man sich in virtuellen Welten mit Engländern, die genauso durchgeknallt sind wie man selbst, virtuelle Geschosse um die Ohren sausen lässt oder quer durch das Bundesgebiet verteilt zusammen in einem Etherpad an einer Pressemitteilung oder einem Antragstext für das Schiedsgericht schreibt. Das Internet vernetzt Kommunikation und verändert unser Denken und Handeln. Wer daran zweifelt muss nur mal schauen wie in so einem Pad gearbeitet wird. Ich selbst habe mich zu guten Stücken ins Netz ausgelagert. Meine Daten (sowohl Daten über mich als auch von mir). Mein Handeln. Mein Denken. Ein Großteil davon ist kollaborativ geworden und lässt sich nicht mehr klar in “mein” oder “dein” trennen. Ganz egal ob es um Ideen oder konkrete Projekte geht. Und das liebe ich. Es ist so einfach wie wohl noch nie zuvor mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten und aus den Erfahrungen von anderen Menschen zu profitieren. Noch nie war so unklar aus wem der Riese besteht auf dessen Schultern man steht. Dazu gehört auch zu verstehen, dass wir längst komplett globalisiert sind. Open Source (eigentlich open everything), freie Lizenzen, Netzneutralität, auch der Wunsch nach einer Wissensallmende. Alles Dinge die global funktionieren und global funktionieren müssen. Das war auch für mich der Grund den Piraten überhaupt beizutreten: Der internationale Ansatz und das Gefühl, dass hier Leute zusammenkommen die gleiche Ideale vertreten. Mittlerweile gibt es in über 40 Ländern Piraten. Alle mit sehr ähnlichen Ansätzen und Kernthemen. Auch an einem gemeinsamen Leitbild wird gearbeitet. Im Endeffekt sind sie damit mehr eine globale Bewegung als eine reine Partei. Dies bietet die Chance auf wundervolle Zusammenarbeiten und kann dazu führen auch als die globale Bewegung und weniger als Splitterpartei wahrgenommen zu werden. Die Mitgliederversammlung der Piraten in NRW hat am Wochenende das Programm um Punkte wie Arbeit und Soziales, Drogenpolitik, Gesundheitspolitik und Wirtschaft erweitert. Was dies für die Identität der Piraten, sowohl in Deutschland als auch global, bedeutet wird wohl nur die Zukunft zeigen. Wednesday, February 24. 2010Demo & Mahnwache zum JMStV in DüsseldorfGestern fanden Bundesweit Mahnwachen gegen die Änderung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags statt. Hier ein kurzes Video der Aktion in Düsseldorf. Saturday, February 20. 2010Spende deine Zeit: Aber wo?
«Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.»
Der Gedanke „Spendet eure Zeit“ macht die Runde. Und natürlich gab es auch die erste Kritik und die ersten Leute haben sich auf den Schlips getreten gefühlt: «Wie sollen wir denn ohne Geld Wahlkampf machen?» Nun: Es ist mitnichten so als sei die Piratenpartei NRW komplett Pleite. Es gibt Geld und es wird daran gearbeitet mit diesem Geld das erste Werbematerial zu besorgen. Meine Sorge ist: Wir haben nachher gut ausgestattete Infostände hinter denen aber niemand steht um mit dem Bürger ins Gespräch zu kommen, Flyer zu verteilen oder auch Werbematerial zu verschenken. Und ganz pessimistisch würde ich sagen: Das ist auch der aktuelle Stand. Wenn sich daran nichts ändert dürften wir eigentlich jetzt schon mehr Werbematerial haben als wir im Wahlkampf mit den paar Leuten verteilt kriegen. Geld ist eine tolle Sache im Wahlkampf, aber leider aktuell nicht so sehr Mangelware wie Hände die mit anpacken. Aber: Wo kann man sich überhaupt einbringen? Ich will mal versuchen eine nicht-vollständige Liste zu erstellen mit Punkten an denen man sich einbringen kann, die mit eurer Hilfe auch sukzessiv erweitert wird:
Natürlich ist NRW nicht der Mittelpunkt des Universums. Auch auf Bundesebene freut man sich über jeden der mithilft:
Und jetzt seid ihr dran: Und ihr habt Zeit übrig und wisst nichts damit anzufangen? Ihr könnt sie nutzen um damit etwas zu bewegen. Wir geben euch die Chance mitzuwirken und frei zu arbeiten. Habt den Mut diese Chance auch zu nutzen. Friday, February 19. 2010Spendenaufruf: behaltet das Geld, gebt uns Zeit
Vermehrt machen so kurz vor dem Wahlkampfbeginn die Spendenaufrufe wieder die Runde. Es werden Banner verlinkt, Tweetketten gehen über Twitter und Co. Das bekannte Spielchen.
Doch mit all dem Geld allein bekommt man keinen Wahlkampf auf die Beine gestellt. Daher ist mein Aufruf und mein Herzenswunsch ein anderer: Schenkt uns – und viel wichtiger: unseren Ideen – etwas Zeit. Denn nach dem Bundestagswahlkampf ist es ruhig geworden. Die Stammtische sind leerer, die Mailinglisten ruhiger, die Infostände dünner besetzt. An Gründen mag es nicht mangeln: Vielleicht befindet sich ein Großteil der Leute noch im Winterschlaf. Oder kann sich mit der Ausrichtung der Piraten nicht mehr so recht identifizieren nach den Programmerweiterungen. Der ein oder andere mag auch auf der Suche nach dem Passierschein A38 im Bürokratie-Gestrüpp verloren gegangen sein. Doch es gibt noch viel zu tun. Und auch wenn es nicht immer klar sichtbar ist: Auch wenn man kein Pirat ist, kann man sich an vielen Stellen einbringen und die helfende Hand sein. Und wenn ihr den Eindruck habt, dass wir es euch aber auch wirklich nicht einfach machen, euch einzubringen, dann gebe ich euch recht. Selbst für Mitglieder ist es nicht einfach. Ja, da haben wir Nachholbedarf. Aber wir arbeiten daran. Aber man kann etwas tun: So wurde ein Teil des Wahlprogramms verabschiedet, allerdings gibt es noch keine Arguliner. Wer also das Wahlprogramm liest und dabei Fragen hat: Her damit, spätestens auf der Straße werden wir mit genau solchen konfrontiert werden und da kann es nicht schaden, auf die üblichen Fragen vorbereitet zu sein. Oder helft vor Ort: Bei der Organisation von Informationsständen, beim Sammeln von Unterschriften für die Direktkandidaten. Diskutiert mit uns. Meckert mit uns, wenn wir Unsinn machen und fordern. Sprecht mit dem Freundes- und Bekanntenkreis über unsere Ziele und Themen. Macht deutlich, wieso diese Themen wichtig sind. Bekanntheit kann man vielleicht erkaufen, Glaubwürdigkeit aber nicht. In dem Sinne: Schenkt uns ein wenig eurer Zeit. Sei es, um im echten Leben mit anzupacken, sei es, um mit uns zu reden, sei es, um mit euren Freunden und Bekannten über uns zu reden. Und falls ihr das nicht könnt oder nicht wollt: Zur Not nehmen wir halt doch Geld, aber nur, wenn es unbedingt sein muss. Die Piratenpartei hat ihre ersten Wahlerfolge mit unglaublich wenig Geld, aber großer Leidenschaft erreicht. Unzählige Piraten und Freibeuter haben sich an Infoständen die Beine in den Bauch gestanden, einfache, aber sinnvolle Plakate geklebt. Sie haben sich für „die Sache“ den Mund trocken geredet und sich mit den unglaublichsten Vorwürfen konfrontiert gesehen. Einhellig die Parole: „Weitermachen!“ Dies gilt noch immer: Lasst uns keinen konventionellen Wahlkampf führen, lasst uns lieber mit den Leuten auf der Straße sprechen. Wir freuen uns drauf, wenn wir beim Landtagswahlkampf wieder an Infoständen stehen und mit anderen Piraten mit der gleichen Leidenschaft wie vor dem 27.09.2009 den Bürgern unsere Vorstellung von Freiheit erklären können. Wir freuen uns drauf, wenn es wieder von den Infoständen klingt: "Klarmachen zum Ändern!" On behalf of #sektion31: Stephan Urbach (tomate) & Bastian Greshake (gedankenstuecke) Wednesday, February 17. 2010flip ultrahdDay 1 from Bastian Greshake on Vimeo. Seit gestern befindet sich einer der lustigen HD-Recorder von flip in meinem Besitz. Und zwar die Ultra-Variante mit 8 GB Speicher für 2 Stunden Aufnahmezeit. Ich bin schon vor längerer Zeit über diese Geräte gestolpert und finde die Idee nach wie vor genial: Klein genug um das Ding immer rumzuschleppen (Ich schleppe schon jeden Tag die DSLR-Sachen mit, da bin ich froh wenn es noch kleine Spielzeuge gibt), de facto keine Einstellungsmöglichkeiten und damit Idiotensicher und die Aufnahmequalität reicht zumindest für meine Ansprüche völllig aus.Bei dem PirateCamp bin ich dann wieder über so ein Ding im echten Leben gestolpert und war spontan begeistert. Und was soll ich sagen: Nun hab ich auch so ein Teil. Meine ersten Schritte mit der Kamera seht ihr hier auch embedded. Tuesday, February 9. 2010Fazit PirateCampDas Piratecamp ist vorbei, die Räume wieder aufgeräumt und hoffentlich sind auch alle wieder heile nach Hause gekommen. Und was ich an Feedback bislang bekommen habe scheint es so, als hätte es den meisten Besuchern genauso gut gefallen wie mir. Neben den lustigen Musik-Sessions gab es Vorträge zu Liquid Democracy, wie Pressearbeit funktioniert, Piraten & Gendering, Diskussionen zum leidigen Thema Kreisverbände vs/und Crews. Außerdem spannende Technikworkshops, wie im Video zu sehen zu RFID und Handabstimmungsgeräte für Mitgliederversammlung ala Wer wird Millionär. Weiterführende Blogposts gibt es zum einen auf der Barcamp-Seite selbst. Aber auch MrTopf hat eine ganz coole Zusammenfassung geschrieben. Ich denke wir werden das Ganze nach dem nächsten Parteitag wiederholen. Und vielleicht auch aus unserer temporären Projektgruppe in eine ständige Arbeitsgruppe umwandeln um regelmässig solche Veranstaltungen durchzuführen. Friday, February 5. 2010PiratösigesNachdem die meisten Wogen sich bezüglich des Landesparteitages/der Landesmitgliederversammlung geglättet haben mal wieder ein kurzes Status-Update:
Wednesday, February 3. 2010Wir (ver)kaufen unser reines Gewissen!
Eigentlich hätte ich diesen Post schon nach der "Lichtenstein-CD" schreiben müssen. Aber auf Grund dieser aktuellen Geschichte, mit der Schweiz CD, kann ich das nicht unkommentiert verstreichen lassen.
Wie soll ein Rechtsstaat funktionieren, wenn er gültiges Recht umschifft, um Unrecht auszumerzen? Viele Deutsche sehen im Kauf kein Problem: "Wieso? Die die Steuer hinterziehen müssen bestraft werden." Natürlich müssen sie das. Aber wenn ich das mit dubiosen rechtlichen Mitteln mache, dann kann ich ja auch wieder anfangen mit der Folterung in der U-Haft. Oder auch mal überhaupt U-Haft für einen gewissen Bundeskanzler, der irgendwie auch Probleme mit Geldern hatte. Aber oh, ach ja, das Ehrenwort gilt da ja mehr, als das gültige Recht. Aber huch, in der Spendenaffäre hatte Schäuble ja seine Finger auch drin stecken. Summa summarum: Wer diese Bundesregierung gewählt hat, darf sich nicht beschweren, wenn seine eigenen Rechte veräußert, getreten und umgangen werden. Schäuble ist der beste Beweis, dass man einfach mit der gleichen Mentalität weiter macht! Pfui! Thursday, January 28. 2010And it's all over now, Baby Blue
Gestern Abend hat das Schiedsgericht des Landesverbands Nordrhein-Westfalen sein Urteil gesprochen. Kurz: Die Vertagung der Veranstaltung war nicht korrekt.
Allerdings nicht, weil eine Vertagung rechtlich nicht machbar wäre. Sondern weil zum Zeitpunkt der Abstimmung niemand mehr zweifelsfrei akkreditiert war weil die Stimmkarten unbeaufsichtigt gelassen wurden. (Die älteren unter euch wird das noch an Düsseldorf erinnern). Die Konsequenz ist nun, dass in 5-6 Wochen eine neue Landesmitgliederversammlung stattfinden muss um über die restlichen Tagesordnungspunkte zu entscheiden, darunter Wahlprogrammanträge und Satzungsänderungsanträge. Das Schiedsgericht hat (unsere frisch gewählte Vorsitzende/wundervolle Klagegegnerin) Birgit und mich nun auch beauftragt gemeinsam eine Geschäftsordnung zu schreiben die ein solches Vertagen explizit regelt oder ausschliesst. Ich denke über den Bug aus dem letzten Post sollte man da auch mal sprechen. Außerdem sollen wir getrennt einen Satzungsänderungsantrag vorlegen der Vertagungen regelt. Das halte ich für ein gutes Vorgehen und ich hoffe ein wenig auf die Mithilfe unserer Projektgruppe Satzung. Ich bin froh darüber, dass wir nun hoffentlich weiter konstruktiv arbeiten können (Wer mir mit der Klage «Torpedierung der Parteiarbeit» vorwerfen möchte sollte sich aber auch fragen lassen dürfen wieso er noch nie bei wirklicher Parteiarbeit zugegen war). Ich möchte als erstes auch dem Schiedsgericht für ihre schnelle und ausführliche Arbeit danken, ganz unabhängig vom Klageausgang. Ihr habt euch das bei der Wahl sicher noch anders vorgestellt und auf ein bisschen mehr Einführungszeit gehofft. Außerdem danke ich all jenen Leuten die mir in den letzten Tagen Mut gemacht und beigestanden haben. Sei es öffentlich oder privat. Und zu guter letzt möchte ich noch all jenen danken die mir in den letzten Tagen -öffentlich oder auch im verdeckten- gedroht haben. Mit einem Parteiausschlussverfahren oder gleich mit körperlicher Gewalt. Ihr könnt wirklich stolz darauf sein, dass ihr bei den Piraten Mitglied seid. Ihr habt mir wieder deutlich gemacht warum unser Ruf nicht der Beste ist. Wenn schon Parteimitglieder -die einem in manchen Fällen sogar persönlich bekannt sind- auf eine solche Art und Weise behandelt werden, dann kann ich mir gut vorstellen wie mit außerparteilichen Kritikern umgegangen wird - seien es Blogger, Journalisten oder Mitglieder anderer Parteien. Monday, January 25. 2010Demokratiedefizit #lptnrw oder: Versammlungs-Hacking
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein längerer Text über den Landesparteitag am Wochenende. Ob der letzten Entwicklungen auf dem selbigen verzichte ich hier darauf. Doch was ist passiert:
Wie abzusehen war konnten wir nicht alle Punkte an diesem Wochenende behandeln. Neben vielen Anträgen zum Wahlprogramm konnten auch die Satzungsänderungsanträge nicht behandelt werden. Doch statt neu einzuladen um dort auf dem nächsten Parteitag weiter zu diskutieren und die Programmpunkte aufzunehmen wurde nun vertagt. Auf den kommenden Sonntag in Wuppertal (ja, ins Wuppertaler Dart Center, wohin auch sonst...). Ich halte das für eine absolut bescheidene Entscheidung. Und das aus einer Vielzahl von Gründen: Erstens: Es war gestern zum Zeitpunkt der Entscheidung überhaupt nicht geklärt in welcher Form unsere Vertagung auf “in einer Woche, anderer Ort” rechtlich möglich ist. Es kursierten verschiedenste Aussagen über diese Entscheidung und Klarheit gibt es wohl bis dato nicht. Das ist auch der Grund wieso ich das -vielleicht frisch gewählte- Landesschiedsgericht angerufen haben um diesen Sachverhalt zu klären. Zweitens: Mit einer möglicherweise semi-legalen Landesmitgliederversammlung ein Wahlprogramm zu beschliessen fliegt uns spätestens im Wahlkampf um die Ohren. Wenn andere Parteien das lustig ausnutzen könnten um uns an den Karren zu fahren. Auch das hat dazu beigetragen, dass ich mich für die Anrufung des Schiedsgerichts entschieden habe. Aber: Ganz abgesehen davon -und auch abgesehen von der Entscheidung des Schiedsgerichts- halte ich das für eine Entscheidung die zwar demokratisch gefällt wurde, aber trotzdem in ihrem Resultat absolut undemokratisch ist und für moralisch sehr fragwürdig. In unserer Satzung haben wir eine reguläre Einladungsfrist von 4 Wochen zu Mitgliederversammlungen. Und das aus gutem Grund: Wir verzichten, liebend gerne und beabsichtigt, auf Delegierte damit jeder Teilnehmen kann. Die Einladungsfrist soll sicherstellen, dass jeder Pirat die Chance hat Termine -seien es private, berufliche oder auch andere piratische Verpflichtungen- so zu legen, dass er an den Mitgliederversammlungen teilnehmen kann. Mit der Vertagung umgehen wir die Einladungsfrist und schliessen so jede Menge Piraten aus. Ich selbst bin davon betroffen da wir am 31.01. die Direktkandidatenwahl für den Kreis Steinfurt abhalten wollen. Aber es gab gestern auch jede Menge andere Teilnehmer die an dem Vertagungstermin nicht teilnehmen können. Darunter auch solche Piraten die eigentlich ihre Satzungsänderungsanträge oder auch Wahlprogrammvorschläge vorstellen und verteidigen wollen/müssen. Denen wird die Chance sich einzubringen damit komplett genommen. Dazu halte ich die Vertagung auf Wuppertal für völlig blödsinnig in Hinblick auf eine sowieso stattfindende Mitgliederversammlung. Der Plan ist nämlich in 5-6 Wochen eine neue Mitgliederversammlung einzuberufen um die Vertagung für rechtmässig zu erklären. Diesen Hack halte ich für ebenfalls sehr zweifelhaft und für total unsinnig: Der Plan ist es also zweifelhafte Beschlüsse die von einem kleinen Teil in Wuppertal gefasst werden im Nachhinein abzusegnen. Das sieht in meinen Augen stark nach “abnicken” aus und hat schon etwas von Delegierten. Nur das unsere Delegierten nicht einmal ansatzweise legitimiert sind: Die Leute die für die Vertagung zufällig Zeit haben werden also Beschlüsse verfassen und eine reguläre Mitgliederversammlung soll nur noch abnicken. Oder: Wir diskutieren noch auf der regulären Mitgliederversammlung alle Beschlüsse aus der Vertagung ernsthaft und kippen diese ggf. In dem Fall ist es absolut überflüssig die Vertagung überhaupt stattfinden zu lassen. Weil wir dann mit dem Wahlkampf -der ja immer das Totschlagargument ist- auch nicht früher anfangen können weil unsicher ist ob die Vertagungsbeschlüsse bestand haben werden. Sprich man könnte sich das Treffen auch ganz sparen. Es geht also um 2 Hauptpunkte für mich: Die allgemeine Rechtsgültigkeit der Vertagung. Sollte diese gegeben sein wäre das in Ordnung und ich bin gespannt wie das Schiedsgericht in diesem Fall entscheiden wird. Der zweite, für mich fast noch wichtigere Punkt, ist die moralische Bewertung dieses Vorgehens. Ich persönlich finde es sehr traurig, dass wir hier unsere eigenen Regeln (vielleicht legal) umgehen um möglichst schnell und mit wenig Diskussion ein Wahlprogramm durchzuwinken, damit wir mit dem Wahlkampf starten können. Das hat für mich wenig mit „Flexibilität“ und „pragmatischen Lösungen“ zu tun sondern mit dem Verkauf von Idealen. Da könnten wir auch gleich Spendengelder nehmen um Wahlprogramme zu kaufen. Das wäre ebenfalls ganz flexibel und pragmatisch. Und vor allem bequem weil man selbst nicht aktiv werden muss. Übrigens: Die Geschäftsordnung von diesem Wochenende wird auch in Wuppertal gelten. Und diese lässt sich dank einiger Bugs prima dazu nutzen die gesamte Veranstaltung zu sprengen und boykottieren. Denn wenn ich die GO richtig verstehe ist es jederzeit (und in unbegrenzter Anzahl nacheinander von der gleichen Person) möglich Anträge zur Geschäftsordnung zu stellen. Darunter ist auch der „Antrag auf Umstellung der Reihenfolge der Tagesordnung nach Genehmigung“. Jemand der sich einen Spaß gönnen will (oder unzufrieden ist mit dem Vorgehen der Vertagung) kann also ganz bequem den GO-Antrag auf Vorziehen von “Schliessung der Versammlung“ stellen. Solange noch Gegenrede kommt kann man ganz unkompliziert eine geheime Wahl beantragen (Sollte keine Gegenrede kommen ist die Versammlung geschlossen). Dann dürften erstmal die Stimmzettel gedruckt werden und anschliessend ausgezählt werden. Sollte die Versammlung noch nicht geschlossen sein fängt man oben wieder an mit dem GO-Antrag. Siehe folgendes Pseudo-Code-Beispiel. 10 GO-Antrag auf Umstellung Tagesordnung -> Schliessung der VersammlungDamit kann man nicht nur die gesamte Versammlung in den Wahnsinn treiben sondern auch weitere Beschlüsse ganz effektiv verhindern. So lange bis keiner mehr Lust hat oder Toner/Tinte und Papier ausgeht. Um die Anträge zu stellen muss man übrigens nur akkreditiertes Parteimitglied sein, wer also noch schnell ein bisschen Stress produzieren will kann bis Sonntag noch Mitglied werden. Oder vielleicht findet sich ja so der eine oder andere Pirat der Lust darauf hat, den einen oder anderen Security-Hacker-Guy haben wir ja der Spass daran hat Bugs zu finden und mal Testweise auszunutzen. Ich selbst glaube auch, dass dies der lustigste und beste Weg aufzuzeigen, dass die aktuelle GO -die benutzt wird- fatale Lücken hat. Ich überlege auch noch ernsthaft selbst nach Wuppertal zu kommen. Danke übrigens an Matthias der mich durch seine Pausenanträge auf diese Idee gebracht hat. Tuesday, January 19. 2010Das nächste Piratencafe steht vor der Tür.
Die erste Aufnahme des Piratencafes war in meinen Augen -völlig unerwartet- ein Erfolg. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass uns vielleicht 10 Leute im Stream zuhören würden und langeweile bedingt nach 10 Minuten wieder abschalten.
Tatsächlich haben aber gut 35 Leute die ganze Zeit zugehört und laut Philip wurde der Podcast bereits über 3000 mal runtergeladen (das dies nicht den Hörerzahlen entspricht ist dabei auch klar). Auch auf Twitter war das Feedback bislang recht positiv gemischt mit vielen Anmerkungen wie wir die Aufnahmequalität verbessern können. Und das wollen wir uns gerne zu Herzen nehmen und deshalb planen wir schon die nächste Aufnahme. Und zwar für morgen, vermutlich wieder um Großraum 19 Uhr herum. Diesmal werden wir auch schon den ersten Gast begrüßen können. Und zwar Lukas -Unseren Lieblingsfeuerwehrmann der Piraten-Liste zur Landtagswahl. Falls euch also morgen Abend wieder langweilig ist: Wir werden da sein. Thursday, January 14. 2010Das Piratencafe wird hörbar
Ich hab ja schon öfter darüber nachgedacht mal einen Podcast aufzunehmen, zum Beispiel mit Philipp für die Bierologie. Und das obwohl ich meine eigene Stimme ganz schrecklich finde. Allerdings -wie so oft im Leben- fehlte die Zeit dafür bislang immer. Ganz zu schweigen von den passenden Themen dafür.
Trotzdem wird es morgen vermutlich eine Premiere geben (wenn denn alles so klappt wie geplant). Denn das Piratencafe, was als Zeitvertreib vor dem Stammtisch begann und danach auf Twitter sein Unwesen fortgesetzt hat, wollen Philip, Matthias und ich nun auch in Audioform pressen. Inhaltlich soll es neben der Politik im Allgemeinen natürlich auch um die Piraten und ein bisschen Technik-Krams gehen. Wer unsere kümmerlichen Versuche mithören will wird auf der Webseite zum Podcast hoffentlich auch eine Stream-URL finden können. Saturday, January 9. 2010Das PirateCampSo langsam nehmen die Planungen zum PirateCamp richtig Form an. Stattfinden soll die Veranstaltung am 06. & 07. Februar in der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen. Piraten und Besucher die auf der letzten oder kommenden Landesmitgliederversammlung anwesend sein werden, dürften die Räumlichkeiten dann bereits kennen. Ziel des BarCamps soll es sein piratige Themen vorzustellen, zu diskutieren und sich über all diesen Polit-Krams auszutauschen. Unter anderem wird vermutlich das dann frisch beschlossene Wahlprogramm im Fokus stehen. Aber auch für Themen wie Kreisverbände vs. Crews, Wie geht man mit Parteispenden um und Liquid Democracy wird Platz sein. Die ersten Themenvorschläge sind bereits eingegangen. Falls ihr selbst schon Ideen habt tragt euch einfach ein. Sonst wird man sicher auch spontan auf dem PirateCamp noch die ein oder andere Session füllen können. Wer sich noch anmelden will wird ebenfalls im Wiki fündig.
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